Krankenhäuser – ver.di will Antworten

ver.di Süd-Ost-Niedersachsen fordert politische Unterstützung von den örtlichen Bundestagskandidaten für genug Personal in Krankenhäusern und Kliniken in der Region. Der ver.di-Ortsverein Seesen will eine Podiumsdiskussion am 28. August unter anderem nutzen, um die Bundestagskandidatinnen und -kandidaten des Wahlkreises auf die Interessen der Beschäftigten hinzuweisen und für eine gute Versorgung der Patienten der Asklepios Klinik Seesen einzustimmen.

Weit vor der Bundestagswahl auf Personalmangel und mangelnde Patientenversorgung hingewiesen

Die Vereinte Dienstleis­tungsgewerkschaft ver.di macht weit vor der Bundestagswahl bereits Druck für eine bundesweite gesetzliche Personalbemessung in den Krankenhäusern und für den Erhalt der entsprechenden Regelung in den Psychiatrischen Kliniken. Dazu hat die Gewerkschaft jetzt alle Bundestagsabgeordneten und Direktkandidaten der Region Braunschweig-Wolfsburg aufgefordert, sich nach der Bundestagswahl in der kommenden Legislaturperiode dafür einzusetzen. Auch deren Antworten will die Gewerkschaft in den Krankenhäusern bekannt machen.

ver.di: „Gegen die Finanznot – für mehr Personal in
den Krankenhäusern“


Der Personalmangel gefährde nach Erkenntnissen der Gewerkschaft immer häufiger die Patientenversorgung. Die Zahl der Gefährdungsanzeigen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter habe in den letzten Jahren erheblich zugenommen. „Es muss eine gesetzliche Regelung her“, sagte ver.di-Sprecher Jens Havemann. „Mehr Geld für Krankenhäuser ist dringend notwendig, es muss aber auch an der richtigen Stelle eingesetzt werden.“
In einer Aktionswoche vom 15. bis 19. April hatte die Gewerkschaft in sieben Krankenhäusern der Region mit den Beschäftigten über die Personalsituation diskutiert und dabei nach eigenen Angaben „große Zustimmung zur Forderung nach einer gesetzlichen Personalbemessung erfahren“. Allein in den fünf Tagen hätten sich über 2000 Beschäftigte der Forderung nach einer gesetzlichen Mindestregelung angeschlossen.
Unter den Beschäftigten der Krankenhäuser in der Region wachse die Unruhe wegen der stetig wachsenden Arbeitsbelastung. ver.di prangert an: „Es fehlt jede fünfte Stelle. Immer häufiger erkranken auch die Beschäftigten selbst. Patienten werden immer öfter unzureichend versorgt. Die schlechten Arbeitsbedingungen schrecken den Nachwuchs ab. Auch leide die Hygiene, wenn für die Reinigung eines Patientenzimmers nur noch drei Minuten vorgesehen seien.“
„Das Wohlergehen von Patienten und Beschäftigten dürfe nicht von betriebswirtschaftlichen Kriterien abhängig gemacht werden“, so Charly Gottschalk. Deshalb werde der ver.di-Ortsverein Seesen die Podiumsdiskussion am 28. August unter anderem nutzen, um die Bundestagskandidatinnen und -kandidaten des Wahlkreises auf die Interessen der Beschäftigten und für eine gute Versorgung der Patienten der Asklepios Klinik Seesen einzustimmen.