Neue Erntekrone feiert glanzvolle Premiere

Birge Probst, Ulrike Schnor, Regina Uhde und Martina Hirschfeld (hinten von links) schmückten im Vorfeld des Erntedankgottesdienstes den Altarbereich der St.-Andreas-Kirche. Außerdem sorgten die Landfrauen für eine neue Erntekrone (rechts), die gestern zum ersten Mal „zum Einsatz“ kam.

Landfrauen schaffen richtige Atmosphäre für Erntedankgottesdienst in der St.-Andreas-Kirche

In aller Regel ist es der erste Sonntag im Oktober, der hierzulande sowohl in der römisch-katholischen wie auch in der evangelisch-lutherischen Kirche einen ganz besonderen Charakter hat.

Allerorten in den Gemeinden wird dann das traditionelle Erntedankfest gefeiert. So kamen die Gläubigen im Stadtgebiet auch gestern in den Kirchen zusammen, um Gott für die Gaben der Natur zu danken. Und die fielen in diesem Jahr gerade in unseren Breitengraden zum großen Teil doch recht üppig aus. Gleichwohl gilt es in diesem Zuge auch darauf hinzuweisen, dass es nicht allein in der Hand des Menschen liegt, über ausreichend Nahrung zu verfügen.
Zum guten Brauch gehört es bei diesen feierlichen Gottesdiensten, dass in den Kirchen Feldfrüchte, Getreide und Obst dekorativ aufgestellt werden. So auch in der St.-Andreas-Kirche zu Seesen, wo am gestrigen Sonntag Pfarrer Thomas Weißer im Rahmen des Gottesdienstes predigte und die Kantorei mit die musikalische Ausgestaltung übernahm.
Noch einen Tag zuvor, am Samstagnachmittag, hatte an gleicher Stelle emsiges Treiben geherrscht; da wurden Körbe und Kisten geschleppt, Vasen aufgestellt und gefüllt, wurde beim Dekorieren um jeden Zentimeter gerungen, damit auch alles an der richtigen Stelle sitzt. Angerückt waren nämlich tatkräftige Damen aus den Reihen des Landfrauenvereins, um die Kirche mit besagten Erntegaben zu schmücken.
Und nicht nur das: Sie hatten auch eine von eigener Hand gebundene neue Erntekrone mitgebracht, bestehend aus den Ähren von Weizen, Roggen und Gerste sowie Haferrispen. Zusätzlich geziert wird das Ensemble von bordeauxroten Bändern. „Da stecken rund sechs Stunden reine Bindearbeit drin; dazu kommen dann noch die ganzen vorbereitenden Arbeiten“, sagt Martina Hirschfeld, die das Schmuckstück zusammen mit Regina Uhde und Birge Probst liebevoll herstellte. Alle drei wurden beim Aufbau am Samstag tatkräftig von Ulrike Schnor unterstützt.
Mit der neuen Erntekrone wurde die „Vorgängerin“ nun ausgemustert. Nachdem sie neun Jahre lang im Erntedankgottesdienst-Einsatz war, hatte sie schon etwas gelitten. Wie das neue Schmuckstück selbst, so zog natürlich auch der hübsch arrangierte Altarbereich die Blicke der Besucher auf sich. Kürbisse, Kartoffeln, Äpfel und Birnen waren hier ebenso zu finden wie Rüben, Möhren, Tomaten und weitere Farbtupfen wie Sonnenblumen, Maisstängel, Hagebuttensträucher und Lampions – ein farbenfrohes Bild, das stimmungsvolle Erntedankfestatmosphäre verbreitete.
Während die Erntegaben Mitte dieser Woche wieder abgeholt und ihrer weiteren Verwendung zugeführt werden, wird die neue Erntekrone im Kirchengebäude aufgehängt und bis zu ihrem Einsatz im kommenden Jahr „eingemottet“. Ihre Premiere hätte glanzvoller kaum sein können.