Klaviertrio im Klassenzimmer

Von links: Nicholas Rimmer (Klavier), Hwa-Won Pyun (Violine) und Lena Wignjosaputro (Violoncello) .

Beeindruckendes Werkstattkonzert für Schüler des Jacobson-Gymnasiums

Mit den Mitgliedern des Leibniz-Trios kamen in der vergangenen Woche im vierten Jahr in Folge für das Internationale Musikfest Goslar-Harz verpflichtete Künstler in das Jacobson-Gymnasium. Im Rahmen des vom Lions-Clubs Seesen-Osterode geförderten Projekts „Klassik im Klassenzimmer“ gaben sie den Schülerinnen und Schülern der Oberstufenmusikkurse Einblick in ihre Arbeit und ihr Leben als Berufsmusiker.

Umrahmt wurde diese Musikstunde der etwas anderen Art mit Ausschnitten aus dem Konzertprogramm „Auf nach Wien!“, das am gleichen Abend im Bürgersaal erklang. Zusätzlich hatten die drei sympathischen Instrumentalisten zeitgenössische Musik im Gepäck: An ihr demonstrierten sie ihrer jungen Zuhörerschaft experimentelle Spieltechniken auf Violine, Violoncello und Klavier und ernteten besonders dafür große Begeisterung.
Überhaupt entwickelte sich zwischen den Ensemblemitgliedern und ihren interessierten, wissensdurstig fragenden Zuhörern schon bald ein zwangloser Dialog über Ausbildung, Karriere, Musikeralltag und Kulturbetrieb bis hin zu durchaus gesellschaftskritischen Überlegungen, warum klassische Konzerte so wenig von Jugendlichen besucht werden. O-Ton eines Schülers: „Die hören lieber so etwas wie die Filmmusik zu „Fluch der Karibik“.
Fast wäre vor lauter wechselseitigem Erzählen der kosmopolitisch angehauchten Ensemblemitglieder und Nachfragen und Diskutieren der Schüler die Musik ein wenig kurz gekommen, jedoch, so zeigte es auch die unterrichtliche Nachbereitung, diente das angeregte, kurzweilige Gespräch in diesem Fall tatsächlich als tragfähige Brücke zum musikalischen Kunstwerk. Die Schülerinnen und Schüler äußerten im Nachhinein große Hochachtung vor der Leistung und dem Können der bereits mehrfach mit internationalen Kammermusikpreisen ausgezeichneten Musiker. Und einige trauten sich am Abend sogar in das Konzert im Bürgersaal – ein Zeichen dafür, dass die Zielsetzung der Reihe, nämlich Jugendliche für Kunstmusik zu interessieren, auch in diesem Jahr wieder erfolgreich umgesetzt werden konnte.
Am Schluss der vormittäglichen Veranstaltung versprach Nicholas Rimmer, der Pianist des Ensembles, den Schülern leicht scherzhaft: „Wenn wir mal wieder in Seesen sind, spielen wir ein gemischtes Programm inklusive einer Bearbeitung von „Fluch der Karibik“ für Klaviertrio.“ Na, vielleicht hilft’s ja. Zu wünschen wäre es jedenfalls angesichts des überzeugenden Auftretens, mit dem das Leibniz-Trio in Seesen aufwartete.