Nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf

In Dörnten erfolgreich: die Nachwuchsbrandschützer aus Othfresen und Seesen haben sich für den Bezirksentscheid qualifizieren können.
 
Geschick ist gefragt, wenn die Knoten richtig sitzen müssen.

Jugendfeuerwehren aus Othfresen und Seesen qualifizieren sich für Bezirksentscheid

Der Wunsch aller Gruppen beim Bundeswettbewerb der Jugendfeuerwehren ist es natürlich, weiter zu kommen. Denn alle zwei Jahre haben sie sogar die Chance über Bezirk- und Landesentscheid bis zum Bundesentscheid zu kommen, wie in diesem Jahr. Dazu musste aber jetzt erstmal der Kreisentscheid überstanden werden. Bei den Wettbewerben zählt allerdings nicht nur der Erfolg der Gruppen. Der A-Teil besteht aus einem dreiteiligen Löschangriff, in dem die Jugendfeuerwehrmitglieder ihr feuerwehrtechnisches Können unter Beweis stellen. Knoten, Leiter besteigen, Verteiler, Hydranten und Pumpen bedienen und natürlich das Verlegen von Schlauchleitungen gehört zum Alltag eines jeden Feuerwehrmitglieds.
Auch im zweiten, den B-Teil, geht es um Feuerwehrtechnik und Fitness, dies ist ebenfalls wichtig für die kommenden Aufgaben als Feuerwehrmitglied. Dort sind auf einer 400 Meter langen Staffelstrecke Aufgaben, wie das Aufrollen eines 15-Meter-Schlauches und das Anfertigen eines Knotens an einem Strahlrohr, gefragt.
In diesem Jahr trafen sich dazu acht Gruppen auf dem Sportplatz in Dörnten. Die Jugendfeuerwehren aus der Gemeinde Liebenburg hatten sich zur Ausrichtung der Wettbewerbe bereit erklärt und sorgten mit Gegrilltem und Getränken für die Versorgung der Gruppen und Zuschauer sowie die Logistik der Wettbewerbsgeräte.
Alle Gruppen gaben ihr Bestes und zeigten, dass sie voller Spaß und Stolz bei der Jugendfeuerwehr dabei sind. Am Ende konnte aber nur eine Gruppe gewinnen und nur drei Gruppen weiterkommen.
Die Siegerehrung fand um 11.45 Uhr statt. Kreisjugendfeuerwehrwart Jürgen Hage gratulierte aber zunächst den beiden Geburtstagskindern Gemeindejugendfeuerwehrwart Ulf Bestian und Wertungsrichterin Silvia Lüders. Den Glückwünschen schlossen sich Kreisbrandmeister, die Jugendfeuerwehr Upen und zum Schluss alle Anwesenden an. Kleine Geschenke wurden ebenfalls überreicht. Dann ging es endlich an die Platzierungen der Jugendfeuerwehren. Alle Platzierungen wurden von einem Jubel der noch nicht genannten Gruppen begleitet. Am Ende setzte sich die Jugendfeuerwehr Othfresen gleich mit beiden gestarteten Gruppen durch und belegte die Plätze eins und zwei.
Als Dritter wird die Gruppe aus Seesen an dem Bezirksentscheid in drei Wochen teilnehmen. Die Othfresener nahmen auch den vom Kreisbrandmeister Uwe Borsutzky in diesem Jahr neu gestifteten Wanderpokal mit nach Hause. Der alte Wanderpokal ging drei Jahre nacheinander an dieselbe Jugendfeuerwehr. Und auch das war die Jugendfeuerwehr Othfresen. Die kleinen Pokale für die Plätze eins bis drei wurden dankenswerterweise von der Sparkasse Othfresen gesponsert.


Informationen zum
Bundeswettbewerb

Der Bundeswettbewerb ist ein Leistungsvergleich der Jugendfeuerwehren aus ganz Deutschland. Er findet regelmäßig jedes Jahr statt. Erst auf Kreisebene, dann im Bezirk und anschließend auf Landesebene. Nur die Besten kommen weiter, was aber nicht heißen soll, dass die anderen nicht gut waren. Dabei sein ist alles!
Der Bundeswettbewerb besteht aus zwei Teilen, den A-Teil und den B-Teil. In die Bewertung fließt noch die so genannte B-Note (Verhaltensnote) ein. Alle Übungen werden in der Gruppe bestehend aus neun Jugendlichen durchgeführt.
Zunächst wird ein dreiteiliger Löschangriff vorgeführt. Der dreiteilige Löschangriff ist der „Standard-Angriff“ der Feuerwehr zum Löschen eines Feuers. Hierbei ist es notwendig eine Wasserversorgung aus einem Hydranten oder eines offenen Gewässers herzustellen. Diese werden bei den Wettbewerben aber nur angedeutet.
Von der Pumpe muss anschließend ein Schlauch zu einem Verteiler gelegt werden. Dieser hat die Aufgabe eine große ankommende Schlauchleitung in drei kleinere für die einzelnen Trupps aufzuteilen. Am Ende hat jeder Trupp ein Strahlrohr in der Hand und könnte nun Löschen. Als letzte Übung im A-Teil wird gleich im Anschluss noch das Anlegen von vier Knoten oder Stichen, die in der Feuerwehr genutzt werden, verlangt.
Anschließend treffen sich die Wertungsrichter zum Fehlerpunkte zusammentragen und um über die B-Note (Verhaltensnote) abzustimmen.
Der Staffellauf als zweiter Teil ist kein normaler Staffellauf, denn auch er enthält Feuerwehrtechnische Aufgaben. An ihm müssen die gleichen neun Jugendlichen einer Gruppe teilnehmen, wie auch im A-Teil. Die längen der Strecken sind von vornherein festgelegt. Läufer eins und Läufer zwei müssen „nur“ laufen. Läufer drei einen C-Druckschlauch aufrollen, Läufer vier über einen Balken laufen, Läufer fünf liegt auf der Trage, er muss, nachdem der Staffelstab auf seine Handschuhe gelegt wurde, einen Helm, Handschuhe und eine Zweidornschnalle anlegen und weiter laufen, Läufer sechs muss erneut „nur“ laufen, Läufer sieben, zusammen mit Läufer acht, an der Wechselmarkierung einen Knoten an einem Strahlrohr anlegen, anschließend läuft Läufer acht zu Läufer neun, der einen Leinenbeutel aus acht Meter Entfernung in ein Ziel werfen muss. Wenn er selbst im Ziel ankommt ist die Übung beendet.
Auch hier treffen sich die Wertungsrichter zum Besprechen der Fehlerpunkte und der B-Note.
Bei einer feierlichen Siegerehrung werden alle Gruppen mit ihren Plätzen und ihrer Punktzahl erwähnt. Es gibt für jede teilnehmende Gruppe eine Urkunde. Die ersten drei Plätze erhalten sogar Pokale dazu. Überreicht werden die von Vertretern der Feuerwehr und des Ausrichtungsortes/-gebietes. Alle zwei Jahre kommen die erfolgreichsten Gruppen aus den Kreisen zusammen und treten bei dem Bundeswettbewerb auf Bezirksebene an.