Missbrauchs-Prozess wird fortgesetzt

Seesen / Braunschweig (uk). Fortgesetzt wurde in Braunschweig jetzt die Berufungsverhandlung eines ehemaligen Masseurs (48) der Asklepios Kliniken Schildautal, dem sexuelle Nötigung und sexueller Missbrauch vorgeworfen wird. Der „Beobachter“ hatte bereits ausführlich über den Fall berichtet. Die Staatsanwaltschaft warf dem gebürtigen Einbecker vor, zwei Frauen aus einem Seesener Stadtteil während der vereinbarten Behandlungen in Seesen zu sexuellen Handlungen genötigt zu haben. Dies hatte der Mann vehement bestritten. Es seien sexuelle Handlungen im Einvernehmen erfolgt, so seine Darstellung. Zuletzt stand immer wieder die Glaubwürdigkeit einer der beiden Nebenklägerinnen im Fokus. Ein ergänzendes Gutachten sollte zur Frage Stellung beziehen, ob bei der Frau eine Persönlichkeitstörung vorliegen könnte. Dies wurde in dem Gutachten verneint.
Gleichzeitig hatte die Staatsanwaltschaft in Braunschweig das Inkrafttreten des außer Vollzug gesetzten Haftbefehls gegen den Beschuldigten beantragt. Das Gericht unter dem Vorsitzenden Richter Schaltke lehnte dies indes ab, da keine Fluchtgefahr, keine Verdunklungsgefahr und keine Wiederholungsgefahr bestehe. Die Verteidigung will nach „Beobachter“-Informationen nun ein weiteres Gutachten beantragen.
Die Berufungsverhandlung, die bereits imNovember 2011 begann, wird am 9. Juli in Braunschweig fortgesetzt. Ob dann ein Ende abzusehen ist, hängt auch davon ab, ob das Gericht dem Antrag der Verteidigung stattgibt. Sollte dies nicht der Fall sein, könnte ein Urteil demnächst fallen.
In erster Instanz war der Einbecker vor dem Amtsgericht in Seesen zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden.