NABU Aufruf: Sozialer Wohnungsbau für Vögel

Die kleinen Turmfalken haben es sich in einem Nistkasten gemütlich gemacht. (Foto: bo)

„Bei Nistkästen auch an unbekanntere Gartenvögel denken“

Seesen / Bad Gandersheim (bo). Der Naturschutzbund NABU hat zu Herbstbeginn dazu aufgerufen, jetzt bereits mit dem Bau und der Anbringung von Nistkästen für Vögel, Fledermäuse und Insekten zu beginnen. „Das nächste Frühjahr lässt zwar noch mehr als vier Monate auf sich warten, aber schon jetzt ist es sinnvoll, an die kommende Brutsaison zu denken“, sagte der NABU Harzvorland
Nistkästen kennt fast jeder: Seit vielen Jahren werden Kohlmeise, Blaumeise und Star mit Brutgelegenheiten versorgt, die natürlichen Baumhöhlen nachempfunden sind. Besonders die langen Winterabende sind gut dafür geeignet, Nistgeräte aller Art selbst zu bauen. Die Bandbreite ist sehr viel größer, als so mancher denkt: Vom altbekannten Nistkasten reicht die Palette über Nistampeln bis hin zu Holzhäusern für Insekten.
Neben den bekannten Nistkästen für Kohlmeise und Co. kann man auch solche bauen, die von anderen Vogelarten besetzt werden. So zum Beispiel für den Kleiber, den Grauschnäpper, den Rotschwanz und den Mauersegler. Rauch- und Mehlschwalben bevorzugen Brutkästen aus Holz, aber auch für Hornissen, Hummeln, Wildbienen oder Fledermäuse lassen sich problemlos geeignete Behausungen zimmern“, erläutert Frau Steffens vom NABU Harzvorland.
Da Vögel in kalten Nächten gerne in Nistkästen schlafen, ist die Anbringung durchaus auch im Winter sinnvoll. Der NABU schätzt das Potenzial für Nistgeräte als sehr groß ein und betont, dass in jedem Garten zumindest eine „Grundausstattung“ an Nistmöglichkeiten vorhanden sein sollte. „In manchen Bereichen werden unsere Nistkästen sogar zu mehr als 90 Prozent angenommen“, betont die erste Vorsitzende Frau Steffens.
Nistmöglichkeiten im Garten verschaffen nicht nur den Vögeln Vorteile, auch Besitzer von Haus- und Kleingärten wissen davon zu profitieren. Die Anbringung von Nistkästen ist nämlich die effektivste Form der Kontrolle von Insekten. Keine „chemische Keule“, die ohnehin längst der Vergangenheit angehören sollte, kann auch nur ansatzweise so stark regulierend auf das kleine „Kribbelkrabbelvolk“ wirken wie brütende Vogelpaare. Die müssen nämlich während der Brut in schneller Frequenz ständig nach eiweißhaltigen Insekten, Würmern und Spinnen Ausschau halten.
An diesem Wochenende, 6. und 7. November, am „Tag des Tischlers“ können alle Interessierten in Zusammenarbeit mit dem NABU, Vogelfutterhäuser und mehr bei der Tischlerei und Glaserei G. Papenberg bekommen. Die Veranstaltung findet in der Neuen Straße in Bad Gandersheim statt.
Alle die selbst zu Hammer und Nagel greifen möchten und sich selber einen Nistkasten bauen wollen, können eine ausführliche Bauplansammlung und die Broschüre „Gartenlust – für mehr Natur im Garten“ mit zahlreichen Informationen zum naturnahen Gärtnern beim Naturschutzbund NABU in Bad Gandersheim, im NABU Eck, Burgstraße 4, jeden Sonnabend von 9.30 bis 12. Uhr erhalten.