Nationalmannschafts-Holzpavillon für Münchehof

Da fehlt nur noch das Dach: Die Zimmerer-Nationalmannschaft erstellte unter Wettbewerbsbedingungen diesen Holzpavillon. Münchehofs Ortsbürgermeister Joachim Pedroß (vorn, Mitte) freute sich über dieses Geschenk. (Foto: Knoblich)
 
Informationen gab es in Hülle und Fülle. (Foto: Knoblich)

Tolle „Tage der offenen Tür“: Deutschlands beste Zimmerer schlagen bei Fermacell Trainingslager auf

Solche „Tage der offenen Tür“ könnte es häufiger geben. Während das Fermacell-Werk in Münchehof interessierten Besuchern einen Blick hinter die Kulissen der Produktion bot, konnte im nicht weit entfernten Info-Zentrum Winterberg bei Bad Grund den Jungs der Zimmerer-Nationalmannschaft bei ihrer Arbeit über die Schulter geschaut werden.

Von Karsten Knoblich

Münchehof. Für die Zimmerer-Nationalmannschaft hat die heiße Phase der Wettbewerbsvorbereitungen begonnen. Bis zur Berufsweltmeisterschaft in London sind es noch 160 Tage, bis zur Zimmerer-Europameisterschaft 2012 in Stuttgart noch acht Monate. Da traf es sich gut, dass das Team mit sechs Gesellen sein Trainingslager im Info-Zentrum der Fermacell GmbH bei Bad Grund aufschlagen konnte. Nicht ohne Grund: Fermacell, seit 40 Jahren erfolgreich am Markt, ist einer der Leistungspartner der Zimmerer-Nationalmannschaft beziehungsweise derem Träger, der Berufsorganisation Holzbau Deutschland.
Wie bei allen Trainings und Wettbewerben erstellten die Mannschaftsmitglieder – Sören Schierbaum (Melle/Niedersachsen), Philipp Stich (Schleiz/Thüringen), Andreas Fichter (St. Georgen/Baden-Württemberg), Christopher Hauk (Rettersheim/Bayern), Thomas Kremer (Mettlach/Saarland) und André Müller (Neudorf/Sachsen-Anhalt) – eine anspruchsvolle Holzkonstruktion. In diesem Fall handelte es sich um einen Holzpavillon. Das Ganze schafften sie mit der nötigen Präzision – schon bei fünf Millimeter Abweichung gibt’s keine Punkte mehr – in 22 Stunden. Mehr Zeit bleibt ihnen dafür auch im Wettbewerb nicht. Durch die „Tage der offenen Tür“ konnten die jungen Talente unter den Augen der Öffentlichkeit arbeiten und fanden somit realitätsnahe Bedingungen vor.
„Wir freuen uns sehr, dass wir die Zimmerer-Nationalmannschaft bei Fermacell begrüßen und die Mitglieder für die bevorstehenden Meisterschaften stärken konnten“, sagte Heinrich Rohlfs, Leiter Produkte und Systeme bei Fermacell, im Rahmen einer kleinen Feierstunde nach Abschluss der Arbeiten. Der Werkstoff Holz sei ein absoluter Trendstoff und für Fermacell bereits seit 40 Jahren ein hervorragender System-Partner. Rohlfs: „Es ist schön zu sehen, dass sich der moderne Holzbau immer größerer Beliebtheit erfreut – dazu tragen wir gerne bei“.
Apropos Feierstunde: Der Auftritt der Nationalmannschaft im Info-Zentrum Winterberg ist für den Seesener Ortsteil Münchehof ein echter Glücksfall. Die Repräsentanten von Fermacell und Holzbau Deutschland stifteten nämlich gemeinsam den Holzpavillon und übergaben ihn dem Münchehöfer Ortsbürgermeister Joachim Pedroß. Bedingung ist, dass die Konstruktion einem guten Zweck zugeführt wird. Und den hat man längst gefunden. „Wir wollen den Pavillon auf dem Dorfplatz, dem Filetstück Münchehofs, aufbauen“, sagte Pedroß. Dort soll das Kunstwerk bei guter Pflege möglichst viele Jahre als schmuckvolle Überdachung der neu anzulegenden Sandgrube dienen. Der Ortsbürgermeister zog seine ganz eigene Bilanz dieser „Tage der offenen Tür“: „Sie haben eines ganz deutlich gezeigt: Das alte Sprichwort ‘Handwerk hat goldenen Boden’ hat nach wie vor seine Berechtigung.“
Die zweitägige Veranstaltung hatte aber noch mehr zu bieten. Da konnte das Fermacell-Info-Zentrum mit Werkstatt und Ausstellung erkundet, unter Anleitung von Profis selbst gesägt, gebohrt und gehämmert und sich über neue Berufe im Holzhandwerk informiert werden. Außerdem lockte eine große Tombola mit attraktiven Preisen. Und auch die Kinder konnten über mangelnde Beschäftigung nicht klagen.