„Narben-Jack“ und „Glasaugen-Moni“ entern Haus am Kurpark

„Häppchenweise“ wurde dieses meterlange Kunstwerk gegen kleine Spenden verkauft.

Trotz Regen herrscht Superstimmung beim Piraten-Sommerfest der Lebenshilfe /

Wenn jemand auf den Sieben Weltmeeren zuhause ist, dann kennt er sich mit dem feuchten Element aus wie kein anderer. So wie die Piraten. Auf eine kräftige „Dusche“ von oben kann aber auch der Größte unter den Freibeutern gut und gern verzichten. Doch man soll die Feste ja bekanntlich feiern wie sie fallen, und so ließ man sich bei der Lebenshilfe Bad Gandersheim-Seesen keine grauen Haare wachsen. Die hatte am Samstag nämlich zum Piraten-Sommerfest ins „Haus am Kurpark“ eingeladen und sah sich einer dichten Wolkendecke gegenüber, aus der es immer wieder schüttete wie aus Eimern.
Am Besucherzustrom änderte das glücklicherweise nichts. Den ganzen Nachmittag über waren die Räumlichkeiten der Einrichtung rappelvoll. „Natürlich hätten wir gern draußen in der Sonne gefeiert, aber es geht auch so. Platz genug haben wir ja“, sagte Geschäftsführer Bernward Steinkraus und freute sich über den großen Zuspruch. Unter anderem konnte er an diesem Tag die SPD-Landtagsabgeordnete Petra Emmerich-Kopatsch willkommen heißen.
Ob junge Generation oder älteres Semester, enttäuscht wurde an diesem Tag sicher niemand. Dafür hatte das bunte Piratenprogramm einfach zu viel zu bieten. So konnten kleine und große Seeräuber am Glücksrad drehen und Flummis, Sticker, Luftballons und Schlüsselanhänger „erbeuten“, sich ihre eigene Piratenfahne mit Totenkopf und Säbel drucken oder den richtigen Schlüssel zur Schatztruhe finden, um an den „süßen“ Inhalt zu gelangen. Nur ein paar Schritte weiter wurden an der Piratenbar allerhand stärkende Drinks wie Abenteuer-Bowle, Paradiso oder Captain Jack geordert. In der Schmink­ecke wurde währenddessen für ein entsprechendes Äußeres der kleinen Kaperfahrer gesorgt – und das auf Wunsch sogar mit Tattoos.
Ein Höhepunkt war zweifelsohne die Piratentaufe. Denn wer ein echter Schrecken der Meere werden will, der muss erst einmal Mut beweisen. Dazu galt es beispielsweise, dem Piratenhauptmann zu helfen. Dem waren nämlich seine Gold- und Silberstücke in den Rumtopf gefallen. Wer sie wieder herausfischte, bekam am Ende seine ganz persönliche Taufurkunde mit dem eigenen Piratennamen. Die frisch gebackenen Freibeuter hießen dann etwa „Fessel-Flint“, „Hinkefuß“, „Narben-Jack“ oder „Glasaugen-Moni“. Und für sie ging’s entweder gleich weiter zum Foto-Shooting – in voller Montur mit Hut und Säbel und der großen Schatzkiste zu Füßen – oder zur Schatzsuche am Meeresstrand.
Die größeren Piratenfestbesucher schlugen derweil beim großen Kuchenbuffet kräftig zu oder schauten einmal beim Seesener Grafiker und Karikaturisten Gertpeter Zeuch vorbei. Der hatte Tage zuvor mit den Kindern des Hauses am Kurpark ein mehrere Meter langes Kunstwerk geschaffen. Gegen eine kleine Spende für die Lebenshilfe durften sich die Sommerfest-Gäste einen Ausschnitt auswählen, der dann feinsäuberlich mit dem Skalpell herausgetrennt wurde. Solch ein Unikat gibt’s nun wirklich nicht alle Tage.