Kneipp-Kindergarten kann bald Arbeit aufnehmen

Zogen eine „vorweihnachtliche Jahresabschluss-Bilanz“: Lebenshilfe-Geschäftsführer Bernward Steinkraus, Lammetal-Werkstätten-Geschäftsführerin Carolin Reulecke, Lebenshilfe-Vorsitzender Hans-Werner Ohlsen (von rechts).

Lebenshilfe Bad Gandersheim-Seesen und Lammetal-Werkstätten ziehen „vorweihnachtliche Jahresabschluss-Bilanz“

Es war, wie der 1. Vorsitzende der Lebenshilfe Bad Gandersheim-Seesen, Hans-Werner Ohlsen, treffend formulierte, eine „Sitzung der etwas anderen Art“, zu der er die Mitglieder des Vorstandes und die der Beiräte, aber auch einige Gäste eingeladen hatte. In vorweihnachtlich geprägter Atmosphäre wollte man im Rahmen der wohl letzten Zusammenkunft in diesem Jahr noch einmal eine kurze Bilanz der in den abgelaufenen Monaten freigesetzten Aktivitäten ziehen, über die aktuelle Situation informieren, geplante Vorhaben skizzieren und vor allem all denen danken, die abermals „engagiert und mit ganzer Kraft ihren Beitrag dazu leisteten, dass auch im Jahre 2012 die Erfolgsstory der Lebenshilfe Bad Gandersheim-Seesen kontinuierlich fortgeschrieben werden konnte“.
Vor diesem Hintergrund nahm Ohlsen, dessen besonderer Gruß übrigens der Geschäftsführerin der Lammetal-Werkstätten in Lamspringe, Carolin Reulecke, galt, zunächst die Gelegenheit wahr, im Verlauf seines Rückblicks unter anderem an den Ausbau der deutsch-polnischen Schulpartnerschaft und die Einweihung der Tagesförderstätte in Lamspringe, an die Teilnahme am Aktionstag der Lebenshilfe Niedersachsen in Hannover und an der Bundesversammlung in Marburg, an den Festakt anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Lebenshilfe-Landesverbandes in Hannover sowie die Diskussionen über einen geplanten Anbau mit zwölf Wohnheim- Plätzen in Lamspringe zu erinnern. Darüber hinaus trage man sich mit dem Gedanken, einen neuen Hausprospekt zu konzipieren, um die positive Entwicklung der „Lebenshilfe“ sozusagen schwarz auf weiß und ganz aktuell auch nach außen hin zu dokumentieren.
Geschäftsführer Bernward Steinkraus wiederum ging in seinem Bericht vorrangig auf den Baufortschritt mit Blick auf den Kneipp-Kindergarten ein, mit dessen Realisierung das ohnehin schon breit gefächerte „Lebenshilfe“-Angebot nach seinen Worten „eine ganz wertvolle und zumindest regional einmalige Arrondierung erfahren dürfte“. Der Vorstand gehe davon aus, dass das Projekt Anfang kommenden Jahres fertiggestellt sein werde. Steinkraus: „Da die offizielle Einweihung in einem entsprechend großen Rahmen gefeiert werden soll, verständigten wir uns darauf, als Termin für die Eröffnung die Monate April oder Mai ins Auge zu fassen.“
Was schließlich die Finanzierung des ehrgeizigen Unterfanges betrifft, so hätte man einen Antrag an die „Aktion Mensch“ gestellt; zudem wurde im Verlauf der jüngsten Zusammenkunft einstimmig ein Beschluss über die Aufnahme eines Darlehens für den Kneipp-Kindergarten sowie den Umbau eines Sozialraumes gefasst.
Eine Bilanz ihrer bisherigen Arbeit als neue Geschäftsführerin der Lammetal-Werkstätten Lamspringe zog letztlich Carolin Reulecke. Sie räumte bei dieser Gelegenheit ein, dass sie sich „einen erfreulicheren Start gewünscht“ hätte, und erinnerte daran, dass es bekanntlich bei einigen Firmen, für die die Lammetal-Werkstätten als Zulieferer tätig sind, Schwierigkeiten gegeben habe. Sie wies aber auch darauf hin, dass man sich massiv um die Kooperation mit neuen Partnern bemüht habe, um die Situation wieder in den Griff zu bekommen.
Im Übrigen verstehe man sich als „ein Unternehmen mit sozialem Auftrag“, betonte die neue Geschäftsführerin. Und das bedeute, sich bietende Rationalisierungsmöglichkeiten auszuloten und nach Wegen zu suchen, Kosten einzusparen; das bedeute aber auch, dass diese Schritte keinesfalls zu Lasten der Mitarbeiter gehen dürften. „Wenn die Lammetal-Werkstätten Überschüsse erzielen, so werden diese zur Steigerung der Attraktivität eingesetzt“, sagte Carolin Reulecke. Als ein gutes Beispiel dafür nannte sie die Finanzierung der Tagesförderstätte, die im September eingeweiht wurde. Die noch durch ihren Vorgänger Lothar Hampe initiierte Förderstätte sei nach ihren Worten ein „Highlight“, das im weiten Umkreis seinesgleichen suche. Hier würden nämlich erwachsene Menschen mit hohem und sehr hohem Assistenzbedarf betreut, also Menschen mit mehrfacher Schwerstbehinderung.
Abschließend ging die Lamspringer Geschäftsführerin noch auf die Wohnheim-Situation ein. Die Auslastung zu gegenwärtig 96 Prozent sei einerseits zwar erfreulich, signalisiere auf der anderen Seite aber auch, dass der Bedarf noch lange nicht abgedeckt sei. Denn selbst der noch für dieses Jahr vorgesehene „erste Spatenstich“ für einen Anbau in Lamspringe mit zwölf Plätzen zeitige leider keine wesentliche Entlastung, da durch erforderliche Umbaumaßnahmen im Haupthaus – so etwa durch die Umstellung von Doppelzimmern auf Einzelzimmer – Plätze verloren gingen. Daher würden jetzt Überlegungen anstehen, auf welche Weise man die Situation verbessern könnte.