„Landwirtschaft war für mich immer etwas Schönes!“

Inge Kiehne-Mörs (Coppenbrügge), Hildgard Homann (Bad Gandersheim) und Margrit Brinkmann (Dannhausen) beim studieren alter Schulbilder.

Ehemalige Landwirtschaftschüler trafen sich nach 60 Jahren wieder

„In einer schlichten, würdigen Feierstunde verabschiedete die Landwirtschaftsschule für den Kreis Gandersheim im Kurhaus Waldschlösschen 20 Mädchen und 32 jungen aus ihrer Oberklasse in Anwesenheit von zahlreichen Gästen“. So stand es am 22. März 1954 im Gandersheimer Kreisblatt.

Aber die Landwirtschaftsschulen, wie es sie früher in Bad Gandersheim, Osterode, Gronau und in vielen Kreisstädten gab, gibt es heute nicht mehr und über die Hälfte der Schülerinnen und Schüler von damals sind inzwischen verstorben. Aber 18 Schülerinnen und Schüler der ehemaligen Landwirtschaftsschule Bad Gandersheim trafen sich jetzt wieder bei ihrem Mitschüler und Gastwirt Fritz Willers in Bilderlahe. Das Treffen war wieder auf Initiative von Ursula Kükemück aus Bad Gandersheim-Brunshausen und Heinrich Schaper aus Woltershausen zustande gekommen.
Günter Grobe aus Eyershausen erinnerte sich an die Abschlussfeier und die Worte des damaligen Schulleiters Dr. Becker: „Nehmt das mit was wir Euch gegeben haben während eurer Schulzeit und behaltet es, denn die Landwirtschaft hat eine gute Zukunft“. Dass sich das bald ändern sollte, konnten wir und auch die Lehrkräfte damals noch nicht ahnen. Generationen vor uns sind auf ihren Höfen alt geworden, aber in unserer Generation mussten viele Landwirte unter dem Motto „Wachsen oder weichen“ ihren Betrieb aufgeben und sich eine andere Existenz suchen.
So schilderte Ingeborg Kiehne-Mörs aus Coppenbrügge (früher Dannhausen) ihren Werdegang so: „Landwirtschaft war für mich immer etwas Schönes. Das Grundwissen, welches uns Clara Behr an der Landwirtschaftsschule vermittelt hat, war das das Fundament für meinen späteren Werdegang und hat mir oft im Leben geholfen. Nach meiner Lehrzeit auf dem Hof Bohnsack in Dankelsheim habe ich die Meisterprüfung gemacht. Dann habe ich in Hannover für meinen späteren Beruf als Grund- und Hauptschullehrerin studiert. Aber das Wissen, über das was man sonst zum Leben braucht, habe ich in der Landwirtschaftsschule erworben und war damit vielen Kolleginnen überlegen“.
Chris Traupe, ursprünglich aus Harriehausen war zu diesem Treffen zusammen mit seiner Gattin extra aus Berlin angereist. Auch er konnte seinen angestrebten Beruf als Landwirt nicht ausüben. Er studierte in Berlin, wurde Vermessungsingenieur und ist dort geblieben.
So oder ähnlich ist es vielen der anwesenden ergangen und es wurde, nach dem guten Essen im Gasthaus von Fritz Willers, viel über die alten Zeiten geplaudert.