Mit Volldampf in die Sternegastronomie

Unter den Augen der Sterneköche Christian Lohse, Christian Jürgens und Holger Bodendorf (von links) stellte Johannes Steingrüber in der Vox-Sendung „Game of Chefs“ sein Können unter Beweis. (Foto: VOX)
 
In seinem Element. Der 19-jährige Seesener Johannes Steingrüber möchte hoch hinaus. Sein Ziel ist es Sternekoch zu werden. (Foto: Privat)

Johannes Steingrüber will Gourmetkoch werden und ist ab Dienstag bei der Vox-Sendung „Game of Chefs“ zu sehen

Der 19-jährige Seesener Jungkoch Johannes Steingrüber hat ein Ziel vor Augen: Er will Sternekoch werden. Und wenn man sich mit Johannes ein wenig länger über seine Leidenschaft unterhält, merkt man schnell, dass dies keineswegs eine jugendliche Träumerei, sondern ein wirklich realistisches Ziel ist. Zwar ist der Weg dorthin noch weit und anstrengend. Doch scheint harte Arbeit für den jungen Koch aus Seesen kein Hindernis, sondern viel mehr Ansporn und Motor zu sein.
Denn Johannes Steingrüber, der nach seinem Realschulabschluss eine Kochlehre in den Restaurants des Fünf-Sterne-Luxushotels „Zu den Rothen Forellen“ in Ilsenburg antrat und im Sommer abschließen wird, kann trotz seiner verhältnismäßig kurzen Laufbahn schon einige beachtliche Erfolge vorweisen. So wird der ambitionierte Jungkoch nicht nur ab kommenden Dienstag, 24. Februar, in der neuen Vox-Kochshow „Game of Chefs“ (Sendezeit 20.15 Uhr) zu sehen sein, sondern er hat auch schon einen Arbeitsvertrag in einem der besten Restaurants der Republik in der Tasche. Nach Abschluss seiner Ausbildung wird der 19-Jährige im Leipziger Gourmetrestaurant „Falco“ unter der Regie von Sternekoch Peter Maria Schnurr an den Töpfen stehen.

Für den 19-Jährigen ein wichtiger Schritt, denn er will zu den Besten gehören und laut seinem Credo „immer das höchste Ziel anzustreben“ ist es da nur folgerichtig auch von den Besten des Fachs zu lernen.
Viel zu verdanken hat Johannes auch seinen beiden Ausbildern in Ilsenburg, Küchendirektor Thomas Barth und Küchenchef Ronny Abel. Sie waren es unter anderem, die seine Leidenschaft für die gehobene Gourmetküche entfacht haben. Fragt man Johannes nach dem Grund, warum er mit so viel Biss und Ambitionen seine Karriere vorantreibt, blickt man in ein entspanntes aber vor Tatendrang sprudelndes Gesicht: „An der Gourmetküche reizt mich die Kreativität, die
Perfektion und die Möglichkeit ein Bild auf den Tellern der Gäste zu kreieren.“

Auf die Idee, an der Fernsehsendung „Game of Chefs“ teilzunehmen, wo unter den Augen der Sterneköche Christian Lohse, Christian Jürgens und Holger Bodendorf der beste Nachwuchskoch des Landes gesucht wird, brachte Johannes ein Mitschüler und Freund von der Berufsschule. Zusammen nahmen sie am Casting teil, wo die beiden sich unter insgesamt 1.000 Bewerbern durchsetzten und es in die Runde der letzten 75 Kandidaten schafften. Johannes Freund schied leider krankheitsbedingt aus, weshalb er schon beim sogenannten „Call-Back“, der zweiten Runde des Auswahlverfahrens, nicht mehr antreten konnte.
Johannes, nun auf sich allein gestellt, wusste jedoch zu überzeugen, so dass er letztlich seinen Weg in die Sendung fand. Im ersten Casting überzeugte der 19-jährige Seesener mit porchierten Forellenröllchen mit Tomatenfüllung, einer Rote-Beete-Creme-Fraiche und einem Parmesan-Fenchel-Salat.

Als Sättigungsbeilage reichte er eine Limetten-Risotto-Praline. In der zweiten Runde machte Johannes mit einer Entenbrust mit Maronenfüllung an einer Portwein-Zwiebel-Jus, Rotkohl-Orangen-Chutney und flüssigem Kartoffelgratin auf sich aufmerksam.

Welchen Platz er letztlich belegt hat, darf der 19-Jährige natürlich noch nicht verraten, das verbieten ihm die Verträge. Die Sendung, so viel durfte er aber schon im Gespräch mit dem „Beobachter“ erzählen, hat ihm aber auf jeden Fall jede Menge gebracht. „Ich konnte unglaublich viele Kontakte knüpfen und habe viele Eindrücke gewonnen“, so Johannes Steingrüber. Die Sendung wirkte also ein Stück weit als eine Art Verstärker, der seine Ambitionen in der Sternegastronomie Fuß zu fassen nochmals bestätigt hat.

Seinen Auftritt im Fernsehen begreift Johannes Steingrüber aber nur als kleinen Zwischenschritt auf dem Weg ein anerkannter Gourmetkoch zu werden. Langfristig würde es ihn reizen, eines Tages ein eigenes Restaurant zu betreiben und sich im Idealfall mit einem Stern des berühmten Guide de Michelin zu schmücken. Ob er sein Restaurant eines Tages in seiner Heimatstadt Seesen aufmachen wird, vermag Johannes noch nicht zu sagen.

Die Größe der Sehusastadt will er jedoch nicht als Ausschlusskriterium verstanden wissen, denn Joahnnes vertritt die Auffassung, dass wirklich gute Küche überall funktioniert, und ein erfolgreicher Koch mit seinem Team in der Lage sein sollte, Feinschmecker auch aus größerer Entfernung anzulocken.

Nach all dem Trubel, mit Fernsehaufzeichnungen in Potsdam, seinem erfolgreichen Bewerbungsgespräch im „Falco“ in Leipzig, steht jetzt aber erst einmal wieder die tägliche Routine sowie die Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen seiner Kochlehre auf dem Plan. Johannes ist aber zuversichtlich, dass es damit keine Probleme geben sollte.