Manchmal musste der Zollstock helfen

Welche Bossel liegt näher an der Daube?
 
Sie hatten die „Nase vorn“ und bekamen die Siegerpokale überreicht. (Foto: Sander)

„Prominenten-Bosseln“ beim MTV Seesen: Siegerpokal geht an das Team der Volksbank Seesen

Der MTV Seesen hatte auch in diesem Jahr wieder zu einem Bossel-Turnier für „Prominente“ in die Schildberg-Sporthalle eingeladen. Vereinsvorsitzender Kai Labenski brachte in seiner Begrüßungsrede am Sonnabend seine Freude über die ungebrochene Attraktivität dieser Sport-Veranstaltung zum Ausdruck. Er wünschte allen Mitstreitern viel Erfolg, nette Gespräche und noch mehr Spaß an diesem Nachmittag. Begrüßen konnte er aber auch Walter Bohn und Ingrid Rangius, beide Urgesteine dieser Sportart und von Anfang an dabei, wobei es Ingrid Rangius auch heute immer noch obliegt, die Ergebnisse dieses Turniers auszuwerten.
Margrit Böhme, die als Leiterin der Gesundheitssport-Abteilung im Verein nunmehr als Ausrichterin verantwortlich ist, stellte wiederum heraus, dass dieses „Prominenten-Bosseln“ inzwischen schon zu einer richtigen „Kultveranstaltung“ geworden ist. Es war einst die Versehrtensportabteilung des MTV, die im Jahre 1982, also vor nunmehr 31 Jahren, erstmals zu einer derartigen freundschaftlichen Begegnung eingeladen hatte.
In diesem Jahr waren es auch wieder zehn Mannschaften, die zum sportlich fairen Kampf angetreten waren und die um Platz und Sieg kämpfen wollten. Erstmalig dabei war in diesem Jahr das Team des Stadtmarketings; auch ihm galt ein herzliches Willkommen. Kurzfristig absagen musste die Mannschaft der CDU-Fraktion; für die verhinderten Bürgermeister sprangen die flexiblen Mitarbeiter des Ordnungsamtes ein.
Auf fünf Bahnen wurde sodann um das jeweils beste Ergebnis gebosselt, wobei es viel „Hallo“ gab, wenn mal eine gegnerische Bossel herausgeschossen wurde. Es wurde aber auch gelacht, wenn eine Bossel das Zielfeld gar nicht erst erreichte oder mit zuviel Schwung über ihr Ziel hinausschoss.
Wiederholt kam es an diesem Nachmittag auch vor, dass laute „Vorsicht“-Rufe durch die Halle schallten, wenn eine Bossel nicht wie vorgesehen über den Hallenboden glitt, sondern in einer 360-Grad-Kurve unkontrolliert durch die Reihen kullerte.
Manchmal kam es auch zu den sogenannten Millimeterentscheidungen, wenn nur mit Hilfe des Zollstocks ermittelt werden konnte, welche Bossel näher an der Daube lag, diesem kleinen roten Holzwürfel in der Mitte des Zielfeldes.
Nach dem Turnier kamen alle Aktiven im nahen MTV-Treff zusammen, um sich zunächst bei Kaffee und Kuchen und hinterher bei einem rustikalen Buffet, gesponsert von der SPD-Fraktion, von den ausgestandenen Strapazen zu erholen und mit einer gewissen Spannung auf das Ergebnis zu warten. Doch dann wurde das Geheimnis gelüftet.
Und so sieht die Siegerliste aus: Der Siegerpokal, gestiftet vom MTV, ging in diesem Jahr an das Team der Volksbank (17:2 Punkte). Die drei „Bänker“ hatten in dem Jahr, in welchem ihr Geldinstitut sein 150-jähriges Bestehen feiert, sich selbst noch eine Freude bereitet, indem sie den heimlichen Champion dieses Turniers, die Mannschaft der Firma Rudolph-Logistik, schlagen und bei 16:3 Punkten auf den zweiten Platz verweisen konnten.
Die „Logistiker“ hatten bekanntlich ja im vorigen Jahr einen Hattrick gelandet, waren sie doch in den aufeinander folgenden Jahren 2010, 2011 und auch 2012 jeweils als eindeutige Sieger aus dem Turnier hervorgegangen. Platz drei belegte die SPD mit 13:6 Punkten.
Und hier nun die weiteren Platzierungen: Platz 4: Tennis-Club Seesen (60+) 11:8 (116) Punkte, Platz 5: Team BBS 11:8 (112) Punkte, Platz 6: Ordnungsamt 11:8 (109) Punkte, Platz 7: Ev. Kirche 8:11 Punkte, Platz 8: Stadtmarketing 6:13 Punkte, Platz 9: MTV-Vorstand: 5:14 Punkte und 10. Platz: FDP 2:17 Punkte.
Dafür, dass sie nun das Schlusslicht bei diesem Turnier bildeten, bekam das Team im gelben T-Shirt die von Margrit Böhme ganz heiß geliebte kleine Holzbossel als „Trostpflaster“ überreicht. Nach der Siegerehrung dankte Günter Friebe allen Aktiven für ihr Mitwirken.
Ein besonderer Dank war aber auch an die Mitglieder des Helferteams gerichtet, die meist unauffällig im Hintergrund arbeiten und ohne deren Engagement derartige Veranstaltungen gar nicht zu schultern sind.