„Maulige Taschen“ in neuer Schulküche

Die beiden Schülerkochteams der Realschule Seesen zauberten in der nagelneuen Küche leckere Drei-Gänge-Menüs.
 
Juror Volker Berrisch von der Vereinigung Harzer Köche war begeistert von den Kochkünsten der Schüler – und gab auch wertvolle Tipps am Rande.

17. Schülerkochpokal: Realschule Seesen geht mit zwei Teams ins Rennen

Bekanntlich lernt man ja nicht für die Schule, sondern fürs Leben. Wie genau das geht, wurde eindrucksvoll am Montagnachmittag in der Realschule Seesen demonstriert. Dazu musste man immer nur der Nase folgen.

Ein verlockender Duft führte direkt zur nagelneuen Küche der Schule. Dort herrschte vor Backofen und Kochplatte konzentriertes und geschäftiges Treiben. Kein Wunder, denn kochbegeisterte Jungen und Mädchen kreierten hier unter harten Wettbewerbsbedingungen ein anspruchsvolles Drei-Gänge-Menü.
Hintergrund ist der bundesweit ausgeschriebene Schülerkochpokal. Der Wettbewerb geht aktuell in die 17. Runde. Unter dem diesjährigen Motto „Alles aus Teig – Herzhaft & Süß!“ gehen im Schuljahr 2013/2014 insgesamt 129 Schülerkochteams ans Werk. Von den sechs Teams, die in Niedersachsen starten, kommen allein zwei von der Realschule Seesen. Da wären zum einen „Die Max und Moritze“. Sie waren bereits im vergangenen Jahr auf Initiative von Lehrerin Nadja Bräutigam an den Start gegangen, hatten auf Anhieb den Landessieg errungen und letztlich beim Bundesfinale in Erfurt von 13 Gruppen einen fantastischen 4. Platz belegt. Diesmal gab es mit den „Kitchen Heroes“, die Lehrerin Jessica Literski unter ihre Fittiche nahm, sozusagen Mitbewerber aus dem eigenen Hause.
In 120 Minuten Zubereitungszeit kreierten „Die Max und Moritze “ ihre „Leckereien aus der Wilhelm-Busch-Küche“, bestehend aus „Lehrer Lämpels mauliger Tasche“, „Max und Moritz im Versteck“ und „Witwe Boltes Apfeltraum“. Zeitgleich stürmten die „Kitchen Heroes“ Topf und Pfanne, um ihr Menü „Niedersachsenlied neu aufgelegt – Old trifft New School“ zuzubereiten. Dieses gestaltete sich aus einer Spargelsuppe mit Schinkenpfannkuchen, Gnocchi mit Grünkohlpesto und Mettwurstchips sowie Zimtbrot mit Heidelbeer-Honig-Butter.
Bewertet werden die Menüs übrigens auf Grundlage einheitlicher Bewertungskriterien von ausgewiesenen Experten. Die Kochprofis sind Partner und Begleiter des Schülerkochpokals und leisten mit ihrem ehrenamtlichen Engagement einen wichtigen Beitrag für die Nachwuchsarbeit, Ernährungsbildung und im respektvollen Umgang mit Lebensmitteln. Als Juror der Seesener Schülerkochteams agierte übrigens Volker Berrisch von der Vereinigung Harzer Köche von 1948 e. V. Und der zeigte sich ob der Kochtalente „seiner“ Schützlinge äußerst angetan. Mit Lob (und Punkten) wurde denn auch nicht gespart. Schließlich floss in die Bewertung neben der geschmacklichen Beurteilung auch die Präsentation des Menüs durch die Gruppen und die Tischdekoration mit ein.
Wie gesagt, gekocht wurde diesmal in der erst im Herbst vergangenen Jahres in Betrieb genommenen funkelnagelneuen Küche. „Die alte Küche hatte schon mehr als 40 Jahre auf dem Buckel, und die Einrichtung war entsprechend abgewirtschaftet“, sagte Realschulkonrektor Daniel Beyer, der sich mit Schulleiterin Annegret Tuchtfeld nicht nur über das neue Mobiliar, sondern ganz besonders über die Kochkünste der Schüler freute. Das galt übrigens auch für Gabriele Lindemann und Hans-Bernd Becker vom Gebäudemanagement des Landkreises Goslar. Die Repräsentanten des Schulträgers ließen sich dann auch nicht zweimal zu Tisch bitten und kosteten genussvoll von den preisverdächtigen Gerichten.
Ob sich „Die Max und Moritze“ und die „Kitchen Heroes“ für das Landesfinale qualifizieren können und damit die Chance auf ein Ticket für das Bundesfinale erhalten, entscheidet sich, wenn alle sechs Teams aus Niedersachsen die Vorrunde absolviert haben. Ins Landesfinale ziehen die fünf punktbesten Teams ein. Das Bundesfinale findet dann am 24. Mai 2014 zum dritten Mal in Folge bei der Thüringer Energie AG in Erfurt statt – und hoffentlich wieder mit Seesener Beteiligung.