Mutige Entscheidungen im Blick auf die Inklusion

Die Mitgliederversammlung der Lebenshilfe Bad Gandersheim-Seesen war gut besucht.
 
Anja Fehrmann (rechts) wurde als Stellvertretende Geschäftsführerin und Regine Vieler (Mitte) als Koordinatorin der „Kurpark-Schule“ vorgestellt. Harald Koplin (Zweiter von rechts) rückte als Beisitzer in den Vorstand nach. Zuvor hatten Hans-Werner Ohlsen und Bernward Steinkraus ihre Berichte in die Versammlung eingebacht. (Foto: Poerschke)

Lebenshilfe Bad Gandersheim-Seesen zieht Bilanz / Neue Ziele skizziert / Nachwahl zum Vorstand

Man kann Erfolge an eher nüchternen Zahlen und Daten festmachen, man kann sie aber auch anhand von projektgebundenen Zielvorgaben und deren Umsetzung ins Bewusstsein rücken. So wie beispielsweise im Rahmen der jüngsten Mitgliederversammlung der Lebenshilfe Bad Gandersheim-Seesen, zu der der Vorstand jetzt in das „Haus am Kurpark“ eingeladen hatte. Da war zwar von einer Bilanzsumme die Rede, die sich im vergangenen Jahr auf rund 4,83 Millionen Euro belief, und die einmal mehr aufzeigte, dass die Lebenshilfe nach wie vor auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten durchaus zu den festen Größen in der Region zu zählen ist. Da kam es dem 1. Vorsitzenden Hans-Werner Ohlsen sowie Geschäftsführer Bernward Steinkraus vor allem aber darauf an, diese „Bilanz“ mit Leben zu erfüllen.
Ohlsen, der zum Auftakt der Zusammenkunft unter anderem mit dem Repräsentanten der katholischen Kirchengemeinde Seesen, Diakon Wolfgang Heider, dem CDU-Ratsherrn Thomas Schmidt, sowie dem Vorsitzenden der Lebenshilfe Alfeld, Ernst-Martin Behrens, auch einige Gäste willkommen heißen konnte, läutete seinen Rückblick auf die in den abgelaufenen Monaten freigesetzten Aktivitäten sicherlich nicht von ungefähr mit dem Hinweis darauf ein, dass es „abermals gegolten habe, eine Reihe von mutigen Entscheidungen zu fällen“. Entscheidungen, die nach seinen Worten „in erster Linie vor dem Hintergrund der erforderliche Vertiefung der Integration in Richtung Inklusion gesehen werden müssen“.
Der Vorsitzende erinnerte bei dieser Gelegenheit an die Einweihung des „Treffs für alle“ im Seesener Bahnhof und an die der Logopädie-Praxis in der Kampstraße. Er erinnerte aber auch an die Aufnahme der Schulbegleitung respektive Integrationsassistenz sowie an den Beschluss, im „Haus am Kurpark“ einen Kneipp-Kindergarten einzurichten.
Einen breiteren Raum in seinen Ausführungen widmete Hans-Werner Ohlsen dem engen Schulterschluss der „Lebenshilfe“ mit dem Team-Partner „Braunschweigische Landessparkasse“, der überaus positiven Entwicklung der Schulpartnerschaft, die zwischen der „Specjalny Osrodek Szkolno Wychowawczy“ im polnischen Kozmin und der „Kurpark-Schule“ begründet worden war, der Einweihung der neuen Tagesförderstätte der Lammetal-Werkstätten und nicht zuletzt der offiziellen Eröffnung des Autismus-Therapiezentrums Süd-Ost-Niedersachsen in der Kampstraße, mit dem die Lebenshilfe Bad Gandersheim-Seesen rasch und kompetent auf einen steigenden Beratungs- und Therapie-Bedarf reagiert hatte.
Dass darüber hinaus die schon traditionellen Sommerfeste und vorweihnachtlichen Feiern in den Einrichtungen in Seesen und Bad Gandersheim sowie die diesjährige aktive Teilnahme gemeinsam mit polnischen Gästen aus Kozmin am Aktionstag der Lebenshilfe Niedersachsen vor wenigen Wochen in Hannover ebenso wenig in der Bilanz fehlten wie die bundesweite Präsenz der Lebenshilfe bei den wichtigsten Verbandsversammlungen, versteht sich da fast von selbst.
„Wir alle haben“, so unterstrich Hans-Werner Ohlsen zum Abschluss seines Berichtes, „eine weitere ereignisreiche Etappe auf unserem Weg zurückgelegt; wohlwissend dabei, dass wir uns auch in Zukunft immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen haben werden“. Dazu zählte er die anstehende Fertigstellung des Kneipp-Kindergartens im „Haus am Kurpark“ und auch die Planung und Realisierung eines Familienzentrums für Eltern und Kinder. Letzteres dabei „ganz im Zeichen der Inklusion, also der Öffnung auch nach außen“.
Dass das Jahr 2011 vorrangig im Zeichen von Investitionen und Instandhaltungs-Maßnahmen gestanden habe, betonte wenig später Geschäftsführer Bernward Steinkraus. Er bezifferte die Ausgaben auf rund 180.000 Euro, nannte als größte Investitionen die Einrichtung einer Praxis für Logopädie, die Ausweisung eines Sozialraumes für die Ergotherapie, den Ausbau des Familienentlastenden Dienstes sowie den des Familienunterstützenden Dienstes und schließlich die Möblierung des „Treffs für alle“.
Steinkraus verhehlte in diesem Zusammenhang nicht, dass sich „die Aufgabenfelder der Lebenshilfe als Folge der Inklusion in Zukunft weiter und nicht unerheblich verändern werden“. Und dass auch mit Blick auf bereits begonnene Maßnahmen, die nunmehr kontinuierlich erweitert, angepasst und fortgeschrieben werden müssten.
Noch bevor nach der einstimmigen Entlastung des Vorstandes und des Geschäftsführers der Schlussstrich unter den offiziellen Teil der Mitgliederversammlung gezogen wurde, rückte Hans-Werner noch zwei Mitarbeiterinnen ins rechte Licht, die mit neuen, ergänzenden Führungsaufgaben betraut wurden. So zeichnet Anja Fehrmann nunmehr als Stellvertretende Geschäftsführerin verantwortlich, Regine Vieler wiederum als Koordinatorin in der „Kurpark-Schule“. Und was die Nachwahl eines Beisitzers im Vorstand der Lebenshilfe betraf, so vermochte Harald Koplin (Ackenhausen) das einstimmige Votum der Teilnehmer auf sich zu vereinigen.
Wie schon im Vorjahr, so klang die Zusammenkunft erneut mit einem zünftigen Oktoberfest-Essen aus.