Naturschauspiel: Invasion der Gespinstmotten verunsichert Bürger und Einsatzkräfte

Ein gespenstisch bizarres Bild: In einzelnen Raupensammelnestern befinden sich unzählige kleine gefräßigen Raupen.

Gespinstmotten hüllen am Ortsrand von Bornhausen einen Strauch mit ihren silbrigen Fäden vollkommen ein. Besorgte Menschen wissen nicht wie und ob sie etwas gegen die vermeintlichen Schädlinge tun sollen. Der Anfangsverdacht, es könne sich um giftige Eichenprozessionsspinner handeln, bestätigte sich in Bornhausen nicht.

Am Freitagabend meldete ein besorgter Bürger und Naturfreund aus Rhüden einen verdächtig eingesponnenen Busch am Radweg zwischen Bornhausen und Rhüden. Hunderte kleine, weiß-schwarz gepunktete Raupen, hatten dort einen großen Busch mit ihrem silbrigen Gespinst eingehüllt. Dem Betrachter bot sich ein gespenstisch bizarres Bild, welches im Sonnenlicht an eine Schneelandschaft erinnerte. Außer den skelettierten Trieben, blieb nach der Invasion nicht mehr viel vom Busch übrig. Mit respektvollem Abstand, begutachteten die Kräfte des Baubetriebshofes, der Seesener Polizei und Feuerwehr die einzelnen Raupensammelnester, die Hunderte der gefräßigen Raupen vereinen. „Es kommt in der Natur öfter vor, dass Raupen sich massenhaft vermehren und Sträucher zum Schutz ihrer Nachkommen einspinnen.“ erklärt Hans Wilhelm Schacht, Gärtnermeister des Baubetriebshofes, gegenüber der Zeitung. Nach einer sieben wöchigen Fresszeit verpuppen sich die kleinen Raupen und das ganze Spektakel ist vorbei. Was bleibt sind die silbrigen Gespinste, die an die Invasion der Gespinstmotten erinnern.

„Hätte man den Befall frühzeitiger bemerkt, so hätten die befallenen Triebe abgeschnitten und entfernt werden können.“ betont der Leiter des Seesener Baubetriebshofes Thorsten Vollbrecht. Das Gespinst in Bornhausen war bereits vollständig ausgebildet und alles Grün vom Busch gefressen, da macht es keinen Sinn mehr die Raupen noch bekämpfen zu wollen, fuhr Vollbrecht fort. Die eingesetzten Kräfte haben das Richtige getan, denn es galt erst mal darum, dem Anruf des besorgten Bürgers nachzugehen und auszuschließen, dass es sich zum Beispiel um giftige Eichenprozessionsspinner handeln könnte. Im Larvenstadium tragen die Eichenprozessionsspinnerraupen giftige Raupenhaare, die bei uns Menschen allergische Reaktionen und Entzündung auslösen können. Da sich der Anfangsverdacht vor Ort nicht bestätigte, sah man von weiterführen Bekämpfungsmaßnahmen ab.