Leserbrief: "Kann nur jedem empfehlen, sich bei der Telekom zu beschweren"

Zu dem Leserbrief „Internetversorgung absolut inakzeptabel“ (Seesener „Beobachter“ vom 6. August) schreibt Christian Hermann, Seesen:

Ich kann Herrn Jürgen Alms nur beipflichten. Ich habe selbst bei der Stadt Seesen angerufen und gefragt, wie es denn sein könne, dass sich die Geschwindigkeiten innerhalb der Stadt verdoppelt haben. Beispiel: Am Schulplatz vorher 3000 kBits/s und ab dem 1. August dann 6000 kBits/s. Dies ist nur ein Beispiel von vielen. Und die Randgebiete einfach nicht berücksichtigt werden, gerade weil im Zuge des Konjunkturprogramms 2 seitens der Bundesregierung Gelder dafür bereitgestellt worden sind. Es gibt dann die tollen Vorschläge, man könnte ja über die LTE-Technik eine schnellere Übertragungsrate bekommen, welche aber auch keinen Vorteil bringt, weil nach 3 Gb Datenvolumen auch diese Verbindung wieder auf 1000 kBits/s herabgesetzt wird. Es ist schon ein merkwürdiger Zustand, dass leitungsgebundene Versorgungen innerhalb Seesens ins Hintertreffen geraten. Leider gibt es zu diesem desolaten Zustand auch keine Alternative bei beispielsweise Kabeldeutschland; da bekommen die betroffenen Gebiete auch nur Kabel Digital. Aus welchen Gründen auch immer.
Auf der Homepage der Stadtverwaltung steht zwar, dass 90 Prozent der Haushalte einigermaßen bis gut versorgt sind, und die restlichen zehn Prozent, wozu viele Hauseigentümer in Wohngebieten wie unter anderem Schildberg, Wilhelmshöhe, halt Pech gehabt haben und sich mit diesem nicht akzeptablen Zustand mehr oder weniger zufrieden geben müssen.
Mir wurde dann empfohlen, da ja Kommunalwahlen anstehen, mich mit den sich bewerbenden Parteien mal in Verbindung zu setzen. Man stelle sich mal vor, es sind Wahlen, und zehn Prozent von diesen unterversorgten Mitbürgern dieser Stadt entsprechen auch potenziellen Wählern, und das bei der Ausgeglichenheit unterhalb der Parteien, die gerne regieren möchten. Aber was nutzt das zum Beispiel einem Freiberufler, der wichtige Daten versenden oder empfangen will und extrem lange Übertragungszeiten in Kauf nehmen muss. Ich habe dann direkt an den Vorstand der Telekom geschrieben mit der Frage, wie es denn sein könne, dass mir zu 2048 kBits/s herzlichst gratuliert wird und ich aber leider nur 768 bekomme, weil alles von der Triftstraße ausgeht und anscheinend niemand bereit ist, weitere Knotenpunkte zur besseren Versorgung einzurichten.
Ich kann nur jedem empfehlen, der auch zu den bedauernswerten Bürgern der Stadt Seesen gehört, die in diese zehn Prozent fallen, sich bei der Telekom zu beschweren. In der heutigen Zeit kann das ja wohl nicht die übliche Vorgehensweise sein, wenn man bedenkt, dass so kleine Orte wie Bodenstein hervorragend mit 16000 kBits/s versorgt werden.

Anmerkung der Redaktion: Leserbriefe werden nur bei Nennung des Verfassers veröffentlicht; anonyme Einsendungen können keine Berücksichtigung finden. Im Übrigen behält sich die Redaktion Kürzungen vor. Unsere Anschrift: „Beobachter“, Lautenthaler Straße 3, 38723 Seesen.