MTV-Herzsportgruppe im Harzer Vorland unterwegs

Überraschend bekam das Ehepaar Liesner zu ihrer diamantenen Hochzeit einen Präsentkorb von den Herzsportlern überreicht. (Foto: Sander)
 
Die Ausstellungsräume der Glasmanufaktur bieten ein reichhaltiges Angebot insbesondere zur Weihnachtszeit. (Foto: Sander)

Tour nach Halberstadt unternommen / Überraschung für Ehepaar Liesner

Herzkranke Menschen sind eine Schicksalsgemeinschaft. Sie üben als Gruppe nicht nur ihren Herzsport gemeinsam aus, sondern sie legen auch außerhalb der Sporthalle großen Wert auf gesellschaftlichen Zusammenhalt. Letzteres tun sie, indem sie unter anderem ihr Sommerfest oder ihre Weihnachtsfeier im angemessenen Rahmen gemeinsam feiern oder zu gemeinschaftlichen Busfahrten aufbrechen.
Und zu einer solchen Busfahrt machten die MTV-Herzsportler sich jetzt wieder zusammen mit ihren Partnern und Freunden im Rahmen ihrer diesjährigen Herbst-Halbtagesfahrt auf. Als Ziel hatten sie sich das nördliche Harzvorland, und hier speziell, die Glasmanufaktur „Harzkristall“ in Derenburg ausgesucht.
Mit dem Reisebus durchquerten sie zunächst das Luttersche Becken und vorbei an Schladen ging es in die am Südhang des Großen Fallsteins gelegene Fachwerkstatt Osterwieck. Diese Stadt hat in geschichtlicher Hinsicht einige Parallelen zu Seesen aufzuweisen, denn genau wie Seesen 974 erstmalig urkundlich erwähnt wird, wurden Osterwieck mit Urkunde vom 1. April 974 durch Herzog Otto II. die Markt- und Verkehrsrechte verliehen. Und beide Städte nahmen diese für sie weit zurückliegende urkundliche Erwähnung im Jahr 1974 zur Grundlage für ihre jeweilige 1000-Jahr-Feier.
Davon, dass Osterwieck ein fast vollständig geschlossenes Innenstadtensemble niedersächsischer Fachwerkstile aus 500 Jahren aufweist, konnten die Herzsportler sich bei einer kleinen Stadtrundfahrt einen Überblick verschaffen. Dass die gemeinsame niedersächsische Fachwerktradition aber auch verbindet, zeigt die offizielle Aufnahme von Osterwieck und Wernigerode in die „Deutsche Fachwerkstraße“, deren Verlauf bereits so bedeutende Orte wie Celle, Quedlinburg und Goslar einschloss.
Der Aufenthalt in der Domstadt Halberstadt reichte natürlich nicht aus, um sich den Domschatz anzusehen oder sich Teile des mit 639 Jahren dauernden längsten Musikstücks der Welt anzuhören, aber für einen kleinen Spaziergang rund um den Domplatz und das Rathaus genügte er dennoch, bevor die Fahrt weiter ging zur Glasmanufaktur Harzkristall.
Diese Manufaktur ist eine der wenigen Glashütten in Deutschland, die mundgeblasene Produkte herstellt. Spezialgebiete sind Vasen, Glasleuchten und die Herstellung von Glasteilen für den Denkmalschutz sowie Glaskunstprodukte in Zusammenarbeit mit namhaften Künstlern. So wurde beispielsweise die Deckenleuchten-Anlage des Abgeordneten-Cafés im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages oder die Jugendstillampen im Berliner Dom geschaffen.
Bevor die Herzsportler im Ausstellungsbereich der Manufaktur bei einem Gang durch die Räume, reichhaltig ausgefüllt mit kunstvoll gestalteten Vasen, Gläsern und auch Christbaumschmuck, sich dort von dem übergroßen Angebot überzeugen und das eine oder andere Stück erwerben konnten, waren für sie im angegliederten Café die Tische schon einladend gedeckt, so dass man dort natürlich erst einmal ein leckeres Stückchen Torte und Kaffee oder Tee „satt“ genießen konnte.
Diese Kaffeezeit nutzten nun Jörg Namyslo und Herbert Sander (die beiden, die bei der Herzsportgruppe sich um alles kümmern), um dem mitgereisten Ehepaar Eva und Jochen Liesner eine Überraschung zu bereiten. Und zwar überreichten sie – dem darauf wirklich nicht vorbereiteten Ehepaar – einen Präsentkorb nachträglich zum erst kurze Zeit zurückliegenden Fest der diamantenen Hochzeit. Mit diesem Geschenk dankten sie insbesondere Jochen Liesner im Namen aller Herzsportler für dessen Verdienste um den Herzsport, die er sich im Laufe der Jahrzehnte erworben hat. Jochen Liesner war Mitbegründer der Ambulanten Herzsportgruppe im Jahre 1985, hat in dieser Gruppe viele Aufgaben wahrgenommen und stand immer zur Verfügung, wenn Hilfe gebraucht wurde.
Ihren Heimweg richteten die Herzsportler so ein, dass sie auch noch einen Blick in die „grüne Stadt am Harz“, Wernigerode, einen Blick werfen konnten.
Alle waren sich einig, dass sie bei herrlichem Herbstwetter wieder ein paar tolle gemeinsame Stunden verbracht hatten und freuen sich nun schon auf die Fahrt in das Eichsfeld zu den Weihnachtskrippen, die am 6. Dezember, dem Nikolaustag, stattfinden soll.