„Kulturelle Vielfalt in Region erhalten“

Haupterkennungsmerkmale der Stadt: Die Geschichte Steinways sowie Israel Jacobson interessierte Almuth von Below-Neufeldt. (Foto: Kiehne)
 
Die Kulturbeauftragte der FDP-Landtagsfraktion, Almuth von Below-Neufeldt, ließ sich die kulturelle Vielfalt Seesens näher bringen. Friedrich Orend gab Einblicke im Städtischen Museum. (Foto: Kiehne)

Almuth von Below-Neufeldt war zu Gast/ Freidemokraten tauschen in Seesen Ideen aus

Im Rahmen des Informations- und Ideenaustausches mit Almuth von Below-Neufeldt (FDP) am vergangenen Freitag informierte Thorsten Scheerer zunächst zum Thema „Kulturelle Entwicklung und Zukunft in Seesen".

Dazu trafen sich im Bürgerhaus einige Freidemokraten, darunter unter anderem auch Karl-Joachim Schäfer vom FDP-Ortsverband sowie Matthias Lüttge, dem Landtagskandidaten der FDP im Wahlkreis 13.
Beim Stadtmarketing Seesen ist Thorsten Scheerer mittlerweile im Bereich Kultur und Jugend tätig. Für das neue Projekt „Jacobson-Haus Seesen¡ ist er mitverantwortlich, über das er die Gäste jetzt aufklärte. Die grundlegende Idee liege darin, dass das Bürgerhaus zum „Jacobson-Haus“ und somit zu einer Kultur-Stätte werde. Allgemein gehe es wohl darum, die kulturelle Vielfalt in der Region zu erhalten, so Thorsten Scheerer.
Im Zentrum stünde die Frage, wie die Kommune hierbei zu einer positiven Entwicklung beitragen kann und auch, welche Möglichkeiten es auf Landesebene gebe. Es werde überlegt, sämtliche Projekte ins Leben zu rufen, um die kulturelle Entwicklung zu unterstützen. So könne es ermöglicht werden, eine engere Vernetzung zwischen kulturellen Einrichtungen und Verbänden zu schaffen.
Hinter der Idee des Jacobson-Haus-Projektes seien jedoch nicht nur inhaltliche Veränderungen, sondern nebensächlich auch Umgestaltungen im Hause geplant. „Die Räumlichkeiten werden oft nicht optimal genutzt", erklärte Thorsten Scheerer. Für einen besseren Überblick sei somit auch eine bessere Umverteilung im Hause wichtig. Möglicherweise könne das Haus barrierefrei hergerichtet und dem Bürgerhaussaal ein Foyer hinzugefügt werden. Grundkern des kulturellen Gedankens sei aber nicht nur die Flüchtlingsintegration. „Es sollen alle die Möglichkeit zu einem vernünftigen Zusammenleben haben“, begründete der Vorstand des Stadtmarketings.

Historische Aspekte im Städtischen Museum


Damit die Kulturbeauftragte der FDP-Landtagsfraktion nun auch mehr über die Geschichte Seesens erfahren konnte, machten die Freidemokraten anschließend noch einen Abstecher ins Städtische Museum. Dort ging Museumsleiter Friedrich Orend größtenteils auf die Geschichte Steinways und Jacobsons ein. Auch über die Entwicklung der Konservenindustrien rund um Seesen berichtete er. Die Intention der Museumsführung war, den Hintergrund Seesens anzuführen und dort Zusammenhänge herzustellen.
Hinter kulturellen Aspekten wird im Museum der Wunsch gesehen, die Haupterkennungsmerkmale der Stadt überregional bekannt zu machen und somit seinen Bekanntheitsgrad zu erweitern.
Denn was es mit Steinway und Jacobson auf sich hat, ist ein wichtiger Aspekt für die Stadt Seesen. Heinrich Engelhard Steinweg fertigte 1836 seinen ersten Flügel in Seesen an.
Im Städtischen Museum wird unter anderem der erste Flügel unter dem Namen „Steinway and Sons“ ausgestellt, der in New York gebaut wurde. Anhand des Modells des Jacobs-Tempels wurde Almuth von Below-Neufeldt auch die Geschichte rund um Israel Jacobson näher gebracht. Dieser war ein jüdischer Kaufmann und Bankier sowie Vorläufer des Reformjudentums in Deutschland. Gegen den Widerstand der örtlichen christlichen Bewegung errichtete er bekanntlich im Jahre 1801 die erste jüdische Reformschule in Seesen, die Jacobsonschule genannt wurde. Auf dem Schulgelände ließ er 1810 eine Synagoge erbauen.
Den Abschluss bildete ein gemeinsames Gespräch im Café Brieske, wo noch allgemeine Themen zur Kommunalwahl besprochen wurden. Auch dem kürzlich verstorbenen Politiker der FDP, Hans-Dietrich Genscher, wurde gedacht.
Positiv überrascht verließ Almuth von Below-Neufeldt Seesen. Sie habe nun schon weitere Pläne, um die besprochenen Themen und Anregungen in Verknüpfung zu bringen.