Landesposaunentag 2015 zu Gast in Seesen

Mit Posaune und Trompete vor der St.-Andreas-Kirche, in der am 26. Juni 2015 das Eröffnungskonzert samt Uraufführung stattfinden wird: Landesposaunenwart Siegfried Markowis (Mitte rechts) und neben ihm Landesobmann Jens Paret freuen sich mit den Vertretern der Propstei, der Kirchengemeinde und des Propsteiposaunenchores auf das Großereignis in Seesen.

Hunderte Blechbläser konzertieren an drei Tagen in der Stadt / (Bläser-)Blech trifft auf (Dosen-)Blech

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Die Propstei Seesen wird Gastgeber des Landesposaunentages 2015 sein. Vom 26. bis 28. Juni kommenden Jahres werden 400 bis 500 Bläserinnen und Bläser aus den Posaunenchören der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Braunschweig in der Sehusastadt erwartet.

Dazu dürften sich bei einigen Einzelveranstaltungen noch einmal bis zu 1000 Gäste gesellen. Seesen ist damit bereits zum dritten Mal Schauplatz eines Landesposaunentages, das letzte Mal im Jahr 1982.
Eine solche Großveranstaltung will gut vorbereitet sein. Und tatsächlich wird nichts dem Zufall überlassen. Diesen Eindruck machten jedenfalls der hauptamtliche Landesposaunenwart Siegfried Markowis sowie der Landesobmann, Pfarrer Jens Paret aus Hondelage, seitens des ausrichtenden Posaunenwerkes der braunschweigischen Landeskirche im Rahmen eines Gesprächs im Seesener Kirchenzentrum. „Im Spätherbst muss das Programm fix und fertig auf dem Tisch liegen“, macht Markowis deutlich. Bis dahin gelte es, fleißig Ideen zu sammeln. Davon gibt es augenscheinlich genug, denn besagtes Programm steht bereits in mehr als nur groben Zügen.
Geplant ist ein großes Eröffnungskonzert in der St.-Andreas-Kirche mit dem Bläserkreis der Landeskirche, mit Propsteikantor Andreas Pasemann an der Orgel sowie der Uraufführung eines Werkes für Flügel und Bläser aus der Feder des zeitgenössischen Komponisten Traugott Fünfgeld. Daneben soll es am Veranstaltungssamstag eine große Serenade mit rund 400 Bläserinnen und Bläsern im Kurpark geben. Am Sonntag, 28. Juni 2015, sind am Vormittag ein zentraler Gottesdienst auf dem innerstädtischen Jacobsonplatz sowie zu nachmittäglicher Stunde eine Festmusik mit mehreren hundert Mitwirkenden vor dem herzöglichen Jagdschloss vorgesehen.
„Vielfalt leben“, so wird diesmal das Motto lauten. Auf musikalischer Ebene heißt das: Die Besucher dürfen sich über viel Abwechlung freuen. Dazu Siegfried Markowis: „Wir werden zeigen, wie breit das Spektrum unserer Arbeit ist; es gibt verschiedene Klangfarben zu erleben, von Barock über Klassik bis Pop wird alles dabei sein.“ Das Besondere dabei: Die Verantwortlichen aus den Reihen des Posaunenwerkes beziehen die besonderen Gegebenheiten vor Ort in ihre Planungen mit ein. „Wir wollen natürlich die großen Söhne der Stadt Seesen zum Klingen bringen“, sagte der Landesposaunenwart. So soll bei der bereits erwähnten Uraufführung ein Steinway-Flügel zum Einsatz kommen und im Verlauf der gesamten Veranstaltung wohl auch das eine oder andere Stück von Louis Spohr zu hören sein. Und nicht nur das. Die Zusammenkunft in der „Stadt der Dose“ möchte man „auch dazu nutzen, um Blech und Blech zusammenzubringen“, wie es Obmann Jens Paret formuliert, also ein Zusammenspiel von Blechblasinstrumenten und Blechdosen in bester „Stomp“-Manier.
Für Jens Paret ist der Landesposaunentag eine willkommene Gelegenheit, für das Posaunenwerk beziehungsweise für die Arbeit der Posaunenchöre vor Ort kräftig die Werbetrommel zu rühren. „Außerdem sehen wir die unzähligen Proben und Zusammenkünfte im Vorfeld als große interne Bildungsmaßnahme in Sachen Spieltechnik und Musikliteratur“, betonte der Geistliche. In die heiße Phase der Proben dürfte es ab Ende dieses Jahres gehen, wenn das Programmheft druckfrisch vorliegt.

Hintergrund

Das Posaunenwerk der Landeskirche Braunschweig

Im Bereich der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Braunschweig musizieren derzeit über 1000 Bläserinnen und Bläser zwischen acht und 80 Jahren in etwa 70 Posaunenchören. Alle Chöre sind Teil ihrer Kirchengemeinden und haben ihre eigene Leitung und Prägung. Mehr als 50 Prozent der Chorleiterinnen und Chorleiter und natürlich alle Bläserinnen und Bläser proben und musizieren ehrenamtlich in ihrer Freizeit. Jedes Jahr gestalten sie zusammen etwa 1000 Gottesdienste oder Andachten und deutlich mehr weitere Veranstaltungen wie Dorf-, Stadtteil-, Familienfeste oder Weihnachtsmärkte.
Das Netzwerk, in dem alle Posaunenchöre unserer Region verbunden sind, ist das Posaunenwerk. Von der Geschäftsstelle aus organisieren Siegfried Markowis, hauptamtlicher Landesposaunenwart, und Mitarbeiterin Stefanie Schlüter Schulungen, Bläsertreffen, Freizeiten, Veranstaltungen für Anfänger, Fortgeschrittene, Ausbilder, Chorleiter und Fortbildungen zu verschiedenen musikalischen Themen. Einen wesentlichen Anteil an der Arbeit haben die vielen Ehrenamtlichen, die bei den Lehrgängen und Freizeiten, den Veranstaltungen und in den Gremien mitarbeiten. Die Leitung des Posaunenwerkes geschieht ebenfalls ehrenamtlich: Landesobmann Pfarrer Jens Paret repräsentiert das Posaunenwerk nach außen und nach innen und ist für die geistliche Leitung zuständig.
Das Posaunenwerk bietet den Posaunenchören eine Leihnotenbibliothek mit fast 300 Titeln, etwa 60 Trompeten und Posaunen für die Ausbildung neuer Bläserinnen und Bläser in den Chören, einen Satz Pauken und viele andere Rhythmusinstrumente für besondere Aufführungen und die musikpädagogische Arbeit.
Die größten Veranstaltungen sind die Landesposaunentage, zu denen alle zwei bis drei Jahre fast die Hälfte der Bläserinnen und Bläser zusammenkommen. Das jeweilige Posaunentagsmotto ist dabei eine musikalische und geistliche Zeitansage, die sich auch an den unterschiedlichen Veranstaltungsorten innerhalb unserer Landeskirche ausrichtet.