Neu im Beobachter: Die Buschtrommel

Redakteur Ulrich Kiehne rührt die Buschtrommel!

Kolumne zum Wochenende: Gelber Schnee, geheime Ministerin, giftige Eier

Neues Jahr, neue Vorsätze! Schon seit einigen Wochen geistert der Gedanke in den Köpfen der „Beobachter“-Redaktion herum, mit einer Kolumne eine neue Rubrik im Lokalen zu öffnen. Heute ist es endlich so weit. Ab sofort betrachtet die Redaktion die Geschehnisse in Stadt und Land mit der Kolumne „Die Buschtrommel“ – natürlich aus einer ein wenig anderen Perspektive.

Warnen Sie ihre Kinder – „Gelben Schnee isst man nicht!“ – diese Verbotsschilder könnten in naher Zukunft die Parkplätze der Tank & Rast Harz zieren.Dann nämlich, wenn das Pippi-Unternehmen Sanifair weiterhin 70 Cent für die Toilettennutzung nehmen will und der Besucher die freie Wildbahn dem durchlassbeschränkten WC vorzieht. Zugegeben, das Thema ist allmählich ausgelutscht, der Versuch der Stadt Seesen, dem WC-Riesen die Stirn zu bieten, war aber trotzdem aller Ehren wert. Geholfen hat es (vorerst) nichts. Ob die richtige Gesetzesauslegung oder falscher Wirtschafts-Lobbyismus verantwortlich dafür ist, dass der Streit seitens des Wirtschaftsministeriums erstickt wird, darüber streiten sich die Verantwortlichen.

Ist der „Beobachter“ parteiisch? ImWahlkampfjahr 2011 schärfen die politischenGemüter denBlick und beginnen schon im Januar mit dem Zeilenzählen. Wie viel Berichterstattung bekommt CDU-Kandidat Erik Homann, wie oft kommt Hanna Kopischke (SPD) im Blatt vor? Der „Beobachter“ wird also schon jetzt zum Leitmedium der Seesener Bürgermeister-Wahl stilisiert. Uns ehrt das ja ganz besonders, endlich wird der Zeitung die Aufmerksamkeit zuteil, die sie schon immer verdient. Aber wir müssen alle Leser weiterhin enttäuschen: Wir können, wollen und werden auch in Zukunft keinen Bürgermeis­ter ins Amt schreiben.

Was darf geheim bleiben und was nicht? Während die Stiftung „Kirche in unserer Zeit“ schon im Januar freudig mitteilt, dass es gelungen ist, mit Vier-Sterne-General Egon Ramms (62) einen der ranghöchs­ten deutschenSoldaten und Afghanistan-Experten zum Stifterfest am 25. März ergattert zu haben, lassen die Macher des Herrenabends das Spiel „Der Prominente imSack“ zu neuenEhren gelangen. Schon seit Jahren will man die Gäste des Charity-Abends in Harriehausen mit einem prominenten Redner aus der „großen“ Politik überraschen. Die Überraschung ist seit Donnerstag keine mehr. Ein wenig angesäuert reagierte das Herrenabend-Organisations-Team auf eine Vorab-Veröffentlichung einer benachbartenTageszeitung, die die Katze aus dem Sack ließ. Jetzt ist bekannt: Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan (39) wird den Herren beim 20. Benefizabend am 4. Februar einen Besuch abstatten. Unter uns: Das zu berichten, ist aber auch kein Hochverrat!

Ein Anruf zum Dioxinskandal hat die Redaktion Anfang der Woche erreicht. Eine besorgte „Beobachter“-Leserin wollte von uns wissen, ob nach demBekanntwerden des Skandals nicht alle giftigen Seesener Frühstückseier aus den Kühlschränken sofort zum Sondermüll gebracht werden müssten. Eine Antwort konnten wir aus Ermangelung von Fachwissen nicht geben. Mehr und mehr leuchtet aber ein, dass unsere Leserin eigentlich total recht hat. Was also machen wir mit unseren faulen Dioxin-Eiern? Hat vielleicht irgendjemand eine Idee?