Neue Haus-Bücherei ist eröffnet

Blumen für Büchereileiterin Martina Nölkensmeier (rechts), überreicht durch Katrin Meyer, Geschäftsführender Vorstand der Lebenshilfe.
 
Hier herrscht Ordnung: helle, freundliche Atmosphäre in der Haus-Bücherei.

Feierstunde bei der Lebenshilfe Bad Gandersheim-Seesen / Inklusionsarbeitsplatz

Immer dann, wenn die Geburt eines Kindes ansteht, ist die Freude natürlich riesengroß. Und das war am Donnerstag bei der Lebenshilfe Bad Gandersheim-Seesen nicht anders.

Der jüngste Spross, der da im Haus am Kurpark „gesund und munter“ das Licht der Welt erblickte, ist die neue Bücherei. Grund genug für Geschäftsführung und Verwaltung, zu einer kleinen Feierstunde einzuladen. Vorstand Katrin Meyer konnte dazu neben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unter anderem auch den Stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Seesen, Norbert Stephan, sowie Pfarrer Thomas Weißer als Vertreter der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Vitus und St. Andreas willkommen heißen.
Kurz erläuterte Katrin Meyer noch einmal, wie es überhaupt zu der Idee einer Bücherei gekommen war. Eine ganz wesentliche Rolle dabei spielte Martina Nölkensmeier. Von Geburt an körperlich beeinträchtigt, ist sie seit 2001 als Fachkraft bei der Lebenshilfe beschäftigt. „Doch so recht ausgelastet hat sie sich in jüngster Zeit nicht gefühlt“, machte Katrin Meyer deutlich. Auf der anderen Seite sei bei einer Abteilungsleiterkonferenz angesprochen worden, dass Spiele und Bücher in den einzelnen Gruppen viel Platz benötigen, der gut anderweitig genutzt werden könnte. Und schon war die Idee geboren, die Medien an einer Stelle zentral zu bündeln, sprich eine hauseigene Bibliothek einzurichten. Als Leiterin kam da die ebenso schaffens- wie lebensfrohe und wissbegierige Martina Nölkensmeier gerade recht. Bestes Beispiel dafür, wie Inklusion nicht nur als zeitgeistiges Diskussionsthema auf die Agenda kommt, sondern vor Ort auch wirklich gelebt werden kann. Katrin Meyer nutzte die Gelegenheit, um sich in diesem Zusammenhang noch einmal ganz besonders beim Integrationsfachdienst Goslar – als deren Vertreterin war Heike Müller anwesend – für die gewährte Unterstützung zu bedanken.
Außerdem ist es gelungen, für Martina Nölkensmeier einen modernen Arbeitsplatz zu schaffen, ohne zusätzliche Fördermittel einwerben zu müssen. Dank neu eingebauter Oberlichter, des gemütlichen Mobiliars aus hellem Holz und des warmen Streulichtes herrscht in der Bücherei der Lebenshilfe durchaus Wohlfühlatmosphäre. Rund ein Jahr ist von den ersten Überlegungen bis zur jetzigen Realisierung ins Land gegangen.
Bevor sich Mitarbeiter und Gäste an Schnittchen und Getränken stärken konnten, mussten Mensch und Technik erst noch die „Generalprobe“ bestehen. Ganz offiziell lieh Katrin Meyer das erste Buch aus. Mit Blick auf den Austausch zwischen der Kurpark-Schule und der „Specjalny Osrodek Szkolno Wychowawczy“ im polnischen Kozmin handelte es sich dabei um ein polnisches Wörterbuch. In Windeseile hatte Martina Nölkenmeier nicht nur das Objekt der Begierde gefunden, sondern per elektronischem Scanner sowohl den Strichcode auf dem persönlichen Leseausweis als auch den im genannten Buch erfasst. Fertig! Die zum Einsatz kommende professionelle Bibliothekssoftware tat ihr Übriges. Da gab es dann auch Applaus von den Gästen – und Blumen für die frischgebackene Bücherei-Leiterin.
Insgesamt sind mittlerweile in penibler, viele Stunden währender Arbeit etwa 1700 Bücher erfasst worden. Sie können nun von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern je nach Bedarf ausgeliehen werden. Aufgeteilt ist der Bestand in Rubriken wie Kinder, Fachbuch, Basteln, Musik/Bewegung/Motorik, Sprache und Schule.