Mit Nachwuchs unzufrieden: Harzer Köche bedauern laxen Umgang mit Fortbildungsangeboten

Hanna Kopischke lud die „Harzer Köche“ zur Austragung des Nachwuchswettbewerbes in die BBS nach Bad Harzburg ein.
Goslar/Herzberg (bo). Zu ihrer Jahreshauptversammlung kam die Vereinigung Harzer Köche im Hotel Paradies (Herzberg) zusammen. Vorsitzender Michael Klutt ließ in seinem Bericht das Köchejahr Revue passieren. Dazu gehörten unter anderem die monatlichen Veranstaltungen der Vereinigung und die Harzer Jugendmeisterschaft.
Der Nachwuchswettbewerb hat definitiv zum letzten Mal in der Clausthal-Zellerfelder Klinik am Hasenbach stattgefunden. Die Küche steht künftig wegen des Neubaus nicht mehr zur Verfügung. Oberstudiendirektorin Hanna Kopischke sprach deshalb bereits eine Einladung in die berufsbildenden Schulen nach Bad Harzburg aus.
Als bedauerlich wird unter den Köchen nicht zum ersten Mal das Desinteresse des Köchenachwuchses sowie der Hotel- und Restaurantfachleute an dem Wettbewerb und der laxe Umgang mit den Anmeldungen bezeichnet. Ein unentschuldigter Ausfall von 50 Prozent gehört schon fast zur Normalität.
Der Bericht von der Jugend-Niedersachsenmeisterschaft in Lüneburg enthielt kaum positivere Mitteilungen. Einige Kandidaten ohne große Praxiserfahrung seien fehl am Platz gewesen, meinte der als Juror eingesetzte Michael Klutt.
Die Harzer Teilnehmer haben nach seinen Worten „leider keine vorderen Plätze“ belegt.
Dagegen würden Organisation und Gemeinschaft der Köchevereinigung bei der Vorbereitung sehr gelobt. Die Sieger kämen diesmal aus Göttingen. – In den letzten Jahren hatte Hannover die Nase vorn.
Unter diesen Umständen, so Klutt, sei es fast kein Wunder, dass die Jugendgruppe aus 28 Azubis eingeschlafen sei. Im Sommer solle ein neuer Anlauf unternommen werden. „Es ist uns ein Anliegen, dafür Geld und Material bereitzustellen“, meinte Michael Klutt. In vielen Betrieben würden die eigentlich erforderlichen Fertigkeiten eines Kochs nicht mehr vermittelt. Dazu Angelika Klutt: „Die jungen Leute haben Probleme mit der Sauberkeit des Arbeitsplatzes und können kaum noch Flambieren und fachgerecht tranchieren.“