Mit dem Kuscheltier zum Notarzt – Teddy-Sprechstunde gegen Arzt-Angst

Die Kindergartenkinder aus der St. Annen-Straße waren jüngst zu Besuch in den Asklepios Kliniken Schildautal. (Foto: bo)
Seesen (bo). Schon eine Tradition ist der jährliche Besuch des Kindergartens St. Annenstraße in den Asklepios Kliniken Schildautal. Die Leiterin des Kindergartens, Anja Setzepfand-Herzog, besucht jedes Jahr die Schildautalklinik, um den Kindern direkt in der Ambulanz und den Behandlungsräumen den Klinikalltag spielerisch zu erklären. So nahmen einige Vorschulkinder des Kindergartens „St. Annenstraße“ zuerst die chirurgische Notaufnahme der Schildautalklinik unter die Lupe. Es galt, den Jungen und Mädchen in einem Ernstfall die Angst vor dem Krankenhausaufenthalt zu nehmen. Jedes Kind hatte ein krankes Kuscheltier mit und war ganz gespannt, was der Doktor gleich sagen und machen würde. Dem Teddy von Emelie wurde der Arm geschient, dem Hasen von Kabin das Ohr angenäht und gleich der Kopfverband gemacht, dem Kuscheltier von Andries wurde sogar eine Infusion gelegt, und schon hatte es nicht so schlimme Schmerzen und war schnell wieder geheilt. „Mit der Behandlung der Kuscheltiere wollen wir vor allem Kindergartenkindern auf spielerische Weise die Angst vor Ärzten nehmen“, sagte Dr. Ulrike Krebs, Oberärztin der Klinik für Allgemeinchirugie. „Dadurch, dass wir die Plüschtiere und nicht direkt die Kinder untersuchen, sehen die Kleinen, dass ein Arztbesuch gar nicht schlimm ist.“ Außerdem wurden die Sprösslinge in die Behandlung mit einbezogen: Sie durften helfen, einen Verband anzulegen, Arme und Beine zu schienen und bei den Infusionen – natürlich mit Mundschutz und Kopfhaube – zu assistieren. Nach der Behandlung der Kuscheltiere konnten sich die Kinder das Innenleben eines Krankenwagens anschauen. Sie konnten ihre Fragen loswerden und sich auch mal auf die Liege legen. Nach diesem halbstündigen Aufenthalt in der Notfallambulanz besuchte die Kindergartengruppe die Abteilung der Physikalischen Therapie. Die Therapeuten Christian Rühlmann und Sascha Lenz ließen die Kinder an verschiedenen Badeölen riechen, sie durften erst die Kühlmanschette anfassen und dann wieder die Wärme des Rotlichts spüren.