Kommentar: Schäferhofbrücke - Jahrzehntelang geschlafen

Jahrzehntelang konnten sich die Stadt und die Anwohner nicht über die Rechtsnachfolge einigen. Nun ist es zu spät. Die Brücke kommt weg.
Seit rund 135 Jahren führt die Schäferhofbrücke über die Schildau. Sie hat in dieser Zeit schon so manchen Gefahren getrotzt und den Menschen den trockenen Weg über den Bach ermöglicht. Zuständig für den Unterhalt der Brücke fühlt sich indes seit Jahrzehnten niemand. Früher war die Domäne Bornhausen für die Instandhaltung der Brücke zuständig. Doch seit dem Untergang der Domäne sind die Besitz- und Eigentumsverhältnisse unklar. Schriftwechsel aus den 1950er und 60er Jahren sollen belegen, dass das Gerangel um die Zuständigkeit noch zu Zeiten vor der Kreisreform zwischen der Gemeinde Bornhausen und den wechselnden Besitzern des Schäferhofs tobte. Zählbare Ergebnisse brachten diese Auseinandersetzungen nicht hervor. Seither schieben sich Verwaltung und Anwohner gegenseitig den schwarzen Peter zu. Der Kampf um den Erhalt der Brücke ist ob des baulich-historischen Charakters verständlich. Dennoch bleibt fraglich, warum die Rechtsnachfolge nicht geklärt wurde?
Die Brücke scheint den Bürgern Bornhausens ans Herz gewachsen zu sein. Warum hat man es dann nicht geschafft, eine endgültige Rechtsvereinabarung herbeizuführen? Nun ist es zu spät. Die Brücke ist kapputt, und eine Sanierung unmöglich. Wer nun am Ende die Zeche für die verschlafenen Jahrzehnte zahlt, bleibt offen.