„Lettlandhilfe“ tritt ins Rampenlicht

Riga – die Europäische Kulturhauptstadt 2014: ein Ziel, das im Rahmen der Gemeinde-Studienfahrt der „Kirchlichen Lettlandhilfe“ angesteuert werden soll.

Nächster Hilfstransport im April – Gemeinde-Studienfahrt nach Rauna und in die EU-Kulturhauptstadt Riga

Vorstand und Mitglieder der „Kirchlichen Lettlandhilfe“ sehen sich bestätigt und gehen nach eigenem Bekunden „voll motiviert“ in das Jahr 2014. Und das nicht von ungefähr, würden doch die jüngsten Berichte aus der lettischen Partnergemeinde Rauna nach den Worten des 1. Vorsitzenden, Pastor i. R. Kurt Hoppe, deutlich machen, dass man mit den auch im vergangenen Jahr wieder freigesetzten Aktivitäten „abermals viel erreicht“ habe; vor allem mit Blick auf den kontinuierlichen Ausbau der diakonischen Arbeit in Rauna.

Wie Kurt Hoppe zum Auftakt der jüngsten Mitgliederversammlung in den Räumen des Altenzentrums „St. Vitus“ berichtete, hätten unter anderem die beiden Hilfstransporte – bekanntlich in den ersten Oktobertagen auf den Weg gen Osten gebracht – dem kleinen Ladengeschäft „Cilveks cilvekam“ (Vom Menschen zum Menschen) „einen Boom beschert, der bis weit in den eisigen Januar hinein andauerte“.
Die Vorsitzende der „Stiftung der evangelisch-lutherischen Gemeinde Rauna – Diakonisches Zentrum“, Anita Lubuze, habe – so Hoppe weiter – „nur wenige Tage vor der jüngsten Zusammenkunft in einem Telefongespräch noch einmal die Gelegenheit wahrgenommen, all denen Dank zu sagen, die durch ihre Spendenbereitschaft und durch ihren ehrenamtlichen Einsatz diese Hilfstransporte erst ermöglichten“. Was dabei besagten „Boom“ betraf, so machte Anita Lubuze ihn sowohl an der Vorweihnachtszeit als auch an der Umstellung der lettischen Währung Lat auf den Euro zum Jahresbeginn 2014 fest.
Die Menschen in Rauna nutzten mithin die Möglichkeit, sich selbst oder anderen gegen einen nur geringen Obolus schon lange gehegte Wünsche zu erfüllen. Die erzielten „Erlöse“ wiederum stärkten die finanzielle Basis, um die Arbeit der Diakonie noch zu intensivieren. So würden nach Angaben des Stiftungsrates beispielsweise in bestimmten Härtefällen nunmehr auch finanzielle Einzelhilfen gewährt; hätte man noch vor Weihnachten im Rahmen einer gezielten Aktion 20 von einer sozialen Notlage besonders betroffene Bürger und Familien aufgesucht, um sie mit kleinen Geschenken zu überraschen und zu erfreuen.

Hilfstransport und Studienfahrt

Angesichts der bereits deutlich geschrumpften Lagerbestände verständigten sich die Mitglieder der „Kirchlichen Lettlandhilfe“ abschließend zu diesem Themenkomplex darauf, schon in den kommenden Wochen die Weichen für einen weiteren Hilfstransport stellen zu wollen. Als Termin für die Sammlung der Sachspenden fasste man Anfang April ins Auge; nähere Einzelheiten, so Hoppe, würden rechtzeitig bekannt gegeben.
Es ging aber nicht nur um einen Bericht mit Blick auf die aktuelle Situation in Rauna. Von den Mitgliedern begrüßt wurde vielmehr auch die für den Zeitraum vom 28. Juli bis zum 4. August 2014 geplante zweite Gemeinde-Studienfahrt mit dem Schwerpunktziel Rauna; arrondiert durch eine Vielzahl interessanter Exkursionen zu den historischen Sehenswürdigkeiten in der Umgebung. So steht die Besichtigung der Burgen der Ordensritter ebenso auf dem Programm wie die des Bibelmuseums, des Gauja-Nationalparks oder aber des Ortes, in dem der „Lügenbaron“, Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen, am 2. Februar des Jahres 1744 die aus dem livländischen Adel stammende Jacobina von Dunten geheiratet hat. Die Hochzeit fand in der Kirche zu Pernigel (heute: Liepupe) unweit des Gutshofs Dunte statt.
Dass im Zuge dieser Studienfahrt ein Besuch der Europäischen Kulturhauptstadt Riga nicht fehlen darf, versteht sich wohl von selbst. Unter der Überschrift „Force Majeure“ sind in diesem Jahr dort mehr als 200 Veranstaltungen angesagt. Typisch für Lettland ist dabei, dass es natürlich auch im Kulturjahr 2014 ausgesprochen musikalisch zugeht. Da die Teilnehmerzahl für diese kombinierte Flug-Bus-Studienreise begrenzt ist, sollten sich Interessierte möglichst rasch mit der „Kirchlichen Lettlandhilfe“, 38723 Seesen, Dehnestraße 22 A, Telefon 05381-492639, in Verbindung setzen.

Die Lettlandhilfe im „Rampenlicht“

Schließlich will sich die „Lettlandhilfe“ – und das in dieser Form zum ersten Mal – einer breiten Öffentlichkeit präsentieren. Den bisherigen Planungen zufolge soll am Freitag, 13. Juni, um 19.30 Uhr im innerstädtischen Kirchenzentrum der Startschuss zu einem Informationsabend fallen, in dessen Verlauf man (musikalisch umrahmt von der Seesener Skiffleband „Quasimodo Knöterich“) die freigesetzten Aktivitäten noch einmal in die Erinnerung zurückrufen wird.
Die Bandbreite dürfte sich dabei von den seit März 1991 durchgeführten Hilfstransporten über die „Internationalen Diakonischen Aufbaulager“ bis hin zu den Delegationsfahrten und Seminaren, der Überführung eines Krankenwagens sowie den Gesprächen im Zusammenhang mit der Einrichtung einer Stiftung erstrecken. Übrigens: Kurt Hoppe bezifferte den bis dato geleisteten Gesamtaufwand für die Hilfstransporte und die Investitionen im Pensionat auf immerhin rund eine Million Euro.
Darüber hinaus soll an diesem Abend im Juni natürlich auch die Partnergemeinde Rauna selbst, die Geschichte des Dorfes, das kirchliche Leben und die künftige Arbeit der „Lettlandhilfe“ ins rechte Licht gerückt werden.