Konglomerat an Themen zeigt, wo die Aufgaben liegen

Das Trio Sax & Schmalz mit Jan Fritsch, Penny Penski und David Jehn umrahmte den Neujahrsempfang musikalisch.
 
Bürgermeister Erik Homann hielt die Neujahrsansprache 2013.

Beim Neujahrsempfang der Stadt Seesen greift Bürgermeister Erik Homann alle Facetten des gesellschaftlichen Zusammenlebens auf

Diese Themen beschäftigen die Stadt allgegenwärtig: Demografischer Wandel und Einwohnerschwund, Wirtschaftsförderung und neue Gewerbegebiete, Stadtsanierung oder Ganztagsschule – das Konglomerat an Themen, die Bürgermeister Erik Homann beim Neujahrsempfang 2013 der Stadt Seesen aufgriff, war durchaus vielschichtig. In etwas mehr als 30 Minuten fasste der Bürgermeister die wichtigsten Themen, die Seesen in den vergangenen zwölf Monaten beschäftigt haben und auch über den Jahreswechsel hinaus noch beschäftigen werden, zusammen.
Zunächst aber wollte sich Homann nicht falsch verstanden wissen. „Ich begrüße hier und heute jeden gern per Handschlag“, so Homann als Reaktion auf eine Ankündigung im „Beobachter“ auf diverse Neuerungen beim Neujahrsempfang. Launig begrüßte er SPD-Chef Sigmar Gabriel, der sich dezent im Hintergrund aufhielt. Sowohl Homann als auch Gabriel hatten im vergangenen  Jahr Nachwuchs erhalten – auch das war ein kleiner Rückblick auf 2012. Ansonsten ging es natürlich eher ernsthafter zu.
Dass die Stadt Seesen den demografischen Wandel kaum und die wirtschaftliche Entwicklung ebenfalls nur bedingt beeinflussen kann, machte Homann an einem Beispiel deutlich, das sicherlich als eine Enttäuschung aus dem vergangenen Jahr hängen geblieben ist. Ein großer us-amerikanischer Investor wollte in Seesen ansiedeln und mehrere Hundert Arbeitsplätze entstehen lassen. Man habe als Stadt alle Hebel in Bewegung gesetzt, leider hat sich der Investor aufgrund internationaler Entscheidungen dann aber wieder zurückgezogen, das Projekt vorerst nicht weiterverfolgt.

„Fördergelder für den
Abriss waren richtig!“


Die Attraktivität als Wirtschaftsstandort soll durch eine Ausweisung neuer Gewerbegebietsflächen an der A7 gesteigert werden. Das ehemalige Gewerbegebiet „Meerpumpenkamp“ wurde verkauft, nun soll ein besserer Standort an der Autobahn ausgewiesen werden. Darüber hinaus entsteht im „Meerpumpenkamp“ ein großer Photovoltaik-Park – die Verträge liegen unterschrifsreif vor.
Das neue Einzelhandelskonzept und die Förderung des Meinecke-Abrisses durch öffentliche Mittel verteidigte Homann ebenfalls und bezeichnete beide Entscheidungen als richtig. Beim Einzelhandelskonzept hätte man sich für die Peripherie geöffnet, um Geschäfte, die ohnehin nicht in die Innenstadt gehen würden (Beispiel „Jeans Fritz“) in Seesen zu halten oder neu zu bekommen. Auch die Förderung mit maximal 83.000 Euro aus städtischen Mitteln des Abrisses beim Meinecke-Areal sei eine vertretbare Entscheidung, da die Fördermittel im Vergleich zu den privaten Investitionen in einem guten Verhältnis stehen.
Die Stadtsanierung schreite voran, die Bürger Seesens sind aufgerufen, sich mit Ideen hier einzubringen.
Erfreulich sei, dass das Konzept der Ganztgasschulen in die Tat umgesetzt werden konnte. Wenn Rhüden nachzieht, werden alle vier Grundschulen im Seesener Stadtgebiet als Ganztagsschule eingerichtet. Außerdem können in diesem Jahr 40 Prozent der Kinder unter drei Jahren mit einem Kindergartenplatz versorgt werden.
Das Thema Fusion ruht derzeit – vor der Landtagswahl geschehe hier nichts mehr. Die geführten Gespräche beispielsweise mit der Samtgemeinde Lutter liegen derzeit auf Eis.
Auch auf die Vereine ging der Bürgermeister ein – und hier natürlich insbesondere auf das Jubiläum anlässlich des 150-jährigen Bestehens des MTV Seesen. Vereine und Angebote aus dem Ganztagsschulkonzept seien da sogar förderlich.
Weitere Themen, die Homann in seinen Ausführungen streifte, waren neben der Fußball-EM und dem Band-Contest unter anderem das Sehuasfest und die Gewerbeausstellung. Zur Ausstellung wurden Bilder aus dem vergangenen Jahr gezeigt – unterlegt mit Musik (Geier Sturzflug / „Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt“). Alles in allem also ein bunter Strauß Themen, die zeigen, womit sich die Stadt Seesen Anfang des Jahres 2013 beschäftigt und zukünfitg noch beschäftigen wird.
Was die Wirtschaftsgespräche betrifft, so wies Homann darauf hin, dass diese auf das Frühjahr vorverlegt werden. In diesem Zusammenhang wies Homann auf den Innovationspreis hin. Mit diesem Preis sollen interessante Geschäftsideen hervorgehoben und ausgezeichnet werden. Dabei sind nicht nur besondere technologische Innovationen oder umfangreiche Geschäftsmodelle in den Fokus zu stellen. Insbesondere die positiven, unerwarteten Leistungen und Angebote der Seesener Betriebe sollen hervorgehoben und bekannt gemacht werden. Im Rahmen des Wirtschaftsgesprächs 2013 werden die Preisträger mit ihrem Projekt vorgestellt. Jeder kann eine gute Idee für den Innovationspreis vorschlagen. Natürlich kann man später auch seine eigene Idee nominieren. Vorgeschlagen werden können Betriebe mit einer Idee aus dem gewerblichen Bereich, die sich bereits in der Umsetzung befindet. Vorschläge können bei der Stadt Seesen eingereicht werden. Einsendeschluss ist der 15. Februar.