MGV „Germania“ Lutter begeht seinen 125. „Geburtstag“

Feiert sein 125-jähriges Bestehen: der MGV Lutter. (Foto: Sander)

Jubiläumskonzert am 26. Juni in der St.-Georg-Kirche

Feste soll man feiern, wie sie fallen: Dieser Grundsatz gilt ganz besonders auch für die Sänger des Männergesangvereins „Germania“ Lutter am Barenberge von 1885, die am Sonnabend, 26. Juni, das 125-jährige Bestehen ihres Vereins gebührend feiern wollen.
Das stolze Jubiläum soll um 14 Uhr mit einem Jubiläumskonzert in der St.-Georg-Kirche zu Lutter beginnen; zur Teilnahme sind auch die Nachbarvereine aus den Ortsteilen der Samtgemeinde eingeladen worden, die neben den Gesangsvorträgen des Jubilars mit ihren Beiträgen sicherlich auch wesentliche Impulse zum Gelingen dieser Veranstaltung beitragen werden.
Zur Vereinsgeschichte: Im Jahre 1885 suchte der Bürger und Landwirt August Winnecke „Männer seiner Art und seines Schlages“, die gleich ihm die Liebe zum Gesang und zum deutschen Liede dazu trieb, sich in einem Gesangverein zusammenzuschließen. Es waren in erster Linie Landwirte und selbständige Handwerker, die sich am 21. Dezember 1885 „im Lokale des Herrn Mumme“ (Barenberger Hof) zur Gründungsversammlung einfanden und dem neuen Verein (dem damaligen Zeitgeist entsprechend) den Namen „Germania“ gaben. Germania war das als Sinnbild dargestellte Deutschland. Nach dem Jahreswechsel fand dann am 7. Januar 1886 der erste Singabend statt.
Im Laufe der langen Zeit seines Bestehens durchlebte der Verein eine wechselvolle Geschichte; doch auch die Wirren der beiden Weltkriege mit zwangsbedingt eingelegten Singpausen wurden einigermaßen unbeschadet überstanden. Nach dem 2. Weltkrieg konnte der Singbetrieb erst am 31.12.1947 wieder aufgenommen werden.
Seit 1948 üben die „Germanen“ nun ununterbrochen im „Deutschen Haus“; mithin sie sind ihrem Domizil in der Bahnhofstraße zwischenzeitlich auch schon wieder länger als 60 Jahre treu geblieben. Als „gute Seele“ lässt F. Dieck als Vereinswirtin es sich nach wie vor nicht nehmen, stets fürsorglich für ihre „Lutter Boys“ dazusein.
Es ist allgemein bekannt, dass Menschen heutzutage nicht die Mitgliedschaft in einem Chor wählen, weil sie unbedingt etwas hinzulernen und dann davon proftieren wollen, sondern einfach, weil das Singen in der Gemeinschaft Spaß macht. Darüber hinaus ist das Singen in einem Chor für Laien und Amateure eine Möglichkeit, an künstlerischen Aktivitäten selbst teilzuhaben. Seit einiger Zeit wird die „Magie des Singens“ auch von Pädagogen, Medizinern und Psychologen neu entdeckt. Selbst der Vergleich zu anderen sportlichen Aktivitäten ist nicht abwegig: Singen verbessert nachweislich die Atemkapazität, fördert den Kreislauf und die Konzentration und beeinflusst die Psyche auf äußerst positive Weise. Nebenher fördert das gemeinsame Erarbeiten eines Chorwerks den Zusammenhalt und die Harmonie in der Singgemeinschaft.
Dass den Männern des MGV seit Anfang des vergangenen Jahres das Singen auch wieder so richtig Spaß macht, liegt ganz eindeutig an einer Frau. Erstmalig in der Vereinsgeschichte hat bei diesem Männerchor mit Alexandra Spieker eine Chorleiterin das Zepter in die Hand bekommen, die sich um „ihre Männer“ besonders gut kümmert, mit ihrer Stimmgabel immer den richtigen Ton findet und die auch das bislang vorhandene Lied- und Notenmaterial „durchgeforstet“ hat. Zahlreiche erfolgreiche Auftritte konnten in der relativ kurzen Zeit ihres Wirkens beim MGV bereits dank ihres Engagements von und mit ihr gestaltet werden.
Derzeit gehören dem MGV „Germania“ Lutter 23 aktive Sänger und 20 Personen als passive Mitglieder an; der Vereinsvorstand setzt sich aus Wilhelm Göbel (Vorsitzender), Hermann Klemme (Vertreter), Jörg Münnich (Kassenwart) und Werner Moers (Schriftführer) zusammen.
Der MGV „Germania“ erhofft sich für sein bevorstehendes Jubiläum in jedem Fall regen Zuspruch und freut sich auf die Teilnahme seiner Gäste. Im Anschluss an das Jubiläumskonzert in der Kirche findet gegenüber im und am Gemeindehaus eine Kaffeetafel statt; nebenher gibt es dort aber auch Kaltgetränke und Gegrilltes.