Neue Logopädische Praxis in der Kampstraße

Heidrun Hernández Acosta, Logopädie-Praxis in der Kampstraße: Auf den steigenden Bedarf gezielt reagiert. (Foto: Poerschke)

Lebenshilfe Bad Gandersheim-Seesen will dem steigenden Bedarf Rechnung tragen / Eröffnung am 14. Mai

Ein weiteres Projekt der „Lebenshilfe Bad Gandersheim-Seesen“ – im vergangenen Jahr durch das einstimmige Votum der Mitglieder des Vorstandes auf den Weg gebracht – kann nun offiziell seiner Bestimmung übergeben werden.

Seesen (poe). Den Handwerkern, die sich über mehrere Wochen hinweg „die Klinke in die Hand gaben“, schloss sich zunächst die Grundreinigung an, der Möblierung der Räume dann die Ausstattung mit den erforderlichen Therapiemitteln. „In knapp einem Monat, am 14. Mai, erfolgt die Eröffnung der neuen Logopädischen Praxis“, kündigt der 1. Vorsitzende der „Lebenshilfe Bad Gandersheim-Seesen“ , Hans-Werner Ohlsen, erfreut an und verweist darauf, dass man mit diesem Schritt auf einen nach wie vor steigenden Bedarf reagiere.
Anfang des vorigen Jahrhunderts zunächst als so genannte „Stimmheilkunde“ etabliert, hat sich die Bedeutung des Logopädie-Begriffs zwischenzeitlich erheblich weiterentwickelt. „Heute versteht sich die im Grunde genommen noch recht junge medizinisch-therapeutische Fachdisziplin als ein Instrumentarium, um den durch eine Sprach-, Sprech-, Stimm-, Schluck- oder Hörbeeinträchtigung in ihren zwischenmenschlichen Kommunikationsfähigkeiten eingeschränkten Menschen zu helfen. Und das vom Alter her gesehen möglichst frühzeitig“, umreißt Heidrun Hernández Acosta, staatlich examinierte Logopädin mit langjähriger Berufserfahrung, die Aufgabenstellung und Zielsetzung. Letzteres war nach eigenen Angaben übrigens ausschlaggebend dafür, sich in ihrer logopädischen Arbeit schwerpunktmäßig auf die Behandlung kindlicher Sprachentwicklungsstörungen zu konzentrieren.
Bereits seit August 2002 ist sie neben einer weiteren Kollegin als Logopädin im Sprachheilkindergarten bei der Lebenshilfe Bad Gandersheim-Seesen tätig. Sie arbeitet in zwei der insgesamt vier Gruppen mit 16 Kindern, die logopädisch therapiert werden.
Wie in vielen anderen Bereichen, so mussten die Mitarbeiter der Lebenshilfe auch mit Blick auf kindliche Sprachentwicklungsstörungen feststellen, dass der Anteil an auffälligen Jungen und Mädchen immer größer wird, wenngleich – wie Heidrun Hernández Acosta ergänzte – „die Sprachstörungen bei vielen Kindern im Alter zwischen drei und sechseinhalb Jahren nicht so gravierend sind, dass sie im Rahmen einer teilstationären Maßnahme, also im Sprachheilkindergarten, therapiert werden müssen“.
Vor diesem Hintergrund verständigte sich der Vorstand der Lebenshilfe darauf, besagte Logopädie-Praxis einzurichten, um so den steigenden Bedarf abdecken zu können. Unter Berücksichtigung weiterer geplanter Baumaßnahmen auf dem Areal des Hauses am Kurpark, zu denen unter anderem auch der Kneipp-Kindergarten zählt, galt es allerdings erst einmal, sich auf die Suche nach einem geeigneten Objekt zu machen.
Und da wurde man relativ rasch fündig, nämlich im Verlauf der Kampstraße. Hier mietete die Lebenshilfe ein Haus an, das renoviert sowie entsprechend ausgestaltet wurde und in dessen Erdgeschoss am 14. Mai (um 11 Uhr) die Logopädische Praxis „aus der Taufe gehoben“ wird, in der dann angeborene oder erworbene Sprech-, Sprach- und Stimmstörungen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen behandelt werden.
Neu gestaltet wurde aber auch das Obergeschoss des Hauses „Kampstraße 34“. In diesen Räumen soll ebenfalls noch in diesem Jahr das geplante Autismus-Zentrum seinen Standort finden.