Kompletter Neubau der Silberhohl-Bühne

Bei der Firma Tuchtfeld Holzbau in Hahausen überreichten die Banker der Volksbank Seesen eG und der Braunschweigischen Landessparkasse Schecks in Höhe von jeweils 500 Euro. (Foto: Strache)

Historienfestverein ruft Firmen und Bürger zu Spenden auf / 5.000 Euro fehlen zum Ziel

Von Maximilian Strache, Seesen

Das Seesener Sehusafest ist schon seit Jahren das größte Historienfest in ganz Norddeutschland. 15.000 Besucher drängten in der Vergangenheit täglich in die Stadt, um die einmalige Kulisse und den Charme des Mittelalter-Spektakels zu genießen. Vor allem die Bühne im Bereich des Marktes wurde dem Ansturm des Publikums in den letzten Jahren nicht mehr gerecht.
„Gerade, wenn die Bands, Feuerspucker und Künstler ihre Aufführungen haben, wird es in diesem Bereich sehr eng. Einige Musiker haben uns im letzten Jahr darauf hingewiesen, dass eine Verlagerung der Auftritte auf die Freilichtbühne vor dem Amtsgericht sinnvoll wäre“, so Peter Schuster, Schatzmeister des Historien-Festvereins. Das Problem dabei ist nur, dass die Freilichtbühne kein Dach hat, das unverzichtbar für die Bands ist, da ansonsten bei Regen keine Auftritte stattfinden könnten. „Die Bands haben zum Teil sehr teure und alte Instrumente, die auf keinem Fall Feuchtigkeit ausgesetzt werden dürfen“, erklärt Schuster, „deshalb haben wir zunächst darüber nachgedacht, die alte Silberhohlbühne zu überdachen.“ Ein Vorhaben, das, wie sich schnell herausstellte, nicht umsetzbar war. Der Charakter der Freilichtkulisse sollte nicht zu Gunsten einer Bühnenüberdachung geopfert werden. Deshalb entschied sich der Vorstand des Vereins, ein neues Bühnenkonzept zu erarbeiten und die Kosten für einen Neubau zu taxieren. Wichtig war den Verantwortlichen vor allem, dass ein ergänzender Neubau den Charakter der Freilichtbühne mit den Eigenschaften einer überdachten Bühnenkonstruktion vereint.
Kein einfaches Vorhaben, das aber dank der gestalterischen und planerischen Fähigkeiten von Elisabeth Paetz-Kalich schnell klare Konturen annahm und den gesamten Vorstand des Vereins überzeugte. Die neue Bühnenkulisse erstreckt sich auf einer Breite von 28 Metern. Die überdachte Bühne, mit einer Größe von 6,25 x 4 Metern, wird auch den Ansprüchen der Mittelalterkombos gerecht, die meist sechs oder mehr Musiker unterbringen müssen.
In diesem Zusammenhang haben die Veranstalter auch gleich ein neues Konzept zur Strom- und Lichtversorgung der Bühne erarbeitet. Die Kabel sollen nicht wie früher über der Erde liegen, sondern in unterirdischen Kabelkanälen verlaufen. Die Gesamtkosten für alle Maßnahmen des Bühnenneubaus und der Erdverkabelung liegen bei 30.000 Euro. Geld, das der vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannte Verein nicht alleine aufbringen kann. Zwar kann sich das Organisationsteam der Unterstützung des Städtischen Bauhofes sicher sein. Doch allein diese Hilfe reicht nicht aus, um ein derart umfangreiches Vorhaben umzusetzen.
Durch einen Hinweis ist der Vorstand dann auf die Stiftung der Nord LB/Öffentliche aufmerksam gemacht worden. Die Bewerbung um Fördergelder fruchtete. Im Rahmen des Frühlingsfestes überreichten die Stiftung Nord LB/Öffentliche und Bürgermeister Hubert Jahns im Namen der Stadt Seesen jeweils 10.000 Euro. Das Geld bekam der Verein unter der Maßgabe, das restliche Drittel, 10.000 Euro, selbst beziehungsweise über Sponsoring bereitzustellen.
Peter Schuster suchte in der Folge zu über 100 lokalen Unternehmen den Kontakt, um die Finanzierung sicherzustellen. Doch nur ein Bruchteil der angeschriebenen Unternehmen reagierte überhaupt auf die Anfrage des Schatzmeisters. „Die Resonanz der örtlichen Unternehmen hat mich enttäuscht. Nur wenige Firmen haben sich bereits an der Finanzierung beteiligt oder ihre Unterstützung zugesagt. Gelder flossen bisher nur von der Firma Wagemann, den Asklepios Kliniken Schildautal, dem Bestatter Schmidt, dem Elektronikfachgeschäft expert Riedel- und Neumann, Wandelt & Starp und der Pülm Reisen GmbH. Sachspenden haben wir vom Hagebaumarkt und der Firma einzA erhalten“, so die ernüchternde Bilanz von Schuster.
Die größten Sponsoren sind die Braunschweigische Landessparkasse, die Volksbank Bad Gandersheim/Seesen eG und die Firma Tuchtfeld aus Hahausen, die den Bau der Bühne verantwortet. Die beiden Banken beteiligen sich mit jeweils 500 Euro. Die Firma Tuchtfeld, kommt dem Verein bei den Baukosten entgegen und hat ihrerseits 1.000 Euro gespendet. „Ich bin sehr froh über den reibungslosen Ablauf mit der Firma Tuchtfeld. Ohne die tatkräftige und fachkundige Unterstützung dieses Unternehmens hätten wir das Projekt vermutlich nicht in dieser Form umsetzten können“, erklärt Peter Schuster.
Seit etwa fünf Wochen schrauben die Mitarbeiter der Holzbaufirma inzwischen an der neuen Bühnenkonstruktion. „Die Haltbarkeit des Materials und die Stabilität der gesamten Konstruktion sind nicht mehr mit den weiteren Kulissen des Festes vergleichbar“, sagt Lars Nitsche von Tuchtfeld Holzbau. Die Bühne lässt sich mit einfachen Handgriffen in ihre Einzelteile zerlegen. Der Transport der Teile ist somit kein Problem mehr. Gelagert wird die Bühne nach Abschluss des Festes auf dem Gelände der Firma Ardagh. Dort hat der Verein zusätzliche Lagerflächen angemietet.
Für den künstlerischen Part zeichnet Elisabeth Paetz-Kalich verantwortlich. Mit viel Liebe zum Detail gestaltet sie die Kulisse und die Bühne. Viele Stunden arbeitet sie täglich mit Pinsel und Farbe an den Bühnenteilen. Ein riesiger Aufwand.
Peter Schuster hofft, dass sich noch einige Firmen und auch Bürger an der Finanzierung der neuen Bühne beteiligen. Bisher hat der Verein 5.000 Euro an Spenden bekommen. Es fehlen also noch weitere 5.000 Euro. „Jeder Euro ist willkommen. Und wer eine Spendenquittung möchte, bekommt die auch. Einfach auf der Überweisung angeben“, so Schuster.

Gespendet werden kann auf das Konto des Historienfestvereins Seesen (Kontoinhaber) bei der Volksbank Seesen eG.

Kto.Nr.: 1000623000
Blz: 27893760
Stichwort: Spende Kulisse