Mit viel Schwung und guter Laune

Das Volkstümliche Orchester des MTV Bornhausen freute sich beim Neujahrskonzert im „Wilhelmsbad“ in Seesen über den tollen Applaus.
 
Da hält es kaum einen auf den Plätzen: Stehende Ovationen im ausgebuchten Saal des Hotels „Wilhelmsbad“.

Volkstümliches Blasorchester des MTV Bornhausen hatte zum Neujahrskonzert eingeladen

Ein abwechslungsreiches Programm hatte das Volkstümliche Blasorchester des MTV Bornhausen anlässlich seines nunmehr schon 16. Neujahrskonzertes am vergangenen Sonnabend im Seesener Hotel „Wilhelmsbad“ angekündigt und das Versprechen eingehalten, denn rund drei Stunden lang verstanden es die 22 Musiker und acht Musikerinnen unter der Leitung von Dirigent Ulrich Finster, einen musikalischen Bogen zu spannen, der für jeden Geschmack etwas dabei hatte. Die Eintrittskarten waren bereits wieder Wochen vor dem Konzert vergriffen, und wer eine der Karten ergattert hatte, genoss es im mit fast 400 Personen bis auf den letzten Platz besetzten Saal, den Klängen des renommierten Klangkörpers zu lauschen, im Takt mit zu klatschen oder auch mitzusingen. Am Schluss der Veranstaltung gab es stehende Ovationen und alle waren sich einig – so sollte ein musikalisches Jahr beginnen.
Das Orchester sorgte auch sogleich mit dem Marsch „Boccaccio“ von Franz von Suppé für einen gelungenen Auftakt. Der extrem schwungvolle Marsch der gleichnamigen Operette gehört sehr oft auch zum Programm bei den Wiener Neujahrskonzerten und stimmte somit das erwartungsvolle Publikum auf einen schönen musikalischen Abend ein.
Dann griff „Kult-Moderator“ Otto Brodthage zum Mikrofon. Er begrüßte die Gäste, darunter besonders den fast komplett erschienenen Vorstand des MTV Bornhausen sowie mit Norbert Stephan und Hans-Walter Pallinger zwei Stellvertretende Bürgermeister, führte informativ in die kommenden Stücke ein und sorgte mit seinen unterhaltsamen Anekdoten und Witzen immer wieder für beste Laune und Lacher unter den Besuchern.
Der musikalische Bogen war weit gespannt. Weiter ging es zunächst mit einer Melodienfolge von Guiseppe Verdi. Zu hören war ein Potpourri aus seinen Werken „Nabuccu, Rigoletto, Aida mit dem Gefangenenchor und der Triumphmarsch“.
Der schwungvollen Polka „Wir Musikanten“, aus der Feder von Peter Fihn, folgte der Walzer „Böhmischer Wind“ von Ernst Mosch. Insbesondere die Klarinetten stellen in diesem Stück den Wind dar. „Wenn man genau hinhört, kann man den Wind leise rauschen hören“, so O-Ton Otto Brodthage. Die musikalische Reise ging nun nach „Bella Italia“, mit einem Potpourri beliebter italienischer Melodien von Hans Kolditz. Spätestens nach diesem Stück waren die Zuschauer in bester Stimmung und guter Laune, das merkte man am ausgelassenen Beifall.
Dem wunderschönen, aber in den deutschen volkstümlichen Sendungen nur sehr selten gespielten Marsch „Gruß an Oberbayern“, von Georg Freundorfer, folgte ein Medley von einigen der schönsten Soundtracks bekannter Filme aus Kino und Fernsehen. „Exodus“, „Winnetou“, „Old Shatterhand“, „Ghostrider“, „Die Brücke am Kwai“ oder ganz aktuell „Krieg der Sterne“ waren zu hören. Bei „Winnetou“ hatten Wolfgang Sauthoff, Uwe Ibenthal und Luna Sander einen gelungenen Soloauftritt mit ihren Posaunen. Kurz vor der Pause gelang es dem Orchester mit dem Czardas „Ungarisches Fest“ nicht nur die Melancholie sondern auch den rasanten Rhythmus Ungarns zu vermitteln. Zuerst sehr getragen und dann wieder richtig flott gespielt, fühlte sich das Publikum mitten in einem ungarischen Fest. Mit einem Marsch war das Konzert eröffnet worden und mit dem „Herzog von Braunschweig“ von Gustav Lotterer, einem Traditionsmarsch im 4/4 Takt, ging es schließlich in die verdiente Pause.
Der Marsch „Springtime in Florida“, von Hans Kolditz, war der Auftakt zu einem überaus beschwingten zweiten Teil. Beim folgenden „Wild Cat Blues“ imponierte Janet Müller mit ihrem Klarinetten-Solo. Die Zuhörer waren begeistert und geizten nicht mit verdientem Beifall. Den gab es anschließend auch für das Stück „Eine Reise ins Glück wünsche ich mir so sehr“, bekannt auch unter dem Titel „Sail along silvery moon“ von Billy Vaughn. Hier brillierte der komplette Saxophonsatz des Orchesters. Das gekonnte Spiel von Phillip Wolf und Heidi Vollbrecht (Alt-Saxophon), Bianca Schneider und Holger Fickert (Tenor-Saxophon) und Uwe Schnor am Bariton-Saxophon verleitete die meisten Gäste im Saal schon mal zum Mitsingen oder Mitsummen. Ganz im Zeichen der Liebe stand das folgende Intermezzo „Concerto d'Amore“. Ein tolles Musikstück, das in manchen Teilen an Johann Sebastian Bach und in anderen Teilen an den legendären James Last erinnerte. Evergreens wie „River of Babylon“, „Belfast“ oder „Daddy Cool“ beim Medley „Boney M. Super Hits“ steigerten danach die Stimmung im Saal. Beim vor allem auch durch die Gruppe VoXXclub bekannten Flashmob „Rock mi“ (Wenn der Maibaum wieder am Dorfplatz steht...) brachte das rhythmische Stampfen und Klatschen den Saal fast zum Beben. Das war gute Laune pur.
Zum Ende eines erneut wunderbaren Auftritts durften sich die Zuhörer und Zuhörerinnen noch über zwei Schlager freuen. Zunächst beim „Carneval de Paris“, dem Song zur Fußballweltmeisterschaft 1998 in Paris und danach mit „Aus Böhmen kommt die Musik“, dem durch das Duo Gitti und Erika in den 80er Jahren in den volkstümlichen Hitparaden bekannt gemachten Schlager. Mit dem „Flieger Marsch“, einem der bekanntesten Märsche im deutschsprachigen Raum, setzte das Volkstümliche Blasorchester des MTV Bornhausen schließlich einen Schlussstrich unter sein Neujahrskonzert. Da hielt es anschließend fast niemanden mehr auf seinem Stuhl. Kein Wunder, dass die Besucher durch Riesenbeifall ihre Zugaben forderten. Diese gab es zuerst mit dem „Trompeten Echo“ und um dann schmissig mit „Alte Kameraden“, einem der populärsten und meistgespielten deutschen Militärmärsche, die Grundfesten des „Wilhelmsbad“ noch einmal in Erschütterung zu bringen. Der Leiter des Orchesters, Wolfgang Sauthoff, hielt für Ulrich Finster und Otto Brodthage einen Blumenstrauß bereit und bedankte sich beim Publikum für die tolle Stimmung und den Applaus. Für das kommende Jahr kündigte er schon jetzt eine Neuauflage des Konzertes an. Mit „Guten Abend, gute Nacht“, dem Wiegenlied von Johannes Brahms, schickte das Orchester sein Publikum dann auf den Heimweg.