Konzertbesucher in Carpentras tief beeindruckt

Bei dem Konzert im Hof der Charité in Carpentras herrschte eine tolle Atmosphäre.
 
Katharina Hoyer probte gemeinsam mit Schülern unermüdlich.

52 junge Musiker aus vier Nationen hatten sich unter dem Namen „Europa Musica“ zu Orchester vereint

Seesen (bo). Im Juli fand im Hof der Charité, einem Kulturzentrum in der französischen Partnerstadt Carpentras, unter hochsommerlichem Himmel ein Konzert der besonderen Art statt. 52 junge Musiker aus vier Nationen hatten sich unter dem Namen „Europa Musica“ zu einem Orchester vereint. Mittendrin eine gemischte Gruppe aus Schülern der Seesener Realschule und des Jacobson-Gymnasiums. Musikalisch und pädagogisch wurden die 14 Jungen und Mädchen von Thomas Windolf, Lehrer am Jacobson-Gymnasium und Leiter der Blasmusik AG, sowie Katharina Hoyer, Musiklehrerin an der Musikschule Goslar, betreut.
Der Vorsitzende des Seesener Partnerschaftsvereins Club Carpentras, Friedrich Orend, kümmerte sich um Organisation und Kommunikation. Das Konzert setzte sich aus zwei Teilen zusammen. Zunächst stellten sich die einzelnen Gruppen aus Camaiore (Italien), Carpentras (Frankreich), Seesen (Deutschland) und Vevey (Schweiz) mit einem eigenen Repertoire vor. Danach wurde (von dem Gesamtorchester) ein eigens für diesen Tag komponiertes Stück gemeinsam uraufgeführt.
Die Konzertbesucher zeigten sich von der Leistung der jungen Musiker, die sich vorher nicht gekannt hatten und nun nach vier Tagen Proben, zum ersten mal zusammenspielten tief beeindruckt. Der Bürgermeister von Carpentras, Francis Adolphe, selbst Saxophonspieler, gratulierte Friedrich Orend nach dem Konzert zu den Seesener Musikern, die im eigenen Repertoire herausragende Einzel­leis­tungen gezeigt hatten. Dieser grandiose Erfolg war allerdings nicht geschenkt, sondern in den vergangenen Tagen von den jungen Leuten hart erarbeitet worden. Mit einer schon unglaublichen Konzentration und Disziplin hatten sie unermüdlich geprobt und teilweise auf ihre schon von vornherein allzu knapp bemessene Freizeit verzichten müssen. Der Erfolg war aber auch dem fähigen und einfühlsamen Musiker und Komponisten Eric Breton zu verdanken, der seine Komposition mit den jungen Musikern selbst einstudiert und im Konzert auch dirigiert hatte.
Wie ist es zu diesem Konzert gekommen? Ein Blick zurück: Es war Alain Craponne, der Präsident des Partnerschaftsvereins von Carpentras „Comité de Jumelage“ und vielen Seesenern als „Entenbrustbrater“ am Franzosenstand auf dem Seehusa Fest wohlbekannt, der die Idee zu „Europa Musica“ auf den Tisch legte. Junge Musiker aus den drei Partnerstädten von Carpentras Camaiore, Seesen und Vevey sollten eine Woche lang gemeinsam mit jungen Carpentrasciens zusammen leben, musizieren und die Kultur und Heimat des jeweiligen Gastgebers kennenlernen. Denn das Projekt läuft über fünf Jahre reihum in allen beteiligten Städten. Höhepunkt ist immer ein Abschlusskonzert, in dem eine neue Komposition oder Arrangement vorgestellt werden soll.
Der Club Carpentras begab sich also auf die Suche nach Partnern und fand bei der Leiterin der Seesener Realschule, Annegret Tuchtfeld, sowie dem Schulleiter des Jacobson-Gymnasiums, Stefan Bungert, offene Ohren. Stefan Bungert machte „Europa Musica“ gar zum Schulprojekt und räumte damit endgültig den Weg frei. Lag doch die Woche vom 9. bis 14. Juli in Niedersachsen noch in der Schulzeit.
Das nächste „Europa Musica“ wird im Sommer 2013 in Seesen stattfinden. Gilt es doch das 20-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft mit Carpentras würdig zu begehen.