Mit dem Heckenschnitt noch etwas warten

Mit dem Heckenschnitt sollten Gartenbesitzer noch ein wenig warten. (Foto: pixelio)

Jägerschaft bittet um Geduld / Hecken wichtiger Lebensraum für Kleintierarten

Hecken sind für Gärten wesentliche Gestaltungselemente. Sie gliedern, verdecken, begrenzen und bereichern auch unser ästhetisches Empfinden.
Neben dieser gartenbautechnischen und optischen Funktion haben sie aber auch eine wichtige Bedeutung als Lebensraum für so manche Kleintierarten und vor allem Singvögel.
Buchfink, Amsel, Grasmücke und Zaunkönig sind nur einige Arten, für die Hecken Brut- und Aufzuchtareal sind. Hier finden diese Vögel nicht nur ein reiches Nahrungsangebot, sondern gleichzeitig auch Schutz vor Feinden für ihre Gelege und Brut.
Diesen überlebenswichtigen Interessen der gefiederten Mitbewohner eines Gartens zuwider läuft häufig ein ausgeprägter gärtnerischer Schönheits- und Ordnungssinn des Menschen. Eine Hecke muss ge- und beschnitten werden, möglichst zweimal jährlich, sie bedarf geometrischer Formen und glatter Fronten. Behilflich dabei ist die moderne Technik, die dieses Streben erleichtert.
Elektrische Heckenschere und Schredder, die technischen Mittel machen es möglich, leicht und schnell.
Nach dem verregneten Mai ziehen nun die ersten richtigen Sonnentage die Gartenbesitzer nach draußen. Es gibt einiges nachzuholen und wieder zu richten. Und – es locken auch die Hecken mit ihren jungen Trieben, die klare Linien vermissen lassen. Sie scheinen nach Heckenschere und Schredder förmlich zu schreien. Das scheint aber nur so.
Jägerschaft und Naturfreunde bitten die Gartenbesitzer an dieser Stelle, mit dem Heckenschnitt noch einige Wochen zu warten. Abgesehen davon, dass das Wachstum von Bäumen und Sträuchern noch gar nicht abgeschlossen ist und ein früher Schnitt einen zweiten zwangsläufig nach sich zieht, bieten ungeschnittene Hecken für die Brut einiger Singvogelarten einen ungleich besseren Schutz als geschnittene.
Hier ist für die Nesträuber der heutigen Gärten wie Krähe, Elster, Eichelhäher, Eichhörnchen und Katze der Zugriff auf Eier und Jungvögel erschwert. Umgekehrt ist eine Hecke nach dem Schnitt für ungebetene Besucher geöffnet, sie lädt geradezu zum Nestraub ein.
Wichtig ist dabei zu wissen, dass nach der ersten Brut bei den meisten unserer Singvögel eine zweite und manchmal sogar eine dritte erfolgt. Und diese kann durch Unterlassen eines frühen Heckenschnittes geschützt werden. Gerade in diesem Jahr erscheint das wichtig, da das kalte und nasse Frühjahr den ersten Bruten mächtig zugesetzt hat. Viele sind durch Kälte, Nässe und Futtermangel umgekommen.
Und – bietet eine Hecke mit jungen zartgrünen Trieben nicht durchaus auch optische Schönheit und ästhetischen Reiz?