Menschen, Landschaften, Tierisches – und kräftige Farben

Ann-Kristin Poerschke-Knoblich – hier mit einem Porträt von "Sir Cederick" – zeigt ab sofort eine Auswahl ihrer Werke im Städtischen Museum. (Foto: Poerschke)
 

Städtisches Museum: Ausstellung mit Werken von Ann-Kristin Poerschke-Knoblich eröffnet

Seesen (poe). „Die Kunst“, hat einmal der russische Maler Wassily Kandinsky festgestellt, „ist ein kompliziertes Phänomen“. Sie bietet eine schier unendliche Fülle an Möglichkeiten, sich mit ihr auseinander zu setzen. Man kann beispielsweise lange über sie reden – und sie nicht selten zerreden –, man kann über sie streiten, man kann fast alles in sie hinein interpretieren oder sie ganz einfach für sich selbst sprechen lassen.
Auch die Bilder, die im Mittelpunkt der nächsten Ausstellung im Städtischen Museum stehen, sprechen für sich. „Kennzeichnend für viele meiner Arbeiten ist das Bemühen, den Betrachter mit Momentaufnahmen aus dem Alltag zu konfrontieren“, betont die 38-jährige Autodidaktin Ann-Kristin Poerschke-Knoblich – eine Seesenerin von Kindesbeinen an, die es vor einigen Jahren in das nahe Eichsfeld verschlug. Sie rückt sich mit einem Querschnitt ihrer Arbeiten in den Räumen des Städtischen Museums ins rechte Licht. Die Ausstellung ist ab heute geöffnet und kann bis zum 31. Juli besucht werden.
Die Bandbreite der Arbeiten erstreckt sich von der fotografisch-präzisen Wiedergabe der von ihr eingefangenen Realität, bei der sich erst auf den zweiten oder gar dritten Blick die feine Pinselführung offenbart, bis hin zu abstrakten Bildern, die dem Betrachter durchaus die Gelegenheit eröffnen, sich emotional in ihnen zu verlieren.
Ann-Kristin Poerschke-Knoblich malt Menschen so, wie sie sind; sie malt – sicherlich eine ihrer Passionen – aber auch Häuser. Und sie malt Landschaften. Häuser, die den Wunsch wecken, mehr über die Bewohner und deren Schicksale zu erfahren, und Landschaften, die nicht selten die Phantasie beflügeln. Wenn sich die Strahlen der frühen Morgensonne ihren Weg durch das dichte Gewirr der Bäume bahnen, dann wähnt man sich in die mystische Welt der Feen und Elfen versetzt, und die maritimen Motive, die zumeist Eindrücke von der Nord- und Ostsee widerspiegeln, machen Lust auf Sonne, Sand, Wasser und eine kräftige Brise. „Meine Landschaftsbilder“ – so bekennt die Hobbykünstlerin – „zeigen jeweils nur einen bestimmten Ausschnitt und überlassen es dem Betrachter, sich vorzustellen, wie es rechts und links von der Leinwand weitergeht“.
Sicher ist: die 38-Jährige liebt Farben. Und sie scheut sich nicht, die Freude an der Farbe auszuleben. Kräftig sind sie; aber sie überfrachten die Bilder nicht. Ann-Kristin Poerschke-Knoblich setzt Schwerpunkte, wo Schwerpunkte vonnöten sind, nimmt sich zugleich aber auch zurück, wenn es gilt, besondere Stimmungen nuanciert einzufangen. Dass sie übrigens eine Ader für, nennen wir es einmal „tierischen Humor“ hat, machen einige weitere Arbeiten deutlich. Sie vermeidet es hier bewusst, Tiere „menschlich“ zu karikieren, zeigt gleichwohl aber auf, wie sehr sich menschliche und tierische Mimik und Gestik ähneln können.
„Meine Liebe gilt der gegenständlichen Malerei. Aber hin und wieder tropft mir auch ein abstraktes Bild aus dem Pinsel. Oder aber es entsteht ein sogenanntes Energie-Bild“, für Ann-Kristin Poerschke-Knoblich die logische Konsequenz aus ihrem Selbstverständnis, Freiräume auszufüllen.
Zu sehen ist die kleine, aber feine Ausstellung in den Räumen des Städtischen Museums ab sofort bis zum 31. Juli, und zwar dienstags bis freitags jeweils in der Zeit von 11 Uhr bis 17 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 14 Uhr bis 17 Uhr.