Mitarbeiter der Stadt zum Warnstreik aufgerufen

Stefan Bettner (ver.di-Ortsverein Seesen) bei der Vorbereitung des Warnstreiks. (Foto: Jung)

Teilnehmer werden heute ab 8 Uhr am Seesener Rathaus erwartet / „Keine gravierenden Störungen“ erwartet

Von Gerd Jung, Seesen
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat alle Tarifbeschäftigten, Auszubildenden, Praktikantinnen und Praktikanten der Stadtverwaltung Seesen für heute ab 8 Uhr zu einem Warnstreik aufgerufen. Aus diesem Grunde wurden die Parkplätze vor dem Rathaus bereits gestern gesperrt. Stefan Bettner (ver.di-OV Seesen) betonte auf Anfrage des „Beobachter“, dass es seiner Meinung nach durch den heutigen Warnstreik in Seesen nicht zu „gravierenden Störungen im „Betriebsablauf“ im Rathaus, in den Städtischen Kindergärten oder im Bauhof kommen werde.

Deutlich werden:
„Wir sind es wert!“

Die Arbeitgeber, so heißt es in dem Aufruf, haben in der ersten Verhandlungsrunde für den öffentlichen Dienst kein Angebot vorgelegt. Sie wollten ganz offensichtlich Zeit schinden und würden behaupten, dass die „ver.di“-Forderungen unrealistisch und nicht zeitgemäß wären.
„Wir müssen jetzt den Arbeitgebern“, heißt es wörtlich, „folgendes deutlich machen: Wir sind es wert!“ Deswegen müssten alle Tarifbeschäftigten, Lehrlinge und Praktikanten zeigen, was sie davon halten, dass die Arbeitgeber ohne Angebot zu den ersten Verhandlungen gekommen sind.
„ver.di“ fordert ein Anheben der Löhne und Gehälter von 6,5 Prozent (mindestens aber 200 Euro mehr im Monat), 100 Euro mehr für Auszubildende, die unbefristete Übernahme für alle Auszubildenden und eine zwölfmonatige Laufzeit. ver.di machte in Verlautbarungen deutlich, dass gute Arbeit ordentlich bezahlt werden müsse. Vernünftige, das heißt, kräftige Gehaltserhöhungen seien deshalb das Gebot der Stunde.
Gerade in unteren und mittleren Entgeltgruppen kommen die Beschäftigten angesichts steigender Lebensmittel- und Energiepreise nur schwer über die Runden, deshalb gäbe es eine klare Erwartungshaltung für spürbare Erhöhungen. Auch wenn die Arbeitgeber, wie bei jeder Tarifrunde, angesichts der berechtigten ver.di-Forderungen aus dem Jammern nicht herauskämen, müssten sie sich den Tatsachen stellen. Und die sprächen für die Gewerkschaftsforderungen. Denn egal, ob es um Reallohnentwicklung, Anschluss an die Privatwirtschaft, Nachwuchsprobleme und Facharbeitermangel gehe: Immer seien deutlich höhere Einkommen die sinnvolle und gerechte Schlussfolgerung.
Übrigens: Zu Warnstreiks wurde auch die gesamte Stadtverwaltung in Braunschweig aufgerufen. Wie es hieß, würden daher die Kindergärten in der Löwenstadt geschlossen bleiben. Betroffen ist der gesamte innerstädtische Verkehr: Busse und Straßenbahnen verlassen dem Vernehmen nach die Depots am heutigen Donnerstag nicht.
Warnstreiks gibt es darüber hinaus auch in Goslar, Salzgitter, Peine und Wolfsburg. Die nächsten Tarifverhandlungen finden am 12. und 13. März statt.