NABU bittet um Unterschlupf statt Hausarrest für Igel

Nur wenn ein Igel auffallend unterernährt oder krank ist sollte er aufgenommen und einer Igelstation anvertraut werden.

Wer den Tieren wirklich helfen will, sollte im Garten für einen geeigneten Lebensraum sorgen

Seesen /Bad Gandersheim (bo). Bei sinkenden Temperaturen fragen sich wieder viele Mitmenschen beim Anblick eines Igels, ob das niedliche Stacheltier wohl heil über den Winter kommen wird. Für gesunde Igel gehören die Vorbereitungen zum Winterschlaf zur Routine. Die Tiere haben sich den Sommer über ausreichende Fettreserven zugelegt, von denen sie über Monate hinweg zehren können. Problematisch wird es für viele Igel hingegen bei der Suche nach einem geeigneten Winterquartier. Im Naturgarten, für den sich der NABU im Rahmen seiner Kampagne „Nachbar Natur” stark macht, finden die sympathischen Säugetiere ausreichend Unterschlupfmöglichkeiten unter Reisig-, Holz- und Steinhaufen oder in Hecken und Sträuchern.
Wer Igeln also wirklich helfen will, sollte im Garten für einen geeigneten Lebensraum und eine igelgerechte Nahrungsgrundlage sorgen. Grundsätzlich gilt: Je naturnäher Sie ihren Garten gestalten, umso geeigneter ist er als Lebensraum für Igel und den Rest seiner Lebensgemeinschaft. Den besten Schutz erfahren unsere heimischen Igel durch einen giftfreien und mit heimischen Pflanzen bestückten Naturgarten.
Insbesondere junge Igel können im Herbst auch tagaktiv sein, um sich die nötigen Fettreserven anzufressen. Diese Tiere sollten nicht aus falsch verstandener Fürsorge aufgenommen werden, warnen die Naturschützer. Die rechzeitige Einrichtung einer Futterstelle bietet eine gute Hilfe für untergewichtige Tiere. Für die Fütterung bietet sich Hunde- oder Katzenfeuchtfutter an, katzensicher dargeboten. Dies geht am besten, indem die Schmalseite einer Apfelstiege ausgebrochen wird und diese dann umgedreht, mit einem Stein beschwert, über die Futterschüssel gestellt wird, die Schüssel muss so tief hineingestellt werden, dass eine Katze den Napf nicht herausangeln kann.
Nur wenn ein Tier auffallend unterernährt oder krank ist, sollte es aufgenommen oder einer Igelstation anvertraut werden. Igel sind Wildtiere, keine Haustiere. Sollte Erste Hilfe für den Igel notwendig werden, empfiehlt der NABU, bei der nächsten Ortsgruppe sachkundigen Rat einzuholen oder sich an anderer Stelle über die artgerechte Betreuung zu informieren. Igel sind Wildtiere und unterliegen besonderem Schutz. Und einen Igel im Keller zu überwintern ist recht schwierig, arbeitsintensiv, kostenintensiv und auch nicht gerade geruchsarm.
Zahlreiche Informationen zum Thema bietet auch die 20-seitige NABU-Broschüre „Der Igel – Pflegefall oder Outdoor-Profi“. Diese Broschüre und noch viel mehr erhält man jeden Samstag von 9.30 Uhr bis 12 Uhr im NABU-Eck, Bad Gandersheim, Burgstraße 4.