Körperverletzung: Seesener (22) kommt mit Geldstrafe davon

36-Jähriger verfällt der Spielsucht und begeht Betrug in 23 Fällen

Messer oder kein Messer – das war hier die Frage. Wegen gefährlicher Körperverletzung stand am Dienstag ein 22-jähriger Seesener vor dem Amtsgericht. Laut Strafbefehl hatte der junge Mann am 11. Dezember vergangenen Jahres einem 17-Jährigen mit der Faust und einem darin befindlichen Feuerzeug als Schlagkraftverstärker in das Gesicht geschlagen, so dass der 17-Jährige Nasenbluten davon trug. Weiterhin habe der Seesener ein Messer gezogen und damit versucht, dem 17-Jährigen in den Bauch zu stechen.
Während der Beweisaufnahme konnten die Zeugen den Vorfall nicht genau aufklären — Der Tatverlauf stellte sich in jeder der vier Aussagen anders da. Der Angeklagte und drei der Zeugen erklärten, dass kein Messer im Spiel gewesen sei. Grund für den Wutausbruch des 22-Jährigen waren Gerüchte, aus denen hervorging, dass der 17-Jährige an den Grabschändungen auf dem Seesener Friedhof im vergangenen Jahr beteiligt gewesen sei. Laut Zeugenaussagen und der Einlassung des Angeklagten hatte dieser nicht mit der Faust, sondern lediglich mit der flachen Hand in das Gesicht des 17-Jährigen geschlagen. Der Geschädigte selber konnte kaum Aussagen zum Tatvorwurf äußern, da er sich laut eigener Aussage nach so langer Zeit nicht mehr an den Vorfall erinnern könne.
Da nicht mit Sicherheit gesagt werden konnte, ob der Angeklagte tatsächlich mit einem Feuerzeug in der Faust zugeschlagen hat und ob ein Messer gezückt wurde, bestätigte sich der Tatvorwurf im Laufe der Verhandlung nicht.
Für die Staatsanwaltschaft stand jedoch fest, dass es sich um vorsätzliche Körperverletzung gehandelt habe. Da der Seesener bis November 2011 eine Bewährungsstrafe verbüßt, fiel die Geldstrafe in Form von 70 Tagessätzen zu jeweils acht Euro nicht unerheblich aus.
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Seine Spielsucht wurde einem 36-Jährigen Vorharzstädter zum Verhängnis. Der Seesener musste sich am Mittwoch wegen des Tatvorwurfes des Betruges vor dem Seesener Amtsgericht zu verantworten hatte. Der Seesener hatte sich bislang nichts zu Schulden kommen lassen, war nun jedoch wegen gleich 23 Straftaten vor Gericht geladen. Was war geschehen?
In der Zeit vom 4. November bis Ende Dezember vergangenen Jahres hatte der 36-Jährige insgesamt 23 Goldmünzen bei diversen Internetauktionshäusern angeboten und verkauft, die Ware jedoch nie verschickt. Der Seesener, der der Spielsucht verfallen war, wollte mit den Straftaten nicht seinen Lebensunterhalt bestreiten, er benötigte das Geld lediglich, um seinen Spielzwang zu befriedigen. So stellte er es vor Gericht dar.
Noch Ende Dezember erkannte der 36-Jährige offenbar seinen Fehler und leistete „sofortige Schadenswiedergutmachung“.
Mit einem aufrichtigen Schreiben an die getäuschten Käufer räumte der Angeklagte seinen Fehler ein. Seit Dezember zahlt er den insgesamt 13 Geschädigten das Geld zurück, so dass ihm selber lediglich 300 Euro im Monat zum Leben übrig bleiben.
Insgesamt entstand ein Schaden in Höhe von knapp 9000 Euro, von denen bereits 3600 Euro wieder zurückgezahlt wurden. Weiterhin besucht der Seesener aus eigenen Stücken eine Suchthilfe. Wegen gewerbsmäßigen Betrugs im Zustand der verminderten Schuldfähigkeit verurteilte Richter Frank Rüger den reumütigen Mann zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.