Lebenshilfe eröffnet integrative Kinderkrippe

Bernward Steinkraus überreicht den Mitarbeitern um Leiterin Heidrun Wenzel eine Blume als kleine Anerkennung für ihre Leistungen

Integration als ganz wesentlicher Bestandteil der Kindererziehung

Mit den Worten: „Heute sei daran erinnert, dass die Lebenshilfe in Deutschland seit über 50 Jahren für die Integration von Menschen mit Behinderungen eintritt“, eröffnete Hans-Werner Ohlsen, erster Vorsitzender der Lebenshilfe Bad Gandersheim-Seesen, den feierlichen Festakt zur Einweihung der neuen integrativen Kinderkrippe.

Von Maximilian Strache

Seesen/BadGandersheim. Die Lebenshilfe in Seesen setzt sich für das vom Bundesverband ausgelobten Ziel seit nunmehr 42 Jahren ein. Seither nimmt die Lebenshilfe in Seesen Kinder in ihrer Einrichtung auf, die bis dahin als „nicht bildungsfähig“ galten. Die Mitarbeiter der Lebenshilfe wollen sich in diesem Zusammenhang jedoch keineswegs als Helden verstanden wissen. Vielmehr leben sie seit Jahren das vor, was eigentlich selbstverständlich sein sollte.
Die der Lebenshilfe anvertrauten Jugendlichen, den von vielen öffentlichen Stellen ein Leben ohne gesellschaftliche Teilhabe in Aussicht gestellt wurde, erhielten mit der Aufnahme in die Einrichtungen der Lebenshilfe zumindest eine gewisse Basis zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
Bis in die späten 1990er Jahre durften in Niedersachsen keine integrativen Kindergärten geschaffen werden. Erst vor einigen Jahren wurde es durch den Gesetzgeber ermöglicht, Integrationskindergärten einzurichten. Die Lebenshilfe Bad Gandersheim-Seesen gehörte damals zu den Pionieren, die diese Möglichkeit sofort verwirklicht haben.
„Und nunmehr“, so Ohlsen, „kommt es überall zu der Bereitstellung von Kinderkrippen. Doch Integration? Integration wird meist vernachlässigt.“ Dabei sei nichts nahe liegender, als im Kleinkindalter, also in der Kinderkrippe, mit der Integration zu beginnen. Mit einem gewissen Stolz würden die Mitarbeiter der Lebenshilfe auf das Erreichte blicken. Zwar sei die Einrichtung der integrativen Kinderkrippe nur ein wichtiger Schritt von vielen, doch mit der Eröffnung, so Ohlsen weiter, sei man auf dem Weg in eine inklusive Gesellschaft. Eine Gesellschaft, die integriert, nicht ausgrenzt.
Bürgermeister Hubert Jahns nahm die Einweihung zum Anlass, die herausragende Arbeit der Lebenshilfe zu würdigen. Er bescheinigte der Einrichtung einen Vorbildcharakter, der zudem absolut im Trend liege. Ferner machte Jahns darauf aufmerksam, dass die Lebenshilfe mit Einrichtung der Kinderkrippe schon jetzt die Forderungen des Bundesgesetzes zur Integration abdecke.
Bernward Steinkraus, Geschäftsführer der Lebenshilfe Bad Gandersheim-Seesen bedankte sich vor allem bei den Mitarbeitern der Kinderkrippe, allen voran bei Heidrun Wenzel, der Leiterin der integrativen Kinderkrippe. Steinkraus betonte, dass ohne das unermüdliche Engagement der Mitarbeiter ein solches Projekt nur schwerlich umgesetzt werden könne. Es sei nicht nur die materielle Einrichtung, die die Voraussetzungen für ein positives Miteinander schaffen, sondern vielmehr das Know-how und die Empathie der Erzieherinnen.