Krönender Abschluss des MTV-Jubiläumsjahres

Mit ihrem Weihnachtskonzert bereiteten die Musikerinnen und Musiker des Sinfonischen Blasorchesters dem MTV-Jubiläumsjahr einen krönen Abschluss. (Foto: Sander)

Sinfonisches Blasorchester begeistert in der Aula am Schulzentrum / Von James Bond bis zur Lindenstraße

Am Donnerstag, 27. Dezember, dem sogenannten „dritten Weihnachtstag“, fand in der Aula des Schulzentrums an der St.-Annen-Straße das Weihnachtskonzert des Sinfonischen Blas­orchesters des MTV Seesen statt (der „Beobachter“ berichtete bereits darüber). Dieses Konzert bildete den Abschluss der Jubiläumsfeierlichkeiten, die der MTV aus Anlass seines 150-jährigen Bestehens in diesem Jahr feiern konnte.
Dem Orchester, dem fälschlicherweise nachgesagt wird, es spiele „viel zu ernst“, bot sich damit die gute Gelegenheit, etwas gegen dieses vermeintliche Vorurteil zu unternehmen. Mit einem Programm, das keine Wünsche offen ließ, bewies es, dass viel zu „ernst“ jetzt vorbei ist. Wollte man die vielen Veranstaltungen in der Festwoche, sowie in den vorausgegangenen und nachfolgenden Monaten, lediglich mit einem weiteren Highlight in der Vereinsgeschichte des MTV krönen, ihnen quasi das noch fehlende Tüpfelchen auf dem „i“ verleihen, so gelang es den Musikerinnen und Musikern unter der Stabführung von Nicolas Köb, das Jubiläumsjahr an diesem Abend mit einem wahrhaft krönenden Abschluss zu beenden.
Von Moderator Michael Koch gekonnt durch das Programm geführt und von ihm mit den einzelnen Musikstücken exzellent vertraut gemacht, startete zunächst das Jugendorchester unter der Leitung von Bernd Götze mit dem Hogwarts’-Marsch aus „Harry Potter“ in den Abend. Danach betrat Nicolas Köb das Dirigentenpult. Er war kurzfristig eingesprungen für den erkrankten Dirigenten Thomas Toppel und bewies erneut recht eindrucksvoll seine musikalischen Fähigkeiten, haben ihm doch nur etwa 14 Tage Zeit zur Verfügung gestanden, sich mit dem Programm vertraut zu machen und die Musiker auf seine Linie einstimmen zu können.
Neben den Bearbeitungen klassischer Musik stand mit der 1911 entstandenen „Second Suite in F“ von Gustav Holst eine der wohl berühmtesten Kompositionen für sinfonische Blasmusik am Anfang des ersten Konzertteils. Es folgten humorvolle Bearbeitungen von Tschaikovsky’s Nussknacker-Suite, der „Lyrische Walzer“ aus der Jazz-Suite von Shostakovich, sowie traditionelle englische Volkslieder, unter ihnen das bekannte „Greensleeves“. Nach der „Discovery Fantasy“ von de Haan ging es in die Pause.
Im zweiten Teil des Konzerts drehte sich alles um Musik aus den Fernsehserien der achtziger Jahre und früher. Wer es noch kennt, weiß sicherlich noch um das Geschehen auf der „Ponderosa“ aus der Western-Serie „Bonanza“, sah vielleicht auch Vater Ben Cartwright, den Dicken Hoss, Little Joe, Adam oder sogar den chinesischen Koch Hop Sing wieder vor seinem geistigen Auge durch die Weiten des amerikanischen Westens reiten. Oder fieberte beim „TV-Kultabend“ mit, ob „James Bond“ zusammen mit Frau Kling aus der „Lindenstraße“ (gespielt von Inge Dannemann) in der „Schwarzwaldklinik“ (hier agierte Rolf Dannemann als Prof. Brinkmann) von „Derrik“ erwischt wird.
Wer sich von den Konzertbesuchern an dem kleinen Weihnachtskonzert-Quiz beteiligte und die richtige Reihenfolge angeben konnte, in der „Derrik“, „Schwarzwaldklinik“, „Wetten dass… ?“, „Herzblatt“, „Das aktuelle Sportstudio“, „Lindenstraße“, „Eurovisionsmelodie“, „ARD Tagesschau“ oder „Traumschiff“ gespielt wurden, hat Aussicht, unter den glücklichen Gewinnern für dreimal zwei Freikarten für das Kirchenkonzert in der St.-Andreas-Kirche zu sein.
Nach dem „Pink Panther Theme“ (wie er, so kommt auch das Sinfonische Blasorchester wieder – keine Frage) klangen auch noch die frechen Klänge von „Pippi Langstrumpf“ durch die Aula. Danach war zwar das offizielle Konzertprogramm beendet, doch ohne weitere Zugaben, die das restlos begeisterte Publikum einforderte, kam Nicolas Köb nicht davon. Und weil kein Weihnachtskonzert des Sinfonischen Blasorches­ters des MTV Seesen ohne „Guten Abend – gute Nacht„ beendet werden kann und die Besucher nicht ohne diesen lieben Wunsch nach Hause entlassen werden können, erklang auch noch dieses Lied.
Vereinsvorsitzender Kai Labenski brachte es auf den Punkt, als er sich bei den Ausführenden für dieses wundervolle Konzert bedankte und mit den Worten schloss, dass dieses der wirklich krönende Abschluss des erfolgreich verlaufenen MTV-Jubiläumsjahres gewesen ist. Wer es nicht besucht hat, ist selber schuld.