„Ladies-Night“: Wellness, Modenschau, Bauchtanz & Travestie

Ilona Philipps moderierte die „Wellness“-Stunde.
 
„Zeigt her eure Füße...“

Ein weiteres Glanzlicht der MTV-Jubiläumswoche / „Kim“, „Roy“ & „Ricky“ lassen es so richtig krachen / Schlagerparade der besonderen Art

Als es beim MTV Seesen darum ging, bei der Feier des 150-jährigen Vereinsjubiläums die einzelnen Tage der geplanten Festwoche mit Leben zu erfüllen, war es die stellvertretende Vorsitzende Ilona Philipps, die sich dafür einsetzte, dass den vielen Frauen im Verein unbedingt ein eigener Abend, gar eine „Ladies Night“, gebührt. Und sie hatte auch schon gewisse Vorstellungen, wie dieser Abend im Einzelnen ausgestaltet werden könnte. Nun, was aus diesen Ideen geworden ist, konnten die Seesener Damen im bis auf den letzten Sitzplatz völlig ausverkauften Festzelt vor dem Jagdschloss gestern Abend „live“ erleben. Ganz vereinzelt waren aber auch einige Männer im Zirkusrund zu erblicken, die sich in diese Frauenhochburg gewagt hatten.
F. Strübel aus dem Hause „Rollala“ und ihre Mitarbeiterin demonstrierten an Modellen, die sich aus dem Publikum zur Behandlung bereit erklärt hatten, die richtige Maniküre und Pflege der Fingernägel sowie die dem jeweiligen Anlass angemessene Kosmetik. Damit die Handhabung des Puderquastes und des Lidschattens auch für alle zu sehen war, wurde dieses mit einem Camcorder aufgenommen und auf die große Leinwand projiziert. Genauso wurde verfahren, als F. Kasten an einem „männlichen Modell“ die Fußzonenreflexmassage demonstrierte oder F. Pfeil (Erawan) bei einer Besucherin die Thai-Massage anwandte.
Nach einer kurzen Pause führten dann jüngere und junggebliebene weibliche MTV-Modells die neueste und aktuellste Bade-, Sport- und Freizeitmode des Kaufhauses „Schwager“ vor, wobei Sabine Elsen die einzelnen Artikel der unterschiedlichen Herstellerfirmen professionell beschrieb, kommentierte und auch die Einzelpreise benannte. Schade, dass für dieses Event nicht auch männliche Modells den Mut aufgebracht haben, vor den Augen der hier anwesenden vielen fachkundigen Frauen über den „Laufsteg“ zu schreiten, denn auch für die Spezies „Mann“ hat „Schwager-Moden“ einiges zu bieten.
Nach so vielen schicken Sachen, die im Markthaus ins rechte Licht gerückt wurden, führten die sechs Damen der Bauchtanzgruppe „Essamara“ des MTV Bornhausen eindrucksvoll vor, dass es auch „Nabelfrei“ geht. Mit ihren tempogeladenen Tanzvorführungen und mit der entsprechenden orientalischen Musik wähnte man sich auf einem persischen Markt. Fazit: Eine tolle Darbietung der Bornhäuserinnen, die mit viel Applaus bedacht wurde.
Wenn Lachen Medizin ist, wie der Volksmund sagt, dann dürften die Besucherinnen der „Ladies-Night“ und die gedudeten „Mannsbilder“ das Zirkuszelt „geheilt“ verlassen haben. „Verursacher“ der gut einstündigen Lachattacken waren drei etwas andere „Frauen“, die die Bühne im Zirkuszelt en­terten, nämlich die Badenhäuser Travestiekünstler „Kim & Roy – mit ihrer kleinen „Schwester“ (Ricky) im Schlepptau. Das Trio kam, sang, tanzte, parodierte und eroberte die Herzen der MTV-Gäste mit einer tempogeladenen Show im Sturm. Das Programm, das Lothar („Kim“) und Thomas („Roy“) Finze mit „Ricky“ am vergangenen Donnerstag im Festzelt abspulten, erinnerte ein wenig an die jüngste „Schlagermove“ in Hamburg: Evergreens, „Ohrwürmer“ aus den Hitparaden vergangener Jahrzehnte und aktuellere „Chartbrecher“ feierten mit den Travestie-Künstlern fröhliche Urständ. Die breitgefächerte Song-Palette reichte vom „Er hat ein knallrotes Gummiboot“, das Wencke Myhre im August 1970 einen 16-wöchigen „Aufenthalt“ in den bundesdeutschen Charts bescherte, über Nana Mouskuris „Weiße Rosen aus Athen“ bis hin zu Andrea Bergs „Du hast mich tausendmal belogen“. Eine „Schlagerparade“, die die Festzeltbesucher förmlich von den Sitzen riss: Da wurde mitgesungen, geschunkelt und geklatscht, dass sich die Balken bogen. „Kim“, „Roy“ und „Ricky“ brillierten mit einem rasanten Kostümwechsel und zogen die Welt des Showbiz mit ihren Glitzertextilien kräftig durch den Kakao. „i“-Tüpfelchen der grandiosen Show waren die eindeutig-zweideutigen Anmerkungen der Travestie-Akteure, die es natürlich nicht auf der Bühne hielt – vielmehr nahmen die „Damen“ das ein und andere Bad in der Menge, bezogen das begeisterte Auditorium mit in ihre zum Schreien komischen Darbietungen ein und verabschiedeten sich mit mehreren (stürmisch geforderten) Zugaben. Kein Zweifel: Das war ein weiteres Glanzlicht der MTV-Jubiläumswoche.