Mehr Frauenpower für das Forstamt Seesen

Dorothee Bock (30) freut sich auf ihre neue Aufgabe als Leiterin der Revierförsterei Neckelnberg. Von Forstamtsleiter Henning Geske kann sie dabei auf volle Rückendeckung vertrauen.

Dorothee Bock übernimmt als Nachfolgerin von Norbert Ehrhard die Leitung der Revierförsterei Neckelnberg

Für frischen Wind im Niedersächsischen Forstamt (NFA) Seesen sorgt seit vergangenem Donnerstag Dorothee Bock. Die 30-jährige studierte Forstwirtin hat die Nachfolge von Norbert Ehrhard als Leiterin der Revierförsterei Neckelnberg angetreten, und sprudelte nur einen Tag nach der Amtsübernahme, als sie zusammen mit Forstamtsleiter Henning Geske den „Beobachter“ zum Pressegespräch traf, voller Tatendrang.

„Ich freue mich auf die neue Aufgabe, weil ich hier meinem größten Wunsch, häufig an der frischen Luft zu arbeiten, nachkommen kann“, so die frischgebackene Revierförsterin. Dorothee Bock, die zusammen mit ihrem Mann in Herrhausen wohnt, ist die erste Frau, die im Forstamt Seesen die Verantwortung für ein Revier übernimmt. Bisher war diese Aufgabe immer Männern vorbehalten.
„Dorothee Bock ist zwar weltweit nicht die erste Frau, die die Leitung einer Revierförsterei übertragen bekommt, aber auf das Forstamt Seesen trifft zu, dass sie hier die erste Revierförsterin ist“, erklärt Forstamtsleiter Henning Geske. Damit kommen die Niedersächsischen Landesforsten auch dem erklärten Ziel näher, die Frauenquote in Führungspositionen zu erhöhen. „Bei gleicher Eignung, so handhaben wir das bei den Landesforsten, sollen künftig mehr Frauen in verantwortungsvollen Positionen angestellt werden“, erläutert Geske.
Die 30-Jährige hat ihren Abschluss als Diplom-Ingenieurin der Forstwirtschaft an der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg am Neckar erworben. Danach wechselte Dorothee Bock, die gebürtig aus Bad Salzdethfurth stammt, zu den Niedersächsischen Landesforsten, wo sie seit Februar 2012 im Forstplanungsamt in Wolfenbüttel in der EDV-Betreuung arbeitete.
Im Oktober vergangenen Jahres hatte sie sich dann auf eine Interne Ausschreibung beworben und schließlich die Zusage bekommen, im Revier Neckelnberg die Nachfolge von Norbert Ehrhard anzutreten, der in den Ruhestand gegangen ist. Ihre Aufgabe wird es künftig also nicht mehr sein, Computer-Fachprogramme für die Forstwirtschaft zu betreuen, wie sie es rund drei Jahre in Wolfenbüttel tat, sondern Dorothee Bock obliegt nun die „Steuerung der Nutzung des wertwollen Rohstoffes Holz“, wie es Forstamtsleiter Geske formuliert.
Dabei muss die neue Revierförsterin vor allem auf eine nachhaltige Nutzung der Holzbestände achten, denn es darf nie mehr Holz genutzt werden als nachwächst. Und auch in Fragen des Naturschutzes und der Vereinbarkeit des Waldes mit der touristischen Erholung ist Dorothee Bock künftig gefordert. In letzterem Punkt möchte sie natürlich dort anknüpfen wo ihr Vorgänger Ehrhard aufhörte, und einen kooperativen Kontakt zum Harzklub-Zweigverein Seesen pflegen.
Der Wunsch, als Försterin zu arbeiten war Dorothee Bock nicht in die Wiege gelegt, ihre Eltern hatten mit diesem Berufsbild nichts zu tun. Dennoch reifte in ihr schon früh der Wunsch, später einer Arbeit in der Natur nachzugehen. Da lag es nahe ein Studium der Fortwissenschaften aufzunehmen.
Neben ihren täglichen Aufgaben im Revier ist Revierförsterin Dorothee Bock auch Ansprechpartnerin für die Bürger, wenn es beispielsweise um den Kauf von Feuerholz oder den Erwerb von Wildfleisch geht. Ihr Büro befindet sich in Münchehof in der Sautalstraße 1. Dort steht Dorothee Bock immer mittwochs von 15 bis 16.30 Uhr in einer Sprechstunde zur Verfügung. Es besteht aber auch die Möglichkeit der individuellen Terminabsprache unter der Rufnummer (05381) 9416923.
Die Revierförsterei Neckelnberg, für die Dorothee Bock künftig verantwortlich zeichnet, erstreckt sich von Seesen über den Sternplatz bis nach Münchehof auf einer Fläche von 1.533 Hektar Landeswald. Der Holzbestand setzt sich zu 60 Prozent aus Fichte und zu 28 Prozent aus Buche zusammen. Die weiteren Prozente setzen sich aus weiteren Hölzern zusammen.
Der Holzvorrat ist mit einer Gesamtmenge von 565.000 Kubikmetern beträchtlich. Pro Hektar entspricht dies einer Holzmenge von 369 Kubikmetern. Der jährliche Zuwachs beträgt 20.000 Kubikmeter. Den jährlichen nachhaltigen Nutzungssatz gibt das Niedersächsische Forstamt Seesen mit 14.000 Festmetern an.
Das Niedersächsische Forstamt Seesen hat einen riesigen Bereich zu betreuen und mannigfaltige Aufgaben zu übernehmen. Die Flächenausdehnung erstreckt sich über Rhüden, Bad Gandersheim, Gittelde, Münchehof, Lautenthal, Wolfshagen am Harz, Langelsheim und Lutter am Barenberge.
Das Forstamt Seesen mit seinen elf Revierförstereien betreut insgesamt 12.500 Hektar Landeswald und 3.500 Hektar Betreunngsforsten (Genossenschaften).
Der Holzvorrat beläuft sich auf sagenhafte 3,87 Millionen Kubikmeter, was einer Menge von 307 Kubikmeter pro Hektar entspricht. Der jährliche Zuwachs liegt bei 154.000 Kubikmetern. Stündlich wachsen rund 18 Kubikmeter nach, was letztlich bedeutet, dass man dem Wald sprichwörtlich beim Wachsen zusehen könnte.
Beim Forstamt Seesen sind rund 90 Mitarbeiter beschäftigt, weshalb die Einrichtung zu den größeren Arbeitgebern in der Region gezählt werden muss.
Als Sonderaufgaben übernimmt das Seesener Forstamt folgende Bereiche: Forsttechnischer Stützpunkt für das südniedersächsische Bergland, Wegebaustützpunkt für die gesamten Landesforsten, Energieholzberatung für die gesamten Landesforsten sowie die Ausbildung für Forstwirte.