Lebensräume in einer einzigartigen Landschaft

Sie wandelten auf des Wassers Wegen und ließen sich von Dieter Neuse aus erster Hand informieren. (Foto: Poerschke)
 
Die Teilnehmer trotzten den Witterungsunbilden. (Foto: Poerschke)

„Freundeskreis Städtisches Museum“ lädt zum Abschluss zu einer Exkursion im Bereich „Winkelsmühle“ ein

Seesen (poe). Die geschlossene Wolkendecke ließ der Sonne nicht den Hauch einer Chance, sich zumindest das eine oder andere Mal in Erinnerung zu bringen, und auch der Dauerregen bei gefühlten Niedrigst-Temperaturen stimmte nicht gerade fröhlich. Dennoch kam der Regen, wenn man so will, wie gerufen, ließ er doch seine Bedeutung für den ewigen Kreislauf des Wassers all die hautnah spüren, die sich am Sonnabend vergangener Woche nicht schrecken ließen, zu vormittäglicher Stunde „auf des Wassers Wegen zu wandeln“.
Einmal mehr war es der „Freundeskreis Städtisches Museum“, der zu einer weiteren Veranstaltung zum Thema „Wasser“ eingeladen hatte; zur letzten, um genau zu sein. Denn mit der Exkursion auf dem „Wasserlehrpfad“ im Bereich des Landschaftsschutzgebietes „Winkelsmühle“ wurde an diesem Sonnabendvormittag der Schlussstrich unter ein Programmangebot gezogen, mit dem der „Freundeskreis“ über Monate hinweg die museale Ausstellung „Wasser – Element des Lebens in Südniedersachsen“ sehr erfolgreich begleitete.
Nachdem der ehemalige Prokurist der Versorgungsbetriebe Seesen, Dieter Neuse, das Begleit-Programm zu besagter Ausstellung bekanntlich Anfang Februar mit einem interessanten Vortrag eingeläutet hatte, ließ er es sich – sozusagen zum Abschluss – nicht nehmen, gemeinsam mit den gut 20, vorwiegend wetterfest gewandeten Teilnehmern, die Wege des Wassers und die vom Wasser geprägten Lebensräume zu erkunden. Und das in einem Gebiet, dem das Wasser seinen Stempel aufgedrückt hat – in dem es aus der Erde sprudelt oder in kleinen Bächen munter daherplätschert, in dem es im Boden versickert oder, eher still und nahezu unbewegt, Teiche, Tümpel, Auwälder, Feuchtwiesen und Moore zu einer einzigartigen Landschaft auf kleinstem Raum mit einer Vielzahl seltener Tier- und gefährdeten Pflanzenarten verwoben hat.
Dieses Gebiet nun werde, wie Dieter Neuse zu berichten wuss­te, seit jeher schon für die Wasserversorgung der Stadt Seesen genutzt. Durch vier Brunnen aus den tieferen geologischen Schichten gefördert, könne das qualitativ hochwertige Trinkwasser dabei ohne die Notwendigkeit einer weiteren Aufbereitung in die Wasserhochbehälter „Lautenthaler Straße“ und „Schildberg“ transportiert und dann in das Versorgungsnetz eingespeist werden.
Er wies in diesem Zusammenhang aber auch darauf hin, dass zur Sicherstellung einer stets gleichbleibend hohen Qualität des Wassers schon vor weit über einem Jahrzehnt ein Maßnahmenbündel geschnürt wurde, mit dem die damaligen Versorgungsbetriebe Seesen das Ziel verfolgten, im engen Schulterschluss mit den Landwirten den Eintrag von Nährstoffen in die Wasserschutzgebiete zu reduzieren respektive zu vermeiden. So beispielsweise durch eine extensive Bewirtschaftung der Flächen, die sich an einer Vielzahl vorgegebenen Parametern orientiert, sowie durch den Anbau von Zwischenfrüchten. Maßnahmen, die – weil mit zusätzlichen Ko­s­ten für die Landwirte verbunden – nach den Worten Neuses im Rahmen der Grundwasserschutz-Kooperation mit Fördermitteln aus der Wasserentnahmegebühr bezuschusst würden. Sicherlich zu den besonderen Höhepunkten im Verlauf des „Wasserlehrpfades“ dürfte übrigens das Naturschutzgebiet „Silberhohl“ mit seinem Erdfallgebiet und dem einmaligen Biotop gezählt haben. Es bietet mehr als 40 Vogelarten, seltenen Libellen, Amphibien und Faltern ein Refugium – nicht wenige davon stehen dabei auf der „Roten Liste“ für gefährdete Arten in Niedersachsen.
Eineinhalb Stunden lang trotzten die Teilnehmer den Witterungsunbilden; ließen sich aus erster Hand, und nicht zuletzt anhand der Schautafeln entlang des Weges, detailliert informieren. Um abschließend eine durchweg positive Bilanz zu ziehen.