Morgen ist Landtagswahl: Bitte Stimme abgeben

So sieht der Musterzettel aus, der am Sonntag den Wählern in den Wahllokalen des Wahlkreises 13 Seesen ausgehändigt wird.

Spannendes Ergebnis ist abzusehen – Wahlbeteiligung ist ein Faktor / Informationen zum Verfahren

Es bleibt spannend bis zum letzten Moment: Die Wahlumfragen im Vorfeld der am morgigen Sonntag stattfindenden Landtagswahl geben keiner der Parteien des aktuellen Landtages auch nur den Hauch von Sicherheit, in der neuen Legislaturperiode die Regierungsverantwortung übernehmen zu können. Sicher ist: die CDU wird nur wieder mit einer FDP im Landtag eine Chance zur Fortsetzung der Mehrheit bekommen, die SPD die alte Regierung nur mit Hilfe der Grünen und bei einem eventuellen Scheitern der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde ablösen können. Große Unbekannte bleibt zur Zeit die Linke, deren Prognosen wie bei der FDP einen Einzug in den Landtag wie ein Scheitern an der Fünf-Prozent-Marke möglich machen.
Herr über die tatsächlichen Zahlen des Sonntagsabends ist nun der Wähler. Der wird am Sonntag an die Wahlurne gebeten, in Seesen und Ortsteilen im Rahmen des Wahlkreises 13, der sich über das große Gebiet Bad Harzburg, Braunlage und Seesen sowie die Samtgemeinden Oberharz und Lutter am Barenberge erstreckt. Der Wahlkreis gliedert sich in 85 Wahlbezirke. Überall dort bekommen die Wähler den gleichen Stimmzettel vorgelegt.
Die bietet seit Einführung der Zweistimmigkeit Anfang der 90er Jahre einmal die Möglichkeit, einen Kandidaten, zum anderen eine Partei zu wählen, erlaubt auch persönliche Sympathien und Parteiunterstützung zu splitten, wovon erfahrungsgemäß zahlreich Gebrauch gemacht wird. Für einen gültigen Stimmzettel ist aber nur mindestens eine Stimme nötig, es müssen nicht beide vergeben werden.
Elf Parteien stellen sich der Landtagswahl. Sie sind landesweit überall gleich auf der rechten Seite des Stimmzettels zu finden. Kandidaten können nicht alle Parteien in jedem Wahlkreis stellen, deshalb finden sich auf der linken Seite des Stimmzettels im Wahlkreis 13 Seesen auch nur sechs Möglichkeiten, einem Kandidaten eine direkte Stimme zu geben. Zur Abgabe der Stimmen sind die Wahllokale Sonntag wie gewohnt von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Wo ein Wahlberechtigter wählen gehen darf, ist ihm vorab per Wahlbenachrichtigung mitgeteilt worden.
Gewählt wird der Landtag am Sonntag für die nächsten fünf Jahre. Bis 1994 waren es noch nur vier Jahre. In aktueller Zusammensetzung gehören 135 Abgeordnete (ohne die Überhang- und Ausgleichsmandate) dem Landtag an. 87 werden direkt aus dem Stimmergebnissen der Kandidaten heraus gewählt, der Rest wird den Parteien aus dem Zweitstimmenergebnis nach Auszählung im Verfahren d’Hondt zugewiesen.

Wahlrecht ist ein
sehr hohes Privileg

Überhangmandate bekommt eine Partei, wenn sie in den Wahlkreisen schon mehr Sitze erringt, als ihr nach dem Gesamtstimmergebnis zustünden. Sie machen wegen der Erhöhung der Sitzzahl auch eine Neuberechnung der Verteilung dieser nötig. Bevor das aber ansteht, muss der erste wichtige Schritt dorthin erfolgen: Der Bürger muss wählen gehen. Dass er überhaupt die Wahl hat, ist unserem demokratischen Gesellschaftssystem zu verdanken.
Leider haben aber offenbar viele Menschen schon vergessen, welches Privileg das eigentlich ist. Vielleicht erinnern Sie sich wieder daran – und gehen am Sonntag wählen.