Neuanfang mit 16 Hertz

(Foto: Martin Huch)
 
(Foto: Martin Huch)
 
(Foto: Martin Huch)

Wie aus Exit Inside 16 Hertz wurde und warum die vier Musiker jetzt auf Deutsch rocken

Sängerin Annika verrät im Interview mit der Boulevard Redaktion eines ihrer wohl größten Geheimnisse

Seinen Anfang fand damals alles, als sich die lokale Band „Exit Inside“ im Jahre 2005 gründete. Als Sänger David Friedrich und Gitarrist Marcel Heise die Band Ende 2009 verließen, fand der erste Umbruch statt. Gründungsmitglied David Kozniewski und Bassist Marc Mengler suchten wieder Verstärkung. Besetzt wurden die beiden fehlenden Positionen schließlich durch Annika Sointé (Gesang) und Robin Armbrecht (Gitarre). Zunächst spielte die Band unter ihrem bisherigen Namen weiter, bis man schließlich feststellte, dass etwas Neues her muss.
Im Tonstudio probierten Annika, David, Marc und Robin sich das erste Mal an deutschen Texten – und siehe da: Das macht ganz schön Spaß. Die Band begeht Neuland und fühlt sich mehr als wohl. Schließlich fällt es den jungen Künstlern wesentlich leichter, bestimmte Dinge in Songs zu verpacken und auszudrücken, wenn diese in ihrer Muttersprache geschrieben und gesungen werden. Die Texte sind eingängig und charmant provokant. Ihre Musik wirkt frisch, frech und trifft direkt auf den Punkt.
Fehlt nur noch der passende Name. Nach langer Suche war man sich auch hier einig: „Wir sind 16 Hertz!“ Warum? Schlagzeuger David erklärt im Interview mit der Boulevard Redaktion, dass der Hörbereich eines Menschen im Alter zwischen zwei und fünf Jahren bei 16 Hertz liegt. Im Alter verschiebt sich dieser Bereich und liegt etwa bei 19 bis 20 Hertz. Man hört die 16 Hertz nicht mehr, kann sie aber immer noch fühlen. Die Musik von 16 Hertz soll also etwas sein, was man fühlt.

Der nächste Schritt um weiterhin auf Bühnen und vielleicht auch einmal größeren Bühnen spielen zu können ist bereits getan. Annika, David, Marc und Robin wurde der Wechsel in die professionelle Ebene ermöglicht. Sie arbeiten nun mit einer sehr renommierten Booking-Agentur zusammen. Das Konzertbüro „Extra Tours“ arbeitet mit namhaften Bands wie beispielsweise Subway to Sally, Letzte Instanz, Jennifer Rostock oder Revolverheld und ist ein riesiger Schritt für die lokale Alternative und Indie-Rock Band aus Seesen.
Gemanagt werden 16 Hertz außerdem von „Monster Artists“, einer innovativen Management Firma aus Göttingen. Über diese Neuerungen sind die jungen Musiker ganz besonders glücklich.
Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Teilnahme an der Showbox 2011. Die Talentschmiede für Popularmusik in Niedersachsen wird von der Landesarbeitsgemeinschaft Rock in Niedersachsen e.V. organisiert und bietet lokalen Bands die Chance, ein professionelles Fundament für ihre Karriere zu legen. Die Showbox ist ein gezieltes Bandcoaching, bei dem die Musiker mit erfahrenen Dozenten aus dem Musik-Business für fünf Tage lang ihre Strategie entwickeln, an ihrer Präsentation auf und abseits der Bühne arbeiten sowie ein Electronic Press Kit erstellen, um sich bei Plattenfirmen und Veranstaltern vorstellen zu können.

Die erste 16 Hertz-Show in Seesen können die Fans im Dezember live miterleben, wenn der Musicpoint Seesen wieder zum Christmas-Rock einlädt. Alle ehemaligen Exit Inside-Fans und neuen 16 Hertz-Fans können sich also den 10. Dezember schon einmal rot im Kalender anmarkern: dann feiern Annika, David, Marc und Robin ihr großes Debüt in Seesen. Wer es bis dahin kaum erwarten kann und neugierig geworden ist, kann bereits vorab auf der Homepage www.16hertz.de alle Informationen, Songtexte und Videos anschauen. Reinhören lohnt sich!



Und das ist 16 Hertz:

Annika Sointé (Gesang), geboren am 10. Juni 1989 in Braunschweig. Nach ihrem Abitur im Jahre 2009, begann sie eine Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation.
Auf die Frage, wie sie zum Singen gekommen sei, macht sich allgemeine Erheiterung bei den übrigen Bandmitgliedern breit. Annika verrät uns ihr lang gehegtes Geheimnis: „Ich habe früher schon gerne gesungen und habe auf Anraten meiner Freunde schließlich 2007 bei Popstars mitgemacht“. Sie kam damals unter die letzten 27. Mitlerweile, erklärt Annika, könne sie offen darüber sprechen. „Ich war damals 16.... und ich weiß, dass ich jetzt besser singe“.

• Und so beschreibt David seine Bandkollegin Annika: „Annika ist definitiv immer verballert. Sie quasselt immer und ständig – auch mit sich selbst und wenn es nicht nötig ist. Sie hat immer ein Weh-Wehchen und nie einen konkreten Plan.“
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David Kozniewski (Schlagzeug) wurde am 29. November 1985 in Kattowitz, Polen, geboren, und lebt seit jüngster Kindheit in Seesen. „Ich war nur kurz drüben, um geboren zu werden“, scherzt David. Sein Fachabitur machte er später in Göttingen, bevor er eine Ausbildung zum Technischen Zeichner in Bockenem begann. In seinem Ausbildungsbetrieb ist er bis heute geblieben – nun studiert David im Dualsystem Konstruktionstechnik.
Davids Musikkarriere begann in der Seesener Jugendfreizeitstätte – hier lernte er das Schlagzeugspielen und gründete gemeinsam mit David und Marcel „Exit Inside“.

• Und das sagt Robin über David: David ist ein sehr strukturierter Mensch. Er hat immer einen Plan – selbst wenn er keinen hat, tut er so als ob er einen hätte. David ist durch und durch ein Techniker. Er ist für uns das, was Homo Faber für Max Frisch war: der technische Mensch. Er hat aber auch ein sehr großes Herz und ist für uns wie ein plüschiger Teddy-Bär.“
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Marc-André Mengler (Bass) wurde am 29. September 1989 in Wolfenbüttel geboren und ging dort auch zur Schule. Anschließend besuchte er das Wirtschaftsgymnasium und leistete auf einer Paliativstation seinen Zivildienst ab. Zurzeit studiert Marc Geschichte und Germanistik auf Lehramt an der Technischen Universität in Braunschweig.
Mit 15 Jahren hielt Marc das erste Mal die Bassgitarre in der Hand. Angefangen hatte er, weil er Lust hatte Musik zu machen und seine Freunde in einer Punk-Band spielten. So lernte „Exit Inside“ Marc übrigens auch kennen: Als er bei einem Konzert, auf dem sich die beiden Bands begegneten, dass Effektboard ausleihen wollte.

• Was Annika über Marc sagt: „Marc ist der Freak in der Band. Der hat sie nicht mehr alle. Er ist bunt und böse aber nicht doof. Bei ihm wirkt alles wie pures Chaos, ist aber irgendwie durchdacht. Marc ist ein riesiges Freilassen von Tornados aus Regenbogen-Ponys und Verderben. Und das kommt alles in Form von Musik und Worten aus seinem Mund.“
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Robin Armbrecht (Gitarre) wurde am 6. April 1992 in Herzberg geboren. Zunächst wohnte er in Förste und besuchte die Haupt- und Realschule in Badenhausen, bevor er später nach Hörden zog. Momentan macht er sein Fachabitur.
Robin begann mit 13 Jahren seine Leidenschaft für die Musik zu entdecken und Gitarre zu spielen. Wenig später sammelte er die erste Banderfahrung. Kennengelernt hat er „Exit Inside“ bei einem Konzert in Bad Grund. Als diese später einen Gitarristen suchte, erklärte Robin sich bereit einzuspringen. Er wollte eine Veränderung und fand sich in der Musik von „Exit Inside“ wieder.

• Und so beschreibt Marc Robin: „Robin ist die Neutralität in Person. Das ist zum Teil ganz gut, manchmal kann das aber auch echt nervig sein. Er kann aber auch in gewissen Momenten, wenn niemand damit rechnet, sehr schlagfertig sein. Stille Wasser sind ja bekanntlich tief.“