Lebenssituation von Jugendlichen verbessern

Bei der 31. Sitzung des Koordinierungskreises im Präventionsrat wurden die Ergebnisse des Studienprojekts „Jugendhilfeplanung“ vorgelegt.
 
Auswertung der Frage „Welche Freizeitangebote würdest du dir wünschen?“. Bei den befragten Jugendlichen spielt Sport eine bedeutende Rolle in der Freizeitgestaltung.

Studienprojekt „Jugendhilfeplanung“ erstmals in Seesen durchgeführt /Auswertungen sollen Aufschluss geben

Seesen (hz). Mit der Lebenssituation von Jugendlichen beschäftigte sich in den vergangenen Monaten eine Studie, die in Kooperation von Jugendkreispflegerndes LKGoslar und der Ostfalia Hochschule Braunschweig, durchgeführt wurde. In der 31. Sitzung des Koordinierungskreises im Präventionsrat der Stadt Seesen wurden nun erste Ergebnisse vorgestellt.
Zu Gast waren in der vergangenen Woche unter anderem Bettina Bode, Jugendhilfeplanerin im Fachbereich Familie, Jugend und Soziales, Angela Hühne, Kreisjugendpflegerin des Landkreises Goslar sowie Prof. Dr. Gregor Hensen, Professur für Soziale Arbeit an der Ostfalia Hochschule in Braunschweig. Sie waren geladen, um die Ergebnisse eines Studien- und Pilotprojektes zur Erfassung der Lebenssituation und der Wünsche von Jugendlichen in der Stadt Seesen vorzustellen.
Seinen Anfang fand damals alles im Jahr 2004, als der Landkreis Goslar eine Erhebung der Leistungen und Angebote der Jugendarbeit durchführte. Damals wurden Themenschwerpunkte festgelegt, Fragebögen erstellt und rund 400 Vereine und Verbände angeschrieben und kontaktiert. Trotz einer relativ guten Rücklaufquote der Fragebögen von etwa 40 Prozent, konnte die Auswertung der Fragebögen erst drei Jahre später, im Jahr 2007, erfolgen. Auch fehlten Informationen von Angeboten an Schulen im Landkreis. So traten Bettina Bode und Angela Hühne Anfang 2009 an die Jugendpfleger im Landkreis heran, um über die Verwertbarkeit dieser Ergebnisse zu sprechen. Man hatte viele Daten, die nicht oder nicht mehr relevant waren und zum Teil veraltet und überholt. Nach gemeinsamen Gesprächen in einer Diskussionsrunde waren sich die Experten einig: Es sollte kein neuer, überarbeiteter Fragebogen erstellt und verteilt werden. Es müsse direkt an die Jugendlichen herantreten werden. Wichtig sei es, so Angela Hühne, herauszufinden wo Bedarf ist und was man in der Jugendarbeit ändern oder verbessern könnte. Und wer kann einem das besser sagen, als die Jugendlichen selbst?
Zeitnah wurde Kontakt zur Ostfalia Hochschule in Braunschweig aufgenommen. Die Feldbefragung von Jugendlichen und jungen Heranwachsenden in Seesen entstand in einem Studienprojekt der Braunschweiger Hochschule, das in enger Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Familie, Jugend & Soziales des Landkreises Goslar durchgeführt wurde. Für dieses Pilotprojekt musste die Wahl auf eine Stadt mit guter Infrastruktur und guten Netzwerken fallen. Schnell stand fest: In Seesen herrschen die optimalen Bedingungen.
Nach Absprache mit Bürgermeister Hubert Jahns und den Verantwortlichen der Stadt Seesen begann das Studienprojekt im März letzten Jahres. Zunächst wurden bei einer Auftaktveranstaltung im NiKo-Büro in Seesen die Interessen- und Motivationslagen aller Beteiligten des Landkreises, der Hochschule sowie der Stadt erkundet. Die Befragung der Jugendlichen fand dann schließlich zwischen Juni und September 2010 an unterschiedlichen Orten in Seesen statt. Man konzentrierte sich auf fünf zentrale Orte, an denen sich die Jugendlichen besonders häufig aufhalten. Am Bahnhof, in der Nähe des Schulzentrums und des Marktkaufes, in der Innenstadt und in der Jugendfreizeitstätte traten die Studenten, von denen die Befragung durchgeführt wurde, mit insgesamt 24 Fragen an die Jugendlichen heran.
Insgesamt konnten später 170 Fragebögen ausgewertet werden. Die Daten wurden von der der Hochschule ausgewertet und dienen nun als Diskussionsgrundlage. Anhand der Bewertung dieser Daten sollen sich Handlungsnotwendigkeiten und Spannungsfelder in der Stadt erkennen lassen. Der von Prof. Dr. Gregor Hensen vorgelegte Bericht fasst die Ergebnisse der Befragungen zusammen. Eine fachbezogene Bewertung und Interpretaion der gewonnenen Informationen steht jedoch noch aus. Dieses Studienprojekt, erklärt Prof. Dr. Gregor Hensen, sei als Bewertungsprozess zu verstehen. Es liefere keine direkten Ergebnisse, sondern lediglich Hinweise auf Dinge, die zu ändern oder zu verbessern seien.
Bürgermeister Hubert Jahns dankte den Projektleitern und Initiatoren für die hervorragende Arbeit und das Interesse an der Stadt und besonders an der Jugend. In der nächsten Sitzung des Koordinierungskreises soll der Punkt „Jugendhilfeplanung“ dann auf der Tagesordnung stehen und Rückschlüsse gezogen sowie Entscheidungen getroffen werden.
Jahns: „Diese Ergebnisse sind für uns von großem Wert und ich hoffe, dass sich aus diesem wertvollen Material konkrete Ergebnisse ergeben“.