Neue Ärzte für den Harz? – es liegt nicht nur an den Verdienstmöglichkeiten

Von links: Dr. Thorsten Kleinschmidt, Dr. Jürgen Peter, Hubert Jahns, Bürgermeister der Stadt Seesen, Petra Emmerich-Kopatsch (MdL), Landrat Stephan Manke und Dr. Carola Reimann (MdB). (Foto: bo)

SPD-Unterbezirk und Kreistagsfraktion initiierten Diskussionsrunde

„Wie machen wir die Gesundheitsregion Harz attraktiv für neue Ärzte?“ dieser Frage stellten sich Dr. Carola Reimann MdB, Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheit des Deutschen Bundestags, Dr. med. Thorsten Kleinschmidt, Sprecher des Bezirksausschusses der Bezirksstelle Braunschweig der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen und Dr. Jürgen Peter, Vorstandsvorsitzender der AOK Niedersachsen auf einer Veranstaltung des SPD-Unterbezirks und der SPD-Kreistagsfraktion.
Seesen / Goslar (bo). 100 Gäste, darunter Ärzte, Klinikchefs, Apotheker, Patienten und Bürgermeister diskutierten darüber mit den Experten.
„Gute Angebote in den Bereichen Vorsorge, Akutbehandlung und Nachsorge sind Stärken der Gesundheitsregion Harz“, stellte die SPD-Unterbezirksvorsitzende Petra Emmerich-Kopatsch MdL fest und fuhr fort: „Aber wir müssen jetzt schon an die Zukunft denken. Der Anteil der Einwohner über 60 Jahre wird hier im Landkreis Goslar weiter steigen. Wenn die Menschen älter sind, sind sie oft auch kränker – brauchen also öfter einen Arzt. Eine flächendeckend gute Erreichbarkeit von Ärzten und medizinischen Einrichtungen ist lebensnotwendig – manchmal sogar überlebensnotwendig“.
Wichtig, darin waren sich alle Anwesenden einig, sei aber nicht nur eine zahlenmäßig gute Versorgung. Das Angebot müsse auch der altersspezifischen Nachfrage angepasst werden – beispielsweise bei der Betreuung von dementen Patienten.
Die hausärztliche Versorgung in kleineren Gemeinden wurde erwartungsgemäß immer wieder angesprochen. „Die Universität Trier hat in einer bundesweiten Befragung unter Medizinstudenten im vergangenen Jahr herausgefunden, dass Gemeinden mit weniger als 5000 Einwohnern völlig unattraktiv als Arbeitsorte sind“, zitierte Emmerich-Kopatsch eine Veröffentlichung im Spiegel. An den Verdienstmöglichkeiten alleine, so vermutet sie, liegt das nicht. Offerten des Umfeldes, der Infrastruktur und des schulischen Angebotes spielen ihrer Meinung nach auch eine nicht unbedeutende Rolle – eine These, die auch von den anderen Podiumsteilnehmern geteilt wurde.