Nächster Halt:Anti-Aggressions-Training/ Seesener (29)sorgt im Zug für Randale

Ein Bahnticket: 26 Euro, eine neue Brille: 400 Euro, freundliche Fahrgäste im gleichen Abteil: unbezahlbar

Wegen des Tatvorwurfes der Körperverletzung stand am gestrigen Dienstag ein 29-jähriger Seesener vor dem Seesener Amtsgericht.
Der gebürtige Serbe hatte im Juli vergangenen Jahres einen 26-jährigen Mann aus Göttingen scheinbar grundlos ins Gesicht geschlagen – der Geschädigte kam mit einer zerstörten Brille im Wert von 400 Euro und einer Schädelprellung davon.
Zum Tathergang: Gemeinsam mit seiner Freundin bestieg der 26-jährige Wissenschaftliche Mitarbeiter und Doktorand aus Göttingen den Zug aus Hannover in Richtung Göttingen. Kurze Zeit später betrat der Angeklagte den Zug. Schon zu Beginn der Fahrt sorgte der Seesener für Aufruhr in dem Abteil. Die Freundin des Geschädigten fragte den unangenehmen Passagier lediglich, ob er denn keine Manieren habe, als ihr der 29-Jährige zerkautes Essen in seinem Mund zeigte.
Beim Einfahren in den Göttinger Hauptbahnhof versperrte der Angeklagte dem Pärchen den Weg, als es sich in Richtung Ausstieg begeben wollte. Als er höflich aufgefordert wurde, den Weg frei zu geben, schubste der Seesener die junge Frau an die Seite und verpasste dem Göttinger einen Schlag ins Gesicht – dabei verlor der 26-Jährige seine Brille, die er versuchte aufzuheben. Beim Suchen der Brille erhielt der Mann weitere Schläge auf das Ohr und auf den Hinterkopf. Der Göttinger sah sich und seine Freundin in Gefahr und setzte sich mit einem Schlag in den Magen zur Wehr. Das „Echo“ ließ nicht lange auf sich warten: Nun schlug der Seesener mit der Faust auf den Kopf des Geschädigten. Anschließend verließ der Angeklagte schnellen Fußes den Zug und das Bahnhofsgelände.
Ein Schüler, der sich ebenfalls in dem Zug befand, beobachtete den Vorfall und sagte vor Gericht als Zeuge aus.
Der Angeklagte schilderte den Tathergang anders.Seiner Meinung nach habe der 26-Jährige zuerst zugeschlagen – eine reine Schutzbehauptung, wie die Staatsanwältin erkannte. Dennoch zeigte sich der 29-Jährige weitestgehends geständig und entschuldigte sich bei dem Geschädigten.
Richter Rolf Stratmann verurteilte den bereits einschlägig vorbestraften Mann wegen vorsätzlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Sachbeschädigung zu einer Schadenswiedergutmachung in Höhe von 400 Euro. Zudem hat er ein Anti-Aggressions-Training zu absolvieren und muss sich der Betreuung durch die „Seesener Brücke“ unterstellen.