Klassischer Musikreigen in Barockkirche

In der vergangenen Konzertsaison begeisterten unter anderem die Norddeutschen Barocksolisten ihr Publikum in der St.-Andreas-Kirche, hier mit dem Künstlerischen Leiter Martin Weller (Mitte, mit Trompete).

Verein Konzerte an Sankt Andreas legt Programm für 2015 vor / Auftakt am 4. Juni mit Ensemble „Flautando“

Der Verein Konzerte an Sankt Andreas e. V. bietet Liebhabern klassischer Musik seit nunmehr 27 Jahren in der Seesener Barockkirche St. Andreas Konzerte mit hochkarätigen Künstlern und stellt nun das Programm für dieses Jahr vor.

Im ersten Abonnementkonzert am 4. Juni dieses Jahres gibt es ein Wiedersehen mit dem bekannten Blockflötenensemble Flautando Köln. Die charmanten Blockflöten-Virtuosinnen, die mit brilliantem Klang auf 40 verschiedenen Blockflöten, originellen Programmpunkten und einer Präsenz auf höchstem technischen Niveau überzeugenden, versprechen wieder einen ungewöhnlichen und faszinierenden Konzertabend.
Von der langjährigen, erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen der Kammeroper Schloss Rheinsberg und dem Staatsorchester Braunschweig profitiert das zweite Konzert am 9. Juli. Mit der Oper „Amadigi di Gaula“ von Georg Friedrich Händel wird erstmalig ein Barockformat für das Heckentheater im Park von Schloss Rheinsberg entwickelt, das auch in Seesen gehört werden kann. Grundlage ist die zu den berühmten Artussagen gehörende Ritterlegende von Amadis de Gaula.
Es singen Solistinnen und Solisten der Kammeroper Schloss Rheinsberg, begleitet vom Barockorchester des Staatsorchesters Braunschweig unter der Leitung des Blockflötenvirtuosen und Barockspezialisten Michael Schneider.
Im Zweijahresturnus wird ein vielversprechender Nachwuchskünstler mit der Louis-Spohr-Medaille der Stadt Seesen ausgezeichnet. Im Rahmen des dritten Abonnementkonzertes am 30. September wird dieses Mal ein junger vielversprechender Dirigent diese Ehrung erhalten. Spohr, selbst ein in Europa berühmter Dirigent, gehörte zu den Orchesterleitern, die an der Entwicklung der heute gegebenen Orchesterkultur entscheidend mitgewirkt haben. Er benutzte außerdem als einer der ersten Dirigenten einen kleinen hölzernen Taktstock. Neben der Ouvertüre aus der Oper „Euryanthe“ von Carl Maria von Weber und dem „Quartett-Konzert“ in a-Moll op. 131 von Louis Spohr, erklingt die 2. Sinfonie D- Dur op. 36 von Ludwig van Beethoven. Es spielt das Staatsorchester Braunschweig.
Der programmatische Wandel zur interdisziplinär aufgestellten Kunst- und Kulturvermittlung ist in den vergangenen Spielzeiten durch den Brückenschlag nach Moskau besonders deutlich geworden. In diesem Jahr ist die Dozentin am Tschaikowsky-Konservatorium und weltweit gefeierte Pianistin Ekaterina Derzhavina in Seesen zu Gast. Im vierten Konzert, am 4. Dezember 2015, spielt sie das Klavierkonzert d-Moll BWV 1052 von Johann Sebastian Bach und Joseph Haydns Klavierkonzert G-Dur Hob XVIII:4. Begleitet wird sie vom Staatsorchester Braunschweig unter der Leitung von Gerd Schaller, die das Programm mit der Ouvertüre zu „Acis und Galathea“ von Georg Friedrich Händel und der Serenade G-Dur „Der kleinen Nachtmusik“ von Wolfgang Amadeus Mozart abrunden.
Um der nachwachsenden Generation einen Zugang zu unserer klassischen Musikkultur zu ermöglichen, hat sich das mittlerweile etablierte Schülerkonzert im Jacobson-Gymnasium bewährt. Auf dem Programm stehen in dieser Saison „Die vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi.
Die Konzerteinführungen und die Vorträge sind auch in diesem Jahr wieder Bestandteil des Gesamtprogramms. Und es findet auch wieder eine Kunstreise statt, die diesmal nach Berlin führt.
Im Mittelpunkt der Reise stehen die bedeutenden Sammlungen der zahlreichen Kunstmuseen der Bundeshauptstadt, die unter anderem das Kulturforum, die Alte Nationalgalerie, das Museum Berggruen, die Berlinische Galerie und das Museum Hamburger Bahnhof beherbergen. Dabei wird manches Kunstwerk zu sehen sein, das in den vergangenen Jahren in den Vorträgen der Konzertreihe behandelt worden ist. Nähere Informationen gibt es auf der Homepage des Vereins unter www.konzerte-an-sankt-andreas.de

„Ganzheitliche Kunst- und Kulturvermittlung“
Werner Heindorf, Vorsitzender des veranstaltenden Konzertvereins, freut sich, dass der Künstlerische Leiter der Reihe, Martin Weller – im Hauptberuf Orchesterdirektor des Staatsorchester Braunschweig und Trompetensolist – nunmehr seine 10. Saison in Seesen betreut. „Die Zusammenarbeit mit Martin Weller und dem Staatsorchester Braunschweig hat es ermöglicht, dass die Reihe, die vor zehn Jahren wegen stark rückläufiger Fördermittel geschlossen werden sollte, immer noch besteht und durch das Konzept ganzheitlicher Kunst- und Kulturvermittlung ihr eigenes Profil entwickeln konnte“, stellte Heindorf erfreut fest.
Karten gibt es übrigens wie gewohnt in der Geschäftsstelle des Seesener Beobachter, Lautenthaler Straße 3, die täglich außer sonnabends und sonntags von 8 bis 12 Uhr und von 13 bis 16.30 Uhr geöffnet ist; Telefon : (05381) 93650.