Kulturelle Vielfalt im Bürgerhaus

Zahlreiche Besucher waren zum Offenen Sprachcafé ins Bürgerhaus gekommen. Auch die drei Jungs hatten viel Spaß.
 
Dilan Haji, ihre Tochter Merkel und ihr Mann Yousef Shikhmous trafen beim Offenen Sprachcafé Seesens Bürgermeister Erik Homann (von links nach rechts). Seit einem Monat lebt die Familie in der Sehusastadt.

Seesen beteiligte sich an der Interkulturellen Woche im Landkreis / Auch Merkel ist mit dabei

Ludmila Heilmann ist stolz auf ihre Schützlinge. 

Was die Asylbewerber an diesem besonderen Tag auf die Beine gestellt haben, beigeistert nicht nur die Integrationsbeauftragte der Stadt Seesen. „Super lecker, ich bin von der Vielfalt der angebotenen Speisen beeindruckt“, war an diesem Tag im Seesener Bürgerhaus mehrfach zu hören. Für die Interkulturelle Woche im Landkreis Goslar hatte der Arbeitkreis Integrations-Treff (AKIT) sein Sprachcafé zum offenen Treff erklärt. Bei Aktiven und Besucher kam das sehr gut an.
Die Räume der Jugendfreizeitstätte, wo sich die Sprachcafé-Teilnehmer jeden Montag treffen, wären aus allen Nähten geplatzt. Mit einer großen Portion Neugier waren die Besucher gekommen. Vor Ort konnten sie auf Tuchfühlung mit fremden Kulturen gehen. Wie erwähnt hatten die Aktiven einiges vorbereitet, darunter afghanische und syrische Speisen gekocht. Einige riefen sogar Ludmila Heilmann an, ob sie die Frauen nicht mit dem Auto abholen könnte. Denn sie hätten so viel gekocht, dass sie es zu Fuß nicht schaffen, erzählte die Integrationsbeauftragte. Alle Teilnehmer des AKIT hatten hier eingebracht – von den Spätaussiedlern, die schon jahrelang in Seesen leben, bis zu den Asylbewerbern.
Dieses Engagement macht Ludmila Heilmann sehr stolz. Zudem nutzte die Leiterin des AKIT die Veranstaltung, um einmal Danke zu sagen. „Einen besonderen Dank möchte ich all den Menschen aussprechen, die seit dem vergangenem Jahr durch eine Patenschaft, ehrenamtliche Arbeit, Patenbegleitung, Sprachmittlung oder Sprachunterricht mitgeholfen haben, die Situation für die Flüchtlinge zu erleichtern“, sagte Ludmila Heilmann.
Wer eine Fremdsprache lernt, kann sich vorstellen wie schwer es für die Akteure sein muss. Vor allem dann noch laut während eines Theaterstücks in der fremden Sprache zu sprechen. Hildegard Reinecke gibt Deutschunterricht. Schon mehrfach brachte die Mechtshäuserin Theaterstücke auf die Bühne. Mit ihrem Fortgeschrittenen-Kurs erarbeitete sie ein paar Szenen zum Thema Integration. Dabei zeigten die Schauspieler wie wichtig Sprache ist. Und Pünktlichkeit. „Die hilft beim Job”, war zu hören.
Auch musikalisch hatte dieser abwechslungsreiche Nachmittag einiges zu bieten. Mit seiner Gitarre begleitete Frank Bleyer ein achtjähriges Mädchen. Seit acht Monaten lebt sie mit ihren Eltern in Deutschland. Jetzt sang sie das Titellied von Pippi Langstrumpf in Deutsch. Zudem präsentierten sich der HilDe-Chor und die Zittergruppe.
Seit einem Monat leben Yousef Shikhmous, seine Frau Dilan Haji und ihre gemeinsame Tochter Merkel in der Sehusastadt. Das Mädchen ist in Syrien geboren. Als Dank für die deutsche Hilfe gab das Ehepaar ihrer Tochter den Nachnamen der deutschen Bundeskanzlerin. Derzeit wartet die Kleinfamilie darauf, dass sie als Flüchtlinge anerkannt werden. „Uns gefällt es hier sehr gut”, sagen sie.
Noch bis Sonnabend, 15. Oktober, gibt es zahlreiche Veranstaltungen im Rahmen der Interkulturellen Woche im Landkreis Goslar. Alle Veranstaltungen wie die Seesener stehen unter dem Motto „Vielfalt. Das Beste gegen Einfalt”. Alle Veranstaltungen sind kostenlos. Ein Großteil findet in der Stadt Goslar statt. Weitere Informationen zum Programm im Landkreis gibt es im Internet unter www.interkulturellewoche.de.