Leserbrief

Mein Spazierweg ist gesperrt

Zur Sperrung des Wiesenweges unterhalb der Wilhemshöhe schreibt Helge Haensel aus Seesen:

Gerne gehe ich um die Mittagszeit meinen Rundgang rund um den Kurpark. Gestern komme ich von einer Reise zurück und heute muss ich feststellen, dass mein Spazierweg in einem wesentlichen Abschnitt gesperrt ist. Dabei geht es um das Stück des Wiesenwegs unterhalb der Wilhelmshöhe. Dieser Weg existiert soweit ich zurückdenken kann seit mindestens über 40 Jahren. Inzwischen ist er sogar bei Google Earth zu sehen. Besonders in den letzten Jahren seit meiner Pensionierung nutze ich ihn häufig. Er führt zu den schönen Waldwegen rund um und im Kurpark und erfreut sich auch bei anderen Wanderern großer Beliebtheit.
„Aufgrund der vielen kriminellen Vorkommnisse sind wir gezwungen, mit Absprache der Polizei diesen Privatweg zu sperren. Bitte benutzen Sie den Birkenweg."
Also kriminelle Vorkommnisse sind sicher von der Eigentümerin nicht hinzunehmen. Aber darf ein Wanderweg deshalb von der Eigentümerin gesperrt werden (mit Stacheldraht)? Ist die Polizei da wirklich zuständig? Als Seesener kennen wir ja vielleicht den unterhalb verlaufenden Birkenweg. Aber was machen die Wanderer aus Richtung Neuekrug oder die, die aus östlicher Richtung kommen? Finden sie mal aus östlicher Richtung den Zugang zum Birkenweg. Und bald sind die Flatterzettel weg geweht. Andererseits ist die Sperrung so kurz gefasst, dass sie für Wanderer - und ganz besonders für Kriminelle - leicht zu umgehen ist. Am Trampelpfad am östlichen Ende ist erkenntlich, dass davon auch Gebrauch gemacht wird.
Oberförster Hinze kann sich jetzt am Ende des nach ihm benannten Weges zwar auf der Bank ausruhen und den herrlichen Blick auf Seesen genießen - aber dann heißt es umkehren. Ja, das Rodelvergnügen im Winter fällt nun wohl weitgehend auch aus. „Betreten verboten“ gilt wohl für die ganze Grünfläche. Und was sagt der Harzklub dazu? Schließlich ist der Weg in vielen Wanderkarten eingezeichnet.
Meiner Meinung nach ist die Sperrung recht unüberlegt vorgenommen worden und viele Andere mit mir würden es begrüßen, wenn sie kurzfristig wieder zurückgenommen werden kann.