Landeskirche Braunschweig plant 2012 massive Kürzungen

Oberlandeskirchenrat warnt vor der Landessynode in Goslar vor „strukturellem Defizit“

Goslar (epd). Die Evangelisch-lutherische Landeskirche in Braunschweig senkt im kommenden Jahr ihr Haushaltsvolumen. Oberlandeskirchenrat Jörg Mayer legte am Freitag der Landessynode in Goslar den Etatentwurf 2012 mit Einnahmen und Ausgaben in Höhe von knapp 78,5 Millionen Euro vor. Die Synode verabschiedete den Etat ohne längere Debatten mit großer Mehrheit.
Der Etat enthält nach den Worten Mayers massive Kürzungen unter anderem im Bau- und Bildungsbereich sowie bei den Zuschüssen für das niedersächsische Missionswerk, das Diakonische Werk und die Frauenhilfe. Der Etat 2011 hatte ein Volumen von 78,7 Millionen Euro.
Besorgt äußerte sich der Leiter der Finanzabteilung über die sinkenden Einnahmen aus der Kirchensteuer. Aufgrund des Bevölkerungsrückganges sei die braunschweigische Landeskirche davon besonders betroffen. Von 1995 bis 2010 seien die Einkünfte aus der Kirchensteuer um 27 Prozent gesunken. Das sei der schlechteste Wert einer deutschen Landeskirche.
Mayer warnte vor einem „strukturellen Defizit“. Dies werde eintreten, wenn sich die gegenwärtigen Trends fortsetzten. Danach werde die Landeskirche bis zum Jahr 2020 jährlich mindestens 1,5 Millionen weniger einnehmen, im schlimmsten Fall sogar drei Millionen Euro weniger. Diese Beträge müssten eingespart werden, um nicht die Rücklagen antasten zu müssen. Deshalb müsse der Weg der Konsolidierung mit Augenmaß weiter beschritten werden.
Nach Angaben Mayers sind 40 Prozent des Haushaltsvolumens Personalkosten, im wesentlichen die Pfarrerbesoldung. Bei einer Besoldungserhohung um zwei Prozent erhöhten sich die Personalkosten der Landeskirche um fast eine Million Euro.